Sonntag, 26. Mai 2013


  • Pressemitteilung BoxID 325289

Die aktuelle Marktstrategie der Vermögensverwaltung

(lifePR) (Berlin, ) .
- Aktien: "Operation Twist" enttäuscht
- Renten: Bundesanleihen unter Druck
- Rohstoffe: schwache Konjunktur belastet Ölpreis


Allen Sorgen zum Trotz erleben die Kapitalmärkte seit Anfang Juni eine leichte Erholung. Diese Entwicklung wurde geschürt von Hoffungen um ein entschlossenes Vorgehen der EU-Politiker gegen die Eurokrise sowie um expansive Maßnahmen der amerikanischen Notenbank. Nach der Erleichterung über die Wahlen