Mittwoch, 07. Dezember 2016


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ZAMG Jahresrückblick 2009: nass und große Temperaturschwankungen

(lifePR) (Wien, ) Große Temperaturgegensätze prägten das Jahr 2009: Im Sommer folgten einem massiven Kaltlufteinbruch die wärmsten Tage des Jahres und im Dezember beendete das Weihnachtstauwetter eine frühe Kälteperiode.

Herausragend im Jahr 2009 waren aber die Niederschlagsmengen und hier besonders jene in den nordöstlichen und südöstlichen Landesteilen. Neben punktuellen Stunden-, Tages- oder Monatsrekorden wurden auch einzelne neue Jahresrekorde der Niederschlagsmenge aufgestellt. Ebenso gab es beim Schnee große Unterschiede: Starke Schneefälle entlang der Alpennordseite sorgten sowohl im Feber und März also auch im Oktober für große Schneehöhen. Gleichzeitig führten ausgesprochen milde Temperaturen im Frühsommer sowie im November für massive Schneeschmelze.

Das Sonnenjahr 2009 verlief in fast allen Orten dem vieljährigen Mittel entsprechend.

Jahresniederschläge bis zu 80 Prozent über dem vieljährigen Mittel

Langenlois (NÖ) erreichte mit 180 Prozent (800 mm) des mittleren Niederschlags sowohl den ersten Platz in der Jahresstatistik aller ZAMG-Messstationen als auch die höchste Jahresniederschlagssumme seit Beginn der Messungen 1965. Neben Langenlois lagen die Stationen St. Pölten (NÖ, 165 %, 1040 mm), Tulln/ Langenlebarn (NÖ, 160 %, 900 mm) und die Wiener Innenstadt (153 %, 840 mm) im Jahr 2009 aus relativer Sicht in der niederschlagsreichsten Region Österreichs. Jahresniederschlagssummen dieser Größenordnungen entsprechen hier einer Wiederkehrzeit von etwa 50 Jahren. Dass es 2009 zu keinen großräumigen Überflutungen wie z.B. 2002 kam, lag daran, dass sich die überdurchschnittlichen Niederschläge relativ gleichmäßig über viele Monate verteilten. Die Hauptbeiträge lieferten jedoch die Monate Juni und Juli 2009 mit teils heftigen Gewittern. Zu dieser Zeit kam es auch immer wieder zu Überschwemmungen und Vermurungen. Der Bogen der überdurchschnittlichen hohen Niederschläge reichte aber noch weiter vom Tullner Feld über Wien, das Mittelburgenland bis in die Südsteiermark, wo ein zweites Jahresmaximum zu finden ist. Die Station Graz Universität verzeichnete bis dato einen Jahresniederschlag von 1196 mm (147 %) und liegt damit um nur 57 mm unter dem alten Stationsrekord vom 1253 mm aus dem Jahr 1937 der 173-jährigen Stationsgeschichte. Drei Viertel der Summe fiel dabei in den Monaten Mai bis September. An der wenige Kilometer entfernten Station Laßnitzhöhe (St) wurde zum vieljährigen Mittel eine relative Abweichung von 151 % (1290 mm) erreicht. Die absolut höchsten Niederschlagsmengen im Jahr 2009 summierten sich abgesehen von den Stationen über 1500 m in Warth (V, 1844 mm, 100 %), Bad Ischl (OÖ, 1799 mm, 106 %) und in Lofer (S, 1682 mm, 102 %). Niederschlagsmengen unter 90 % wurden nur an den drei Tiroler Stationen Reutte (T, 1236 mm, 85%), St. Anton/Arlberg (T, 934 mm, 86 %) und Landeck (T, 652 mm, 86 %) gemessen. Am absolut trockensten verlief das Jahr 2009 in Neusiedl/See (B) mit 612 mm bzw. 106 %. Auch in den 24-Stundensummen spiegelt sich der nasse Charakter des Jahres 2009 wider. So regnete es am Loiblpass (K) am 23.09. innerhalb eines Tages 234 mm und in Seibersdorf (NÖ) fielen am 24.6. und am 6.7. 20 % (184 mm) der gesamten Jahressumme 2009.

