Samstag, 10. Dezember 2016


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Von zarten Elfen, störrischen Eseln und der schönen Lau

Der Stuttgarter Verlag Freies Geistesleben & Urachhaus GmbH: Erfolg mit kunstvoll illustrierten Kinderbüchern und kompetenten Ratgebern

(lifePR) (Stuttgart, ) Vor 85 Jahren wurde der Stuttgarter Verlag Urachhaus gegründet. Als zweitältester anthroposophischer Verlag anfangs rein christlich orientiert, weitete er sein Programm später auf die verschiedensten Lebensbereiche aus: Bilder-, Kinder-, und Jugendbücher, anspruchsvolle Belletristik, Lyrik und die erfolgreiche Reihe der "Sprechstunden" kamen hinzu. Heute ist das Kinder- und Jugendbuch der stärkste Bereich, wobei man großen Wert auf anspruchsvolle Texte und überragende Illustratoren legt. Im Jahr 1994 wurde die Partnerschaft mit dem Verlag Freies Geistesleben besiegelt.

Jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit wird sie wieder hervorgeholt oder neu gekauft: Gunhild Sehlins Geschichte von "Marias kleinem Esel". Seit nunmehr 45 Jahren finden die Abenteuer des struppigen kleinen Esels begeisterte Leser - und vor allem Zuhörer. Gespannt verfolgen sie, wie der kleine störrische Esel, mit dem in Nazareth niemand etwas anfangen kann, sich unter der Hand Marias in einen flinken und willigen Helfer verwandelt. Am Ende ist er es, der in Bethlehem eine Unterkunft findet, in der Jesus zur Welt kommen kann. "Marias kleiner Esel" erscheint dieses Jahr bereits in der 12. Auflage und beschert dem Verlag Urachhaus aus Stuttgart hohe Verkaufszahlen. Auch Merlind, die schusselige Zauberin und ihr wehleidiger Hausdrache Igor erfreuen sich einer wachsenden Fangemeinde, die die Meisterillustratorin Daniela Drescher jedes Jahr mit neuen romantischen Geschichten überrascht. Ihr Bilderbuch "Die Geschichte von der schönen Lau" nach Eduard Mörike wurde von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur im März 2009 als Bilderbuch des Monats ausgezeichnet.

Der kleine Esel, Merlind und die schöne Lau sind nur drei Akteure aus dem überaus reichhaltigen Buchprogramm beider Verlage, die nicht nur Kinder- und Jugendbücher, sondern auch anspruchsvolle Belletristik, Lyrik und Ratgeber - allen voran die 400.000 Mal verkaufte "Kindersprechstunde" - herausbringen. "Der stärkste Bereich des Programms ist das Kinder- und Jugendbuch, auf das bis zu 40 Prozent des Umsatzes entfallen", erklärt Frank Berger, Verlagsleiter bei Urachhaus. Ursprünglich lag der Schwerpunkt jedoch ganz woanders.

Metamorphosen eines "besonderen" Verlags

Am 23. Januar 1925 beurkundeten Gertrud Spörri und Emil Bock, beide Priester der von der Anthroposophie inspirierten "Christengemeinschaft", sowie der Buchhändler Ernst Scheiffele die Gründung einer Firma, die den Namen "Verlag der Christengemeinschaft GmbH" tragen sollte. So begann eine inzwischen 85 Jahre währende wechselvolle Geschichte. Markante Einschnitte waren die Umbenennung des Verlags in Urachhaus im Jahr 1926, das Verbot und die erzwungene Liquidation Ende 1942, die Neugründung im Jahr 1946 und schließlich, nach einer Periode größerer Expansion und starker Turbulenzen, die Partnerschaft mit dem Verlag Freies Geistesleben ab 1994. Zwei Verlagsleiter und 20 Mitarbeiter führen beide selbstständigen Verlage unter einem Dach; Buchhaltung, Vertrieb, Pressearbeit und Werbung teilen sich beide. "Dadurch haben wir eine sehr schlanke Struktur", sagt Frank Berger.

Seit den Anfängen hat sich vieles verändert. Als zweitältester anthroposophischer Verlag anfangs rein christlich orientiert, erweiterte Urachhaus in den 1960er und 70er Jahren das Themenspektrum und erreichte damit eine breitere Öffentlichkeit. "Als Glücksgriff erwies sich die Sichtung des Morgenstern-Nachlasses", sagt Frank Berger. "Unter dem teilweise unveröffentlichten Material befand sich auch ein Originalbrief Rilkes an Morgenstern, der den Anstoß für die erste vollständige und kommentierte Gesamtausgabe der Werke und Briefe Christian Morgensterns, die so genannte Stuttgarter Ausgabe, gab."

