- Pressemitteilung BoxID 323250
EU-Energieeffizienzrichtlinie: Der Knoten ist geplatzt
WWF: Deutsche Blockadehaltung verwässert EU-Entwurf / Industriekritik nicht nachvollziehbar
Für breite Diskussionen hatte besonders das "Herzstück" des Richtlinienentwurfs gesorgt. Künftig sollen Energieversorger verpflichtet werden, jährlich eine Energieeffizienzsteigerung von 1,5 Prozent nachzuweisen, bezogen auf die im Vorjahr an ihre Endkunden gelieferte Energiemenge. Dafür können Energieversorger beispielsweise die Energieerzeugung und -verteilung verbessern oder durch Bonusprogramme den Kauf effizienter Elektrogeräte bezuschussen. Ähnliche Effizienzverpflichtungssysteme wurden in anderen EU-Staaten, beispielsweise das Vereinigten Königreich, Italien, Frankreich und Dänemark, bereits vor Jahren mit Erfolg eingeführt.
Industrie und Energiewirtschaft schürten die Angst, dass absolute Energieverbrauchsgrenzen das Wirtschaftswachstum gefährden würde. "Wer derartiges behauptet, hat anscheinend die Grundlogik eines Effizienzverpflichtungssystems nicht verstanden", so Tobias Krug. Denn das zu erfüllende Effizienzziel bezieht sich jeweils auf das Vorjahr. In konjunkturellen Hochphasen kann der Energieverbrauch daher durchaus steigen, der Anstieg wird allerdings durch den Effizienzmechanismus gedämpft. Zudem können die Mitgliedsstaaten auf Antrag bei der Europäischen Kommission auch alternative Maßnahmen ergreifen, wie beispielsweise die Förderung der energetischen Gebäudesanierung auszuweiten. "Leider hat diese Angstkampagne ihre Wirkung nicht verfehlt und jeder Staat kann nun 25 Prozent seines Energieverbrauchs pauschal von der Regelung ausnehmen. Dieses Schlupfloch muss möglichst schnell geschlossen werden", so Krug.
Deutschland müsse nun rasch vom Bremsklotz zum Zugpferd in Sachen Energieeffizienz werden, fordert der WWF. "Damit die Energiewende auch im Gebäudesektor rasch vorankommt, muss vor der Sommerpause ein Durchbruch beim Thema steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung erreicht werden. Ein knappes Jahr ist hier nichts passiert, jetzt scheint sich der Vermittlungsausschuss zu einigen. Bund und Länder müssen den Knoten jetzt lösen", sagt Tobias Krug.
Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren
Biogasanlage in Witten offiziell eröffnet
, Energie & Umwelt, Regionalverband Ruhr
Seit heute wird in Witten offiziell Biogas produziert. Schon seit Anfang des Jahres verarbeitet die neue Anlage Speiseabfälle, Kaffeefilter und Grünschnitt zu Strom,...
Klimaneutrales Drucken - natureOffice ist das bekannteste Label
, Energie & Umwelt, natureOffice GmbH
Für all diejenigen Druckereien, die noch Nichts vom Thema Klimaneutrales Drucken gehört haben aber auch für jene, die sich bis zum heutigen Tage noch nicht dafür...
Dinofieber in der Tropenwelt
, Energie & Umwelt, Biosphäre Potsdam GmbH
Die Biosphäre Potsdam ist zur Zeit ein Paradies für Dinosaurier-Freunde. Die Ausstellung "Dinofieber! Als Saurierforscher auf Expedition" hat sich zum Publikumsmagneten...



