Samstag, 10. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 62151

Wintershall stärkt deutsche Erdölförderung

Bis Herbst 2008 fünf neue Bohrungen / Wintershall nutzt in Emlichheim erprobte Dampffluttechnik für weltweiten Einsatz

(lifePR) (Emlichheim/Kassel, ) Wintershall investiert in die deutsche Erdölförderung:
Der größte deutsche Erdöl- und Erdgasproduzent wird allein im niedersächsischen Emlichheim bis Herbst 2008 vier Bohrungen vornehmen.

Anschließend soll das bestehende Erdölfeld Aitingen südlich von Augsburg durch eine zusätzliche Suchbohrung erweitert werden. Damit investiert die 100-prozentige BASF-Tochter weiter in die heimische Erdölförderung. "Der Anteil des verbrauchten Erdöls, der in Deutschland gefördert wird, ist zwar vergleichsweise gering - die heimische Produktion von 3,7 Millionen Tonnen deckt 3 Prozent des hiesigen Bedarfs - dennoch unterstützt jede Förderung vor der 'eigenen Haustür' die Versorgungssicherheit", erklärt Dr. Ties Tiessen, Wintershall-Vorstandsmitglied und verantwortlich für Produktion.

Am Standort Emlichheim, nahe der deutsch-niederländischen Grenze, fördert Wintershall seit mehr als 60 Jahren Erdöl. Das dortige Erdölfeld ist eine der ältesten deutschen Lagerstätten. Das bayerische Feld Aitingen südlich von Augsburg fördert derzeit rund 36.000 Tonnen Erdöl und ist damit der größte Ölförderbetrieb im Alpenvorland.

Das Fördervolumen in Emlichheim liegt derzeit bei rund 140.000 Tonnen pro Jahr. Insgesamt wird dort aus 14 sogenannten Schollen gefördert. Diese Schollen erstrecken sich unterirdisch über einen Bereich von rund vier Quadratkilometern. Mit Hilfe der neuen Bohrungen sollen bestehende Lagerstätten besser erschlossen werden. Eine Bohrung wurde bereits in diesem Jahr abgeteuft. Im Spätsommer startet Wintershall als Konzessionsinhaber zusammen mit ihrem Partner Exxon Mobil Deutschland zwei weitere Bohrungen. Daneben wird eine bestehende Förderbohrung nachträglich horizontal abgelenkt. Diese Bohrung erreicht eine Tiefe von rund 800 Metern, wobei die Ablenkung bei einer Tiefe von ungefähr 500 Metern beginnt. Insgesamt ist die Bohrung 1300 Meter lang. Bislang konnten knapp zehn Prozent des Erdöls der Scholle gefördert werden. Durch den Einsatz der Dampffluttechnik und der neu platzierten Bohrungen wird nun eine Förderquote, der sogenannte Entölungsgrad, von über 40 Prozent angestrebt.

Dem Erdöl Dampf machen

Seit 25 Jahren setzt Wintershall in Emlichheim auf die Dampffluttechnik - und hält damit das Fördervolumen von rund 140.000 Tonnen Erdöl pro Jahr kontinuierlich auf diesem hohen Niveau. Das reicht, um rund 42.000 Häuser ein Jahr lang zu beheizen. Und auch in den nächsten 20 bis 25 Jahren wird Emlichheim auf Grundlage der heutigen Berechnungen seinen Beitrag zur Versorgung Deutschlands mit Erdöl leisten.

Über das Stadium der Primärförderung, in der das Öl mehr oder weniger von alleine in die Pipelines des Förderbetriebs geflossen ist, ist man in Emlichheim längst hinaus. Auch die Sekundärförderung, in der das Erdöl durch zusätzlichen Wasserdruck besser gefördert werden kann, ist abgeschlossen. Da das Öl in Emlichheim sehr zähflüssig ist und tief und fest in den Gesteinsporen sitzt, wird nun, im Stadium der Tertiärförderung, die Dampffluttechnik eingesetzt. Dabei wird 300 Grad heißer Dampf mit rund 100 bar Druck in die Lagerstätte gepresst. Das in dem porösen Gestein festsitzende Erdöl erwärmt sich, wird dünnflüssiger und kann leichter zu Tage gefördert werden. In Emlichheim wird diese anspruchsvolle Fördertechnik von Wintershall seit nunmehr 25 Jahren erfolgreich angewendet. Eine besondere Herausforderung für die Ingenieure, Techniker und Geologen war es, die Dampffluttechnik mit dem ebenfalls produktionssteigernden Verfahren der Horizontalbohrtechnik zu kombinieren.