Bald kamen Bilder-, Kinder- und Jugendbücher hinzu, dann anspruchsvolle Belletristik, Lyrik und schließlich die erfolgreiche "Sprechstunden"-Reihe. Heute umfasst das Programm weit über 600 lieferbare Titel. Trotz aller Metamorphosen zieht sich als roter Faden durch die Verlagshistorie der Impuls, Bücher zu verlegen, die den Menschen anregen, sich selbst Gedanken zu machen. "Der Verlag versteht sich aber nicht als Missionsbetrieb", betont Berger.

"Für unsere Kinder- und Jugendbücher gelten bestimmte Kriterien, vor allem ethische"

Wie bei der Illustratorin Daniela Drescher aus Blaubeuren, die schon seit Jahren als "Hausmalerin" Kinder- und Jugendbücher mit märchenhaften Szenen und Blumen bebildert, legt der Verlag Wert darauf, gute und anspruchsvolle Künstler im Programm zu haben. "Beim Bilder-, Kinder- und Jugendbuch haben wir vor ein paar Jahren einen richtigen Akzent gesetzt: Nostalgie und Folklore, Romantik und Jugendstil kommen bei jungen wie auch bei älteren Lesern sehr gut an", sagt Frank Berger. "Unser Team ist ständig auf der Suche nach neuen Illustratoren." Denen bleibe man auch treu und betüttele sie. "Wir sind noch ein richtiger Autoren- und Illustratorenverlag."

Und so wurde Wilhelm Hauffs düster-romantische Geschichte "Das kalte Herz" von der Kinderbuchmalerin Maren Briswalter kongenial in Bilder umgesetzt. Ihre Illustrationskunst legt liebevoll die verborgenen Schönheiten der Geschichte frei. Zudem erschien von ihr die englische Weihnachtsgeschichte "Holly und Ivy" nebst dem dazugehörigen Adventskalender. Zurzeit arbeitet Maren Briswalter an der Illustration von Storms berühmter Novelle "Pole Poppenspäler".

Von großer Bedeutung für den Verlag Urachhaus sind auch Reprints von Bilder- und Kinderbuchklassikern. Die Nachfrage nach der Neuausgabe von Eleanor Frances Burnetts "Der geheime Garten" - seit 100 Jahren eines der beliebtesten Werke der Kinderliteratur - mit den neuen, prachtvollen, atmosphärischen Illustrationen von Inga Moore war im Herbst 2009 so stark, dass die Erstauflage von 4.200 Exemplaren in der Rekordzeit von zwei Monaten vergriffen war. Weitere "Renner", etwa "Wichtelkinder" und "Lasse im Blaubeerland" von Elsa Beskow stammen ebenfalls aus den Anfangsjahren des zwanzigsten Jahrhunderts. "Wir importieren außerdem viele Jugendbücher aus England, Frankreich, Spanien und den Niederlanden, denn es gibt nicht viele starke deutsche Autoren", sagt Frank Berger. Die müsse man erst langsam aufbauen. "Für unsere Kinder- und Jugendbücher gelten bestimmte Kriterien, vor allem ethische. Und wir achten sehr auf die Darstellung und die Sprache."

Konsum und Gewissen passen zusammen

Neben Kinder- und Jugendbüchern, der Belletristik - hier sind die von Christian Signol aufgezeichneten Lebenserinnerungen der französischen Schafhirtin Marie des Brebis hervorzuheben - und Ratgebern verlegen die Verlage Freies Geistesleben und Urachhaus auch die Monatszeitschrift "a tempo". Viele kennen sie, um einiges gekürzt, auch als Supplement einer Drogeriemarkt-Kundenzeitschrift. "Auf diese Weise werden die Kunden nicht nur als der Konsumenten, sondern auch auf der geistigen Ebene angesprochen", sagt Berger. "Unser Part ist die Erbauung, die Reflexion, die Hintergründe." "A tempo" erreicht mittlerweile etwa eine Million Leser. Auch die Heilpädagogik-Zeitschrift "Punkt und Kreis", die "Erziehungskunst" und die Auflagen diverser Bücher zur Waldorfpädagogik wachsen seit Jahren kontinuierlich. Frank Berger ist optimistisch: "Obwohl sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland und speziell im Buchhandel nicht gerade verbessert haben, verzeichnen wir eine leicht steigende Umsatzentwicklung, die wir durch die Stärkung der besonders erfolgreichen Programmsegmente weiter ausbauen werden."

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