Donnerstag, 08. Dezember 2016


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Nachwuchswissenschaftler für Erkenntnisse zu Signaltransduktion in Krebszellen ausgezeichnet

Preisverleihungen der DGU und DGHO für Arbeiten zur mTOR-Inhibition

(lifePR) (Münster, ) Die Träger der diesjährigen Forschungs- und Innovationspreise aus den Bereichen Uro-Onkologie und Hämato-Onkologie sind Dr. Hossein Tezval, Hannover, und Dr. Sebastian Bauer, Duisburg-Essen. Mit ihren Arbeiten zum Verständnis von Mechanismen der Signaltransduktion in Krebszellen liefern beide Wissenschaftler potenziell wichtige Erkenntnisse für zukünftige Therapiestrategien. Überreicht wurden die von Wyeth Pharma, einem Unternehmen der Pfizergruppe, gestifteten Preise anlässlich der 61. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) in Dresden und der gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Onkologie (DGHO, ÖGHO, SGMO, SGH) in Mannheim.

Die beiden Fachgesellschaften verleihen die mit 7.500 Euro dotierten Auszeichnungen an Nachwuchswissenschaftler aus den Fachgebieten Urologie und Onkologie für herausragende Arbeiten in klinischer und präklinischer Forschung. Die Preisträger sind Dr. Hossein Tezval von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) für den Bereich Uro-Onkologie und Dr. Sebastian Bauer von der Universität Duisburg-Essen für den Bereich Hämato-Onkologie. Schwerpunkt beider Arbeiten lag darauf, das Verständnis von Mechanismen der Signaltransduktion in Krebszellen zu verdeutlichen. In Zukunft könnten die Ergebnisse als Ausgangspunkt für neue Therapiestrategien nützlich sein.

Rolle von Urocortin beim klarzelligen Nierenzellkarzinom

Dr. Hossein Tezval untersuchte in seiner Grundlagenarbeit einen Mechanismus zur Entstehung von Tumoren, speziell des Nierenzellkarzinoms. Er stützte sich dabei auf Erkenntnisse bereits existierender Studien, in denen eine Beteiligung des Proteins Urocortin an der Proliferation und Neoangiogenese von Tumorzellen nachgewiesen wurde. In ihrer im "World Journal Of Urology"1 publizierten Arbeit konnten Tezval et al. nun erstmals zeigen, dass Urocortin und dessen Rezeptor CRFR2 in normalem Nierengewebe wesentlich stärker exprimiert wird als beim RCC, wo dieser kaum nachweisbar ist. Seine Funktion ist es normalerweise, in Zellen die Expression von VEGF zu unterbinden.2 Zudem aktiviert CRFR2 gleichzeitig Kinasen des mTOR-Signalwegs, vor allem PI3K bzw. AKT.3,4,5 Die Forscher schließen aus ihren Erkenntnissen, dass der Verlust von CRFR2 an der Pathobiologie des Nierenzellkarzinoms beteiligt ist. Dies soll nun Gegenstand weiterer Forschungen sein.

Untersuchung der Signalwege bei gastrointestinalen Stromatumoren (GIST)

Die zweite Arbeit aus dem Bereich Hämato-Onkologie setzte sich mit der Funktion des Proteins HDACI ("Histon Deacetylase Inhibitoren") bei gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) auseinander. Die Erkrankung selbst ist durch eine Mutation von KIT oder PDGFRA gekennzeichnet. Bisherige Untersuchungen haben dabei gezeigt, dass die Wirkung des Tyrosinkinaseinhibitors Imatinib bei Resistenzentwicklung durch die Gabe von HDACI verbessert werden kann. Die Forschungsgruppe, zu der auch der Preisträger Dr. Bauer gehört, veröffentlichte in "Cancer Research"6 nun Ergebnisse, die HDACI sogar als eigenständige therapeutische Alternative zu KIT/PDGFRA Inhibitoren bei GIST vermuten lassen. In der Studie konnte gezeigt werden, dass HDACI die Aktivität und Expression von KIT sowie die Aktivität der Downstream-Signalwege stark inhibiert hat. Damit sei der präklinische Beweis für einen indikationsspezifischen Effekt von HDACI bei KIT-positiven GIST erbracht worden, der zu einer therapeutischen Option weiter entwickelt werden könne.