Jahresmittel der Temperatur im Trend der letzten Jahre

Die Jahresmitteltemperatur lag österreichweit im Jahr 2009 rund 1°C über dem vieljährigen Mittel (1971-2000) und setzte somit die seit 15 Jahre andauernde Reihe der positiven Abweichungen fort. Die relativ gesehen wärmsten Regionen mit Abweichungen von bis zu 1,5°C (St. Ändrä/ Lavanttal, K) fanden sich in einem weiten Bogen vom Lungau über den oberösterreichischen Zentralraum zum Neusiedler See und weiter bis zum Wörthersee. Im restlichen Österreich lagen die Abweichungen der Jahresmitteltemperatur vom Erwartungswert meist zwischen +0,3°C und 1,1°C. Auffallend war im Jahr 2009 die Tatsache, dass die Mitteltemperatur auf den Bergen meist nur 0,5°C über dem langjährigen Mittel lag. Der übers ganze Jahr gesehen absolut wärmste Ort mit einer Mitteltemperatur von 12,5°C war die Wiener Innenstadt. Die absolut höchste Temperatur im Kalenderjahr 2009 wurde am 23.7. mit 37,9°C in Waidhofen/ Ybbs (NÖ) gemessen. Zwar stellte dieser Wert an der Messstation Waidhofen keinen neuen Rekord dar, an einigen Orten entlang der Alpennordseite wie z.B. in Zell/ See (S) oder in Gmunden (OÖ) wurden jedoch seit Beginn der Messreihe neue Stationshöchstwerte aufgestellt.

Das andere Ende der Temperaturskala markierte am 18.02.2009 Seefeld in Tirol mit -25,2°C. Zum Jahresende hin sorgte ein Kaltluftvorstoß aus Nordosten für ausgesprochen tiefe Temperaturen in Kärnten, Teilen der Steiermark sowie im Burgenland und in Niederösterreich. Kurz vor Weihnachten wurde in diesen Regionen an nicht weniger als 9 Station die -20°C- Marke unterschritten. Auch der absolute Tiefstwert an einer ZAMG- Messstation wurde in diesen Tagen erzielt. Am 19.12.2009 sank die Temperatur am 3440m hoch gelegenen Brunnenkogel auf -30°C.

Ein Überblick über alle Monate zeigt, dass das Jahr durchwegs kühl begonnen hat, aber die Monate April und Mai für ausgesprochen milde Temperaturen sorgten. Nach einem feucht-warmen Sommer verlief auch der Herbst zu mild, wodurch sich in Summe ein überdurchschnittlich warmes Jahr ergab.

Große Schneemengen im Spätwinter

Während der Jahresbeginn besonders südlich des Alpenhauptkamms sehr schneereich verlief, wendete sich das Blatt im Feber. Von Mitte Feber bis Anfang März sorgten wiederholte Nordwestwetterlagen für intensive Schneefälle in den Nordalpen. Besonders betroffen waren einmal mehr die niederösterreichischen Voralpen sowie die nördliche Obersteiermark. In Mariazell (St )oder in Lunz (NÖ) am See fielen innerhalb dieser beiden Monate über 4m Neuschnee, in Schoppernau im Bregenzer Wald (V) oder auch in Seefeld (T) waren es immerhin auch noch über 3,5m Neuschnee. Auch auf den Bergen türmten sich zu Frühlingsbeginn teils sehr große Schneemengen und besonders nördlich der Alpen sorgten einzelne Kaltlufteinbrüche auch im Sommer für Schneefälle bis auf 2000m oder sogar darunter. Am 18.7.2009 kam es im Zuge eines massiven Kaltfrontdurchgangs sogar in höher gelegenen Tälern wie in Krimml (S) zu Schneefall. Trotz der einzelnen Kaltluftvorstöße schmolz die Schneedecke während der feuchtmilden Sommermonate ausgesprochen rasch, sodass selbst am 3107m hoch gelegenen Sonnblick Observatorium sämtlicher Schnee des Winters 2008/09 Ende September abgeschmolzen war. Um den 15. Oktober sorgte ein früher Wintereinbruch entlang der Alpennordseite stellenweise für die früheste geschlossene Schneedecke seit Messbeginn. Der ausgesprochen milde November sorgte sogar bis in Hochgebirge für eine kräftige Schneeschmelze.

Sonniges Burgenland

Das Sonnenjahr 2009 verlief im gesamten Bundesgebiet mit +/- 10 % relativer Abweichung dem vieljährigen Schnitt entsprechend. Dabei verzeichnete das Burgenland die größte absolute Sonnenausbeute. In Neusiedl/See wurden bis zum 18.12 2119 Sonnenstunden (108 %) registriert, gefolgt von Kleinzicken (2118 h, 110 %) und Eisenstadt (2116 h, 106 %). Orte mit mehr als 2000 h Sonnenschein sind ausschließlich in Osttirol, Kärnten, der Südsteiermark und dem Burgenland zu finden. Am häufigsten zeigte sich die Sonne jedoch auf der Villacher Alpe (K) mit 2135 h (106 %). Bedingt durch die Abschattung der Berge schien naturgemäß die Sonne in den inneralpinen Regionen am geringsten, war aber auch hier in Relation zum 30-jährigen Mittel nicht seltener zu Gast als in den außeralpinen Teilen des Bundesgebietes.

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