Mittwoch, 07. Dezember 2016


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TED und das Zeitalter der Transparenz

(lifePR) (Kelkheim, ) Das Zeitalter der totalen Transparenz steht unmittelbar bevor! Oder vielleicht doch nicht? Das Thema der diesjährigen TED GLOBAL-Konferenz, der wohl spannendsten und wichtigsten Veranstaltung für Zukunftsfragen, lautete "Radical Openess". Dieses war Impulsgeber für das Trend-Update, September 2012 mit dem Titel "Totale Transparenz - Partizipation, ein Mythos?" Mit welchen Chancen, aber auch Gefahren haben Unternehmen und Gesellschaften in einer Ära zunehmender Offenheit zu rechnen und wie können sie sich erfolgreich gegen eine neue Misstrauenskultur wappnen? Die Autoren, Matthias Horx und Holm Friebe, sind sich sicher, dass die Grenzen der Transparenz dort beginnen, wo an Kommunikation gespart wird.

Kommunikation als mächtigste Waffe

Im Leitartikel verweisen die Autoren auf eine beeindruckende Rede, die Admiral James Stravidis, Oberbefehlshaber der NATO, auf der TED-Konferenz gehalten hat. Dieser stellte das Konzept "Open Source Security" vor, welches militärische Sicherheit im 21. Jahrhundert aus einem ganz neuen Blickwinkel betrachtet. "Sicherheit", so Stravidis, "komme nicht aus dem Lauf eines Gewehres", sondern entstehe aus dem "Gedanken der Wiedereingliederung". Gemeint ist, dass ein Gleichgewicht zwischen europäischen (notwendigen) Verteidigungsmaßnahmen sowie der Teilnahme an wichtigen globalen Aktivitäten hergestellt werden müsse. Dabei übernimmt das Militär statt Kampffunktionen immer mehr die Funktion des Schützens der "Common Goods" wie z.B. der Weltmeere oder ökologischer Ressourcen. Lokale Sicherheitskräfte sollten vermehrt geschult werden, um mehr Verantwortung für ihr Land zu übernehmen. Es gelte, private wie öffentliche Bereiche sowie nationale und internationale durch strategische Kommunikation zu verbinden. Durch das Teilen von Wissen und das Verbinden von Menschen würde Sicherheit gewährleistet. Es gäbe keine schablonenhaften Lösungen. Ziel müsse es sein, Brücken zu bauen, anstatt Mauern zu errichten. Als ein Beispiel für diese neuen Brücken beschreiben die Autoren die Open Data-Initiative "Mapping for Results" der Weltbank. 1.400 Weltbank-Projekte aus allen Kontinenten der Welt werden hierbei offen und transparent gemacht - durch Kommentare, Blogs, Ergebnisprotokolle, Bilder und Prozessabbildungen. Sanjay Pradhan, der Vizepräsident der Weltbank, möchte die alte, monolithische Organisation damit auf einen Pfad der "Collaborative Governance" bringen.

Kontextualisierer nach vorn

Um neue Brücken, die auf Kommunikation basieren, geht es auch in dem Beitrag von Cornelia Kelber und Anja Kirig. Sie beschreiben, dass für die Wissensarbeit der Zukunft Qualifizierung und Recruiting neu gedacht werden müssen. "Viel Wissen lohnt sich nicht mehr, es geht darum Dinge situativ in den richtigen Kontext setzen zu können." Gefragt sind Kontextualisierer, Menschen, die Verknüpfungen herstellen. Wie man solche Menschen finden kann, zeigt die Crowdsourcing-Kampagne "Mein Burger", welche die Agentur Razorfish/Frankfurt für McDonalds entwickelt hatte. Mit Hilfe des Burger-Konfigurators konnten Interessierte ihren Lieblingsburger am Bildschirm zusammenstellen. Wohl wissend, dass Hacker versuchen werden, den Quellcode zu knacken, hatte Razorfish in diesem folgende Botschaft versteckt: "Glückwunsch, so weit kommen nicht viele. Zeit für den nächsten Schritt: talents@razorfish.de." Immer mehr solcher neuen Recruitmentprozesse lassen sich die Agenturen einfallen, um an gute Köpfe zu kommen.

Mit wenig viel erreichen: Der 4. Quadrant

Des Weiteren wurde das Trend-Update um die Rubrik "Der 4. Quadrant" erweitert. Der 4. Quadrant, in Anlehnung an das Modell des Marketing-Experten Rory Sutherland, zeigt auf, wie sich große, schwierige Probleme mit einfachen und kostengünstigen Ideen lösen lassen. Ein gutes Beispiel liefert das Latif Jameel Poverty Action Lab. Das Lab hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein größeres Bewusstsein für Impfungen in Indien zu schaffen. In 60 indischen Dörfern hat das Lab ein sogenanntes "Impfcamp" errichtet. Ein Sozialarbeiter klärte im Vorfeld auf und teilte neue Termine mit. Da die Impfquote recht gering war, kamen die Mitarbeiter des Labs auf die Idee, einen kleinen Sack Linsen denjenigen zu schenken, die an der Impfung teilgenommen hatten. Mütter, die alle notwendigen Impfungen (insgesamt fünf) einhielten, bekamen zusätzlich ein Geschirr-Set als Geschenk. In Dörfern ohne Impfcamps betrug die Impfrate gerade einmal 6 Prozent. In Dörfern wo die Eltern Linsen/Geschirr erhielten 39 Prozent. Das Ergebnis zeigt, dass kleine Dinge eine große Wirkung haben. Durch die bessere Auslastung sanken gleichzeitig die Kosten einer vollständigen Impfung von knapp 56 US-Dollar auf 28 US-Dollar. Allen war durch den kleinen Anreiz geholfen - eine Win-Win-Situation das Ergebnis.

Über das Trend-Update (www.trend-update.de)

Das Trend-Update ist das offizielle Monatsmagazin des Zukunftsinstituts, herausgegeben von Matthias Horx. Als regelmäßiges Update zu den großen und kleinen Trend-Themen bietet das Magazinformat die Möglichkeit, die Thesen und Entwicklungen selbst zu bewerten und auf die Bedeutung für das eigene Umfeld abzuklopfen.

Zukunftsinstitut GmbH

Die Zukunftsinstitut GmbH, 1998 von Matthias Horx gegründet, arbeitet als Think Tank und Unternehmensberatung im Bereich der Strategie- und Innovationsentwicklung. Zahlreiche Studien zum gesellschaftlichen und ökonomischen Wandel liefern die Grundlage für die Beratungstätigkeit.

www.zukunftsinstitut.de

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