Innovative Techniken dieser Art gewinnen bei der Förderung von Erdöl und Erdgas mehr und mehr an Bedeutung. "Mit ihnen kann die Lebensdauer bestehender, älterer Ölfelder deutlich verlängert werden", erklärt Wintershall-Vorstand Tiessen. Im Weltdurchschnitt werden Ölfelder nur zu rund einem Drittel ausgefördert; der Rest des Öls bleibt in den Gesteinsporen sitzen. Mit der Dampffluttechnik kann der Entölungsgrad einer Lagerstätte auf bis zu 50 Prozent gesteigert werden. Daher hat nach Einschätzung von Experten der Internationalen Energie Agentur (IEA) in Paris nicht nur die Suche nach neuen Feldern, sondern künftig auch die nachhaltige Nutzung und Produktion bestehender Ressourcen hohe Bedeutung.

"Wintershall ist bereit, verstärkt in modernste Technologien zu investieren, die die Förderdauer bestehender, älterer Felder verlängert", betont der Wintershall-Vorstand.

Deutsche Förderung steigert technologische Kompetenz

Aufgrund der schwierigen geologischen Rahmenbedingungen sind die deutschen Erdöl- und Erdgasfelder nicht leicht zu erschließen. Gegenüber Standorten im Ausland ist die Produktion in Deutschland technologisch anspruchsvoller und oft nur mit erheblichem Mehraufwand und Spezialtechniken möglich. "Ein durchschnittlich höherer Rohölpreis wirkt sich daher durchaus positiv auf die Explorationsaktivitäten in Deutschland aus", sagt Tiessen. "Projekte werden wirtschaftlicher, bestehende Felder können länger gefördert werden und ein höherer Marktpreis gibt uns die Chance, hier in Deutschland mehr zu investieren - wie in den Einsatz modernster Technologie." Das Wissen, das Wintershall bei der Exploration und Produktion in Deutschland gewinnt, steigert die technische Kompetenz und fließt auch in internationale Projekte mit ein. Damit wird das Unternehmen zu einem begehrten Partner für andere Unternehmen aus der E&P-Branche (Exploration & Produktion).

In Deutschland werden jährlich mehr als drei Millionen Tonnen Erdöl (2007:3,4 Millionen Tonnen) gefördert. Das entspricht rund drei Prozent des gesamten deutschen Ölverbrauches. Ein großer Teil der Gesamtproduktion in Deutschland wird von Wintershall gefördert: Unter anderem ist das Unternehmen zusammen mit RWE Dea zu jeweils 50 Prozent am größten deutschen Erdölvorkommen Mittelplate beteiligt. Mit jährlich mehr als zwei Millionen Tonnen Erdöl stellt die Lagerstätte vor der deutschen Nordseeküste am südlichen Rand des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer knapp zwei Drittel der gesamten deutschen Produktion. Wintershall fördert in Deutschland Erdöl aus insgesamt 15 Ölfeldern - bei sieben Feldern ist das Unternehmen Betriebsführer. Auch in der Förderung von Erdgas in Deutschland ist Wintershall aktiv. Die BASF-Tochter produziert hierzulande Erdgas aus rund 40 Gasfeldern, von denen zehn Felder eigenoperiert werden. Der Jahresverbrauch von Erdgas beträgt in Deutschland rund 100 Milliarden Kubikmeter, der Anteil der Eigenförderung rund 20 Prozent.

Wintershall Holding GmbH

Wintershall mit Sitz in Kassel ist eine 100-prozentige Tochter der BASF in Ludwigshafen und seit mehr als 75 Jahren in der Suche und Förderung von Erdöl und Erdgas aktiv. Wintershall konzentriert sich bewusst auf ausgewählte Schwerpunktregionen, in denen das Unternehmen über ein hohes Maß an regionaler und technologischer Expertise verfügt. Dies sind Europa, Nordafrika, Südamerika sowie Russland und der Raum am Kaspischen Meer. Das Unternehmen ist heute der größte Erdöl- und Erdgasproduzent mit Sitz in Deutschland und mit der Tochtergesellschaft WINGAS auch ein wichtiges Erdgasversorgungsunternehmen auf dem deutschen und europäischen Markt.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

"Mit dieser Diagnose wird Politik betrieben"

, Medien & Kommunikation, Institut für Demographie, Allgemeinwohl und Familie e.V.

In vielen Medien wurde und wird Donald Trump als Narziss bezeichnet, also als kranker Mann, der sich anschicke, als mächtigster Mann der Welt...

Kein Fortschritt beim Recht auf Kriegsdienstverweigerung in Europa

, Medien & Kommunikation, Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland / Süddeutscher Verband KdöR

Zum Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember hat das Europäische Büro für Kriegsdienstverweige­rung (EBCO) seinen Jahresbericht...

Menschenrechtstag: Kirchen zur Unverfügbarkeit der menschlichen Würde

, Medien & Kommunikation, Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland / Süddeutscher Verband KdöR

Um Achtung und Schutz der Menschenwürde müsse in vielen Bereichen ständig gerungen werden, schreiben die römisch-katholische, die christkatholische...

Disclaimer