Forschung ermöglicht die Entwicklung zielgerichteter Therapien

"Die Erkenntnisse dieser Forschungsarbeiten helfen uns, Tumorerkrankungen noch genauer zu verstehen, um daraus spezifische Therapien entwickeln zu können", sagt Priv.-Doz. Dr. Peter-Andreas Löschmann, Medizinischer Direktor und Leiter der klinischen Forschung bei Wyeth Pharma. Mit Temsirolimus (Torisel®) hat Wyeth Pharma im November 2007 den ersten mTOR-Inhibitor in der Onkologie eingeführt. Grundlage für die Zulassung beim fortgeschrittenen Nierenzellkarzinom (mRCC) war die Phase-IIIStudie ARCC, in der das Gesamtüberleben signifikant um 49 Prozent gegenüber der bisherigen Standardtherapie mit Interferon-alfa verlängert werden konnte. Als einziger Wirkstoff wird Temsirolimus von den Leitlinien der European Association of Urology (EAU) mit Evidenzgrad A zur Therapie von Patienten mit hohem Risiko empfohlen. Seit August 2009 ist Temsirolimus darüber hinaus zur Therapie des rezidivierten und/oder refraktären Mantelzell-Lymphoms (MCL) zugelassen.

1 Tezval H et al. Urocortin and corticotropin-releasing factor receptor 2 in human renal cell carcinoma:
disruption of an endogenous inhibitor of angiogenesis and proliferation. World J Urol, published online: 13
May 2009.
2 Bale TL et al. Corticotropin-releasing factor receptor 2 is a tonic suppressor of vascularization. Proc Natl
Acad Sci U S A 99, 2002; 7734-7739
3 Markovic D et al. Intracellular mechanisms regulating corticotropin-releasing hormone receptor-2beta
endocytosis and interaction with extracellularly regulated kinase 1/2 and p38 mitogen-activated protein
kinase signaling cascades. Mol Endocrinol, 2008; 22:689-706.
4 Punn A et al. Identification of signaling molecules mediating corticotropin-releasing hormone-R1alphamitogen-
activated protein kinase (MAPK) interactions: the critical role of phosphatidylinositol 3-kinase in
regulating ERK1/2 but not p38 MAPK activation. Mol Endocrinol, 2006; 20:3179-3195.
5 Wang MJ et al. Urocortin modulates inflammatory response and neurotoxicity induced by microglial
activation. J Immunol, 2007; 179:6204-6214.
6 Mühlenberg T et al. Inhibitors of Deacetylases Suppress Oncogenic KIT Signaling, Acetylate HSP90, and
Induce Apoptosis in Gastrointestinal Stromal Tumors. Cancer Res 2009; 69: (17).

Pfizer Deutschland GmbH

Wyeth ist seit dem 16. Oktober 2009 ein Teil der Pfizer-Gruppe, dem weltweit führenden forschenden Arzneimittelhersteller. Unter dem Dach von Pfizer findet die erfolgreiche Arbeit von Wyeth ihre Fortsetzung
- nach dem Grundsatz "Gemeinsam für eine gesündere Welt". Durch die Integration von Wyeth erweitert Pfizer seine Kompetenzen und verstärkt die biopharmazeutische Forschung als Zukunftsfeld der Medizin. Mit seiner breiten Produktpalette begleitet Pfizer den Menschen in jedem Lebensabschnitt.

Weitere Unternehmensinformationen sind im Internet unter www.wyeth.de sowie www.pfizer.de abrufbar.

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