Donnerstag, 08. Dezember 2016


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Gutedelforum in Auggen - alte Rebsorte mit viel Zukunft, bundesweit beliebt

(lifePR) (Auggen im Markgräflerland, ) "47 % der Gutedelweine verkaufen wir heute außerhalb Baden-Württembergs", so Michael Brand, Geschäftsführer des Weinvertriebs Weinland Baden, zu jener Rebsorte, die in Deutschland vorwiegend nur im südbadischen Markgräflerland wächst. So lautete eine überraschende Informationen des Gutedelforums, einer Diskussionsrunde, zu welcher der Winzerkeller Auggener Schäf einschlägige Fachleute (siehe Bildunterschrift) am 14.9.2012 eingeladen hatte, um den heutigen Stand sowie die interessante Entwicklung dieser Sorte zu beleuchten.

Inzwischen haben sich also Gutedelweine weit über ihre südbadische Heimat hinaus Freunde gemacht. Denn sie seien durchaus anregende "Unterhalter" für gesellige Runden ebenso wie für die Terrasse oder einfach nur zum "so" trinken. "Gutedel ist nicht auf die Essenbegleitung reduziert wie insbesondere deutlich gerbstoffhaltige Rotweine. Es ist seine Unkompliziertheit, die besticht: leichter, nicht zu hoch in der Säure, nicht zu aufdringlich in der Frucht", brachte es Andreas Philipp, Kellermeister des Winzerkellers Auggener Schäf, auf den Punkt und fuhr fort: "Die geschmackliche Erscheinung des Gutedels hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Durch rasche Verarbeitung nach der Lese und kühle Gärung erhalten wir heute frische Weine mit Citrusaromatik." Mit den einstigen eher nussigen Tischweinen, die als "Muttermilch der Markgräfler" galten, habe das kaum noch etwas zu tun. "Mit partiellem biologischen Säureabbau, wie er für Schweizer Gutedel typisch ist, erhalten wir zusätzlich ein breiteres Sortiment an Geschmacksrichtungen", so Philipp weiter.

Durchschnittlich bringe der Gutedel 70 bis 75° Öchsle, womit seine Leichtigkeit beschrieben ist. "Um höhere Öchslegrade zu erreichen, braucht er allerdings viel Zeit. Wenn das Wetter mitmacht, und die Beeren etwas eintrocknen, kann man durchaus auch hochwertige Spätlesen bis hin zur Trockenbeerenauslese mit 200° Öchsle erzielen", erklärte Winzermeister Martin Schmidt. "Schöne Kabinett- und Spätleseweine passen auch sehr gut zum Essen, insbesondere zu Salaten und hellem Fleisch", unterstrich Philipp das breite Spektrum der Sorte.

Peter Wohlfarth, Geschäftsführer des badischen Weinbauverbands: "Auch wenn die Gutedelfläche etwas abgenommen hat, ist die Diskussion, den Gutedel durch klassische Rebsorten zu ersetzen, längst verstummt." Laut Brandt bedeute der Gutedel heute sogar ein gewisses Alleinstellungsmerkmal des Markgräflerlands. Gutedel zählt zu den sehr alten Rebsorten. 5000 Jahre alte Abbildungen von Reben und Weinblättern aus dem alten Ägypten wurden eindeutig als Gutedel identifiziert. "Manche geben ihm schon eine Geschichte von 6.000 Jahren", erwähnte Dr. Volker Jörger vom Staatlichen Weinbauinstitut, Freiburg, der sich mehrfach mit der Geschichte des Gutedels befasst hatte. Gutedel wird weltweit angebaut, vielfach als Tafeltraube. Eine gute Weintradition besteht auch in der Schweiz, wo die Sorte als Chasselas bekannt ist. Überhaupt gäbe es etwa 240 synonyme Bezeichnungen, zum Beispiel "Queen Viktoria" in England. Um 1780 brachte ihn Markgraf Karl Wilhelm aus der Schweiz nach Baden.

Thomas Basler, Geschäftsführer des Winzerkellers Auggener Schäf, möchte bei diesem Potenzial den Gutedel, der dort einen Flächenanteil von rund 50 % einnimmt, und dessen Weine er zu 80 % trocken vermarktet, noch weiter bekannt machen. Dazu ist geplant, den alljährlichen Wettbewerb Gutedelcup noch internationaler auszurichten. Von der Qualität einer trockenen Auggener Spätlese, die beim letzten Gutedelcup den ersten Platz belegt hatte, konnte sich dann sowohl die Diskussionsrunde wie das Publikum überzeugen. Zum Abschluss wünschte sich das Gremium, dass es gelingen möge, auch die preisliche Wertschätzung des Gutedels zu steigern, dessen Flaschenpreis heute laut Brandt bei rund 3,00 € im Lebensmitteleinzelhandel liege, wobei außerhalb von Baden-Württemberg nahezu 80 % in 0,75 Liter Flaschen vermarktet würden.

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