Dienstag, 14. Februar 2012


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"Vielfalt ist ein großes Plus" - ARD bekräftigt Integrationsstrategie

(lifepr) Saarbrücken, 30.08.2007, Die ARD setzt verstärkt auf "Integration und kulturelle Vielfalt". Darauf haben sich die neun Landesrundfunkanstalten und das Deutschlandradio verständigt. "Für uns ist es selbstverständlich, das Leben in der deutschen Einwanderungsgesellschaft in allen, gerade auch den massenattraktiven Programmen als Normalität abzubilden. Das gilt für Informationssendungen genauso wie für Unterhaltung und fiktionale Programme", so der ARD-Vorsitzende und Intendant des Saarländischen Rundfunks (SR) Fritz Raff.

Ihre Aktivitäten und Ziele haben die ARD-Sender in einem umfassenden Schreiben zusammengefasst, das auch den Ministerpräsidenten der Länder vorliegt. Dazu WDR-Intendantin Monika Piel, deren Sender beim Thema Integration federführend für die ARD ist: "Integration und kulturelle Vielfalt sind in unseren Programmleitlinien fest verankert. Ohne die Probleme des Zusammenlebens zu verschweigen, wollen wir deutlich machen, dass Vielfalt ein großes Plus und eine wichtige Ressource unserer Gesellschaft ist." Monika Piel sprach sich auch dafür aus, dass die ARD noch mehr als bisher mit und weniger über Menschen ausländischer Herkunft spreche.

Ein Schwerpunkt der Integrationsstrategie der ARD liegt auf der Förderung junger Medienschaffender ausländischer Herkunft. Projekte wie die journalistische Talentwerkstatt "grenzenlos" werden fortgesetzt und weiterentwickelt; der WDR hat damit seit 2005 zahlreiche freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und vier junge Journalistinnen und Journalisten für ein Volontariat gewonnen.

In diesem Zusammenhang wies der ARD-Vorsitzende Fritz Raff darauf hin, dass der WDR schon seit Jahren aktiv eine Integrationsstrategie verfolge, die auch die neue Intendantin Monika Piel erfolgreich fortsetzen wolle. Für diese Vorreiterrolle gebühre dem WDR der Dank der ARD, in der mittlerweile schon zahlreiche Migranten erfolgreich Programm machen würden.

Da sind zum Beispiel Birand Bingül (WDR), ARD-Tagesthemen-Kommentator und seit kurzem in der Kölner Tagesschau-Redaktion, Ingo Zamperoni (NDR), ARD Nachtmagazin-Moderator, Golineh Atai (SWR), ARD-Korrespondentin in Kairo, Mitri Sirin (rbb), radiomultikulti- und rbb-aktuell-Moderator, und Asli Sevindim (WDR), Moderatorin bei Funkhaus Europa und dem WDR-Regionalmagazin "Aktuelle Stunde". "Wir brauchen qualifizierte Menschen ausländischer Herkunft, die an prominenter Stelle in den Medien wirken. Das motiviert junge Leute, sich bei uns zu bewerben", so Monika Piel. Journalistinnen und Journalisten mit Einwanderungshintergrund sollen nicht nur in Zusammenhang mit "integrationsspezifischen" Themen oder Rollen, sondern als selbstverständliche Akteure in allen journalistischen und fiktionalen Sparten eingesetzt werden.

Die ARD möchte nicht nur in Informationssendungen, sondern auch in fiktiven Programmen wie Fernsehfilm und Krimi mehr qualifizierte Menschen mit Zuwanderungsbiografie zeigen. Für den NDR geht ab 2008 mit Mehmet Kurtulus erstmals ein türkischstämmiger Hauptkommissar im TATORT auf Verbrecherjagd.
Die von BR und NDR produzierte Serie "Türkisch für Anfänger" wird mit einer dritten Staffel fortgesetzt, Drehbeginn ist in diesem Herbst.

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