Samstag, 10. Dezember 2016


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Die aktuelle Marktstrategie der Weberbank Vermögensverwaltung

Aktien: Starke Widerstände zum Jahresende, 2010 durchwachsene Entwicklung / Renten: Stabile deutsche Staatsanleihen, Sonderfall Griechenland / Währungen: Wiedererstarkter US-Dollar

(lifePR) (Berlin, ) Wo glauben Sie, ist Ihr Geld sicherer aufgehoben? In Griechenland, wo der Euro im Jahr 2002 eingeführt wurde und welches damit fest zur Europäischen Währungsunion gehört, oder in der Türkei, die sich noch immer um eine Aufnahme in die EU bemüht? Für einen europäischen Investor war die Beantwortung dieser Frage bislang einfach. Selbstverständlich vertraute er dem Euro-Währungsland mehr. Nachdem in den letzten Tagen eine große Diskussion um die hohe Staatsverschuldung Griechenlands aufkam, notieren die dortigen Staatsanleihen nun plötzlich mit einem größeren Risikoaufschlag als vergleichbare türkische Papiere. Und selbst die großen Industrienationen sind nach ihren gigantischen Wirtschaftsbelebungsprogrammen vor Diskussionen um ihre Zahlungsfähigkeit nicht gefeit. So adressierte Moody's (eine der größten Rating-Agenturen für die Risiken festverzinslicher Papiere) eine deutliche Warnung an die USA und Großbritannien, dass ohne große politische Anstrengungen zur Eindämmung der Staatsverschuldung ein Erhalt des AAA-Ratings, welches Schuldner bester Qualität kennzeichnet, in Gefahr geraten könnte.

Haushaltsdisziplin fällt den Regierungen weltweit im Moment jedoch besonders schwer. Zu schlecht entwickeln sich die Volkswirtschaftsdaten. In den USA steigt die durchschnittliche Arbeitslosigkeitsdauer weiter an. Inzwischen sind fast 40%

der in der offiziellen Arbeitslosenquote erfassten Erwerbspersonen mehr als 27 Wochen arbeitslos. Da tröstet es wenig, dass sich die Arbeitslosenquote zuletzt um 0,2% auf 10% verbesserte. Zwar konnten sich auch die Einzelhandelsumsätze zuletzt leicht verbessern. Das alles scheint aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein zu sein. Ein vielbeachteter Index des Institute for Supply Management, der die Stimmung innerhalb des nicht-verarbeitenden Gewerbes misst, fiel zuletzt auf einen Rezessionswert zurück. Generell ist festzustellen, dass die US-Unternehmen ihre Produktionsstätten weiterhin nur mäßig auslasten.

Im Schnitt liegt diese sogenannte Kapazitätsauslastung nur bei ca. 70%. Und dementsprechend mangelt es auch weiterhin an Investitionsnachfrage, da die Unternehmen zunächst einmal ihre freien Kapazitäten auslasten müssten, bevor sie über strategische Investitionen nachdenken können. Und es ist festzustellen, dass die von der Zentralbank bereitgestellte Liquidität von den Geschäftsbanken im Moment nicht in Form von Krediten an die Unternehmen weitergereicht wird. Auch die deutsche Industrie kämpft mit kräftigem Gegenwind. So enttäuschten zuletzt gleich zwei wichtige Zahlen: Industrieproduktion und Auftragseingänge entwickelten sich deutlich schlechter als erwartet. Die schwache wirtschaftliche Lage bewog Hans-Werner Sinn (Chef des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts ifo) dann auch zu folgendem Vergleich: "Wir sind von der Klippe abgestürzt, liegen am Boden und krabbeln jetzt auf allen Vieren wieder hoch."

Was treibt die Aktienmärkte in diesem negativen Volkswirtschaftsumfeld aber voran? Gewinnrevisionen lautet ein Stichwort.

Denn die meisten Aktienanalysten heben ihre Ergebnisschätzungen für die Unternehmensgewinne im Jahr 2010 an. Wir glauben allerdings, dass die aktuellen Aktienkurse schon einen großen Teil dieser Erwartungen eingepreist haben. Außerdem halten wir die Schätzungen der Analysten für sehr ambitioniert. So wird für die Dax-Unternehmen im Schnitt ein 40%iger Gewinnanstieg für das nächste Kalenderjahr prognostiziert. Das birgt Enttäuschungspotential. Ohnehin kommen die Aktienmärkte in den USA und Europa in den letzten Wochen nicht mehr so recht voran. Immer wieder scheitern sie bei dem Versuch, die letzten Zwischenhochs zu überwinden. Wenn dieser Sprung allerdings gelingt, steht reichlich Liquidität bereit, um die Aktienmärkte noch ein wenig weiter zu tragen. Mit Blick auf das Jahr 2010 erwarten wir aber eine eher durchwachsene Kursentwicklung.

Im Vergleich zur Bewegung griechischer Staatsanleihen ist die Bewegung der deutschen Staatsanleihen schon fast als langweilig zu bezeichnen. Tatsache ist, dass sich die deutschen Staatspapiere aber auch im Vergleich zu den Anleihen der großen Industrienationen, wie zum Beispiel der USA, sehr stabil zeigen. Zwar war der jüngste Kursanstieg über wichtige Widerstände im Zusammenhang mit der Diskussion um die Schuldenstundung Dubais nur von kurzer Dauer. In Erwartung eines weiter niedrigen Leitzinsniveaus rechnen wir allerdings mit weiterem Kurspotential insbesondere im mittleren bis langen Laufzeitensegment.

Informierten Anlegern bieten sich Chancen bei kurzlaufenden griechischen Staatsanleihen, die aktuell unseres Erachtens im Verhältnis zu den eigentlichen Risiken sehr attraktive Renditeniveaus bieten.

Unsere Vermutung aus dem letzten Anlagestrategie aktuell, dass der US-Dollar auf mittlere Sicht wieder an Stärke gewinnen kann, wurde nun vorzeitig bestätigt. Der seit März bestehende Abwertungstrend des US-Dollars wurde durchbrochen und der US-Dollar im Zuge aufkeimender Zinsfantasien von den Händlern wieder teurer gehandelt. Wir halten eine Fortsetzung dieser Bewegung für wahrscheinlich. Im Gleichlauf mit einem wiedererstarkten US-Dollar verlor Gold an Wert. Aufgrund der weiter starken Nachfrage aus den Schwellenländern halten wir die Goldkorrektur aber eher für eine Einstiegschance als für das Ende des Aufwärtstrends.

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