Dienstag, 14. Februar 2012


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"Die Krise ist vollkommen überdramatisiert worden"

(lifepr) Bonn, 24.06.2010, Folker Hellmeyer, Chefanalyst Bremer Landesbank, zur Diskussion über Wachstum im Vorfeld des G-20-Gipfels:

Frage: Hätte es destabilisierende Wirkung, wenn sowohl die USA als auch Europa an ihrem Kurs festhalten, die einen also ausgeben, die anderen konsolidieren?

Hellmeyer: "Ich sehe das nicht so. Europa kann es sich leisten, Sparprogramme aufzulegen, die wir hier umsetzen - beispielsweise in Deutschland. Dies wird nicht die Konjunktur gefährden. Es hat schon auf der Konsumseite einige negative Effekte, die aber aufgefangen werden durch die sehr positive Entwicklung am Arbeitsmarkt. Der Arbeitsmarkt hängt an der globalen Konjunktur, an der Investitionsgüternachfrage. Ich halte die Vorwürfe, die hier von Herrn Soros oder Herrn Krugman in Richtung Stabilitätspolitik gegen Europa aufgebracht werden, für vollkommen unbegründet. Ich sehe sie als eine Form von politischer Einmischung, um Märkte hier zu beeinflussen. Und damit man die USA nicht so abstraft, wie es Amerika verdienen würde."

Frage: Deutschland muss deutlich weniger Schulden machen als bislang geplant, haben wir diese Woche erfahren. Griechenland rechnet derweil schon wieder Mitte nächsten Jahres mit Wachstum. Ist die Krise überdramatisiert worden?

"Sie ist vollkommen überdramatisiert worden aus den Finanzzentren London und New York heraus . Wir machen hier unsere Hausaufgaben. Wir dürfen stolz auf das Reformprogramm sein. Es wird noch stärker ziehen, als es bisher antizipiert wird."

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