Freitag, 24. Mai 2013


  • Pressemitteilung BoxID 335452

Die aktuelle Marktstrategie der Vermögensverwaltung

(lifePR) (Berlin, ) .
- Aktien: Spielball der europäischen Schuldenkrise
- Renten: immer mehr Geld sucht immer seltenere sichere Häfen
- Währung: US-Dollar dominiert den krisengeschwächten Euro


"Deutschland: negativ". So sieht es die Ratingagentur Moody's. Zwar tastet sie das AAA-Rating deutscher Staatsanleihen nicht an, versieht es aber mit dem Zusatz "negativer Ausblick". Das bedeutet nichts anderes, als dass sich die Ratingagentur Sorgen macht, dass Deutschland auf Dauer mit der Rettung Europas überfordert sein könnte. Die deutsche Kanzlerin dürfte sich mit diesem Schuss vor den Bug bestätigt fühlen. Denn schließlich unterstreicht die Kritik ihre Warnung, dass Deutschland nicht die Last aller Europäer tragen kann und wird. Zumal die ersten Berichte der aktuellen Troika- Kontrollmission in Griechenland wenig Gutes verheißen und schon die Forderung nach einem dritten Griechenland Hilfspaket lauter wird. Dass die Kanzlerin erneut den Bundestag um ein Hilfspaket für Griechenland bitten wird, darf für unwahrscheinlich gehalten werden. Zumindest konnte man erste Aussagen aus dem Bundeskanzleramt dahingehend interpretieren. Die Bereitschaft, Griechenland im Zweifel in die Insolvenz gehen zu lassen, scheint immer mehr zu wachsen, auch wenn das extreme Konsequenzen nach sich ziehen würde. Aber so genau können das weder Politiker noch Wirtschaftswissenschaftler vorhersagen. Zusätzlich kämpft Europa weiter gegen eine merkliche Konjunkturabkühlung an.

Während sich fast Gesamteuropa bereits in der Wirtschaftskrise befindet, muss nun auch Deutschland einen deutlichen Rückgang der Auftragseingänge aus dem In- und Ausland hinnehmen. Sie gelten als Vorlaufindikator für die Industrieproduktion. Auch das Konjunkturbarometer des ifo-Institutes ist nun zum dritten Mal in Folge gefallen und steht kurz davor, eine Rezession anzuzeigen.

In den USA zeigt sich dagegen kein so klares Konjunkturbild. Während Arbeitsmarkt und Einzelhandelsumsätze eher auf die Stimmung der Börsianer drücken, konnten zuletzt sowohl Industrieproduktion als auch Immobilienmarkt wieder bessere Zahlen liefern. Zwar sind auch die USA weit von einem Konjunkturboom entfernt, können aber weiterhin ein niedriges Wachstum aufweisen. Auch in den Schwellenländern drehen sich die Räder der Konjunktur etwas langsamer - allerdings auf weiter hohem Niveau. So stieg die chinesische Industrieproduktion im Vergleich zum Vorjahr "nur" um 9,5% und das Bruttoinlandsprodukt "nur noch" um 7,6%. Aus den Vorjahren war man hier noch zweistellige Werte gewohnt. Trotzdem liegen auch die jüngsten Zahlen immer noch auf einem Niveau, von dem Europa, die USA oder Japan nur träumen können.

Obendrein haben die Schwellenländer ihr konjunkturstimulierendes Pulver noch nicht verschossen. Anders als die entwickelten Industrienationen kämpft man hier nicht mit Überschuldung und bereits auf fast 0% gesenkten Leitzinsen.

Ein durchwachsenes Umfeld also für die Märkte. Doch was machen sie daraus? Die Rentenmärkte sind weiterhin zweigeteilt. Auf der einen Seite die Anleihen der USA und Deutschlands, die zu immer neuen Kurshöhenflügen ansetzen.

Die Suche nach "sicheren Häfen" führt zu immer kurioseren Verhaltensweisen der Marktteilnehmer. So konnte Deutschland jüngst eine zweijährige Anleihe mit negativer Nominalrendite erfolgreich am Markt platzieren. Negative Realrenditen waren schon seit einiger Zeit zu beobachten, also Anleihen, die dem Investor eine geringere Rendite zahlen, als ihm die Inflation gleichzeitig durch Kaufkraftverlust wieder wegnimmt. Doch jetzt war sogar die Nominalrendite negativ. Das heißt, dass Deutschland zwei Jahre lang Zinsen für die Aufnahme von Krediten gezahlt bekommt, anstatt dafür selbst Zinsen zahlen zu müssen. Auch die Neubewertung von Moody's wird den Trend zu immer niedrigeren deutschen Renditen kaum aufhalten können. Die Peripheriestaaten kämpfen auf der anderen Seite des Renditespektrums. So notieren inzwischen fast alle spanischen Anleihen ungeachtet ihrer Restlaufzeit mit einer Rendite über 7%. Das erinnert an die Renditen griechischer Anleihen, die zum Schluss über alle Laufzeiten hinweg nur noch die Ausfallwahrscheinlichkeit des Landes einpreisten. Hier stehen uns und den Spaniern noch schwere Zeiten bevor, da die Kapitalmärkte mit dieser Einschätzung eine Finanzierung des spanischen Staates am freien Markt unmöglich machen und damit einen neuerlichen Fall für den Rettungsschirm erzwingen können. Sofern nicht die EZB zu direkten Ankäufen spanischer Anleihen schreitet - was durchaus möglich erscheint und die Lage für einige Wochen oder Monate entspannen könnte.

Die Aktienmärkte werden in diesem Umfeld weiter hin und her geworfen. Schaut man mal auf die zugrundeliegenden Unternehmensdaten , so sehen diese gar nicht so schlecht aus. Allerdings - und das ist der nicht unwichtige Wehrmutstropfen - mussten zuletzt mehr und mehr Unternehmen rückläufige Umsätze und schwächer steigende Gewinne vermelden. Die übergeordneten Trends werden jedoch derzeit klar von der EURO-Schuldenkrise bestimmt, was auch dazu geführt hat, dass sich US-Aktien - weit weg vom Krisenherd Europa - zuletzt deutlich besser entwickelt haben. Auch der US-Dollar profitiert von dieser Entwicklung und setzt seine Stärkephase gegenüber dem Euro weiter fort.

Haftungsausschluss:

Diese Darstellung der aktuellen Marktsituation haben wir entweder selbst angestellt oder aus von uns als zuverlässig angesehenen Quellen bezogen. Trotz Anwendung größter Sorgfalt können wir für die Richtigkeit unserer Einschätzungen keine Haftung übernehmen. Diese Darstellung ist nicht als Aufforderung zum Erwerb, Verkauf oder Halten bestimmter Wertpapiere intendiert.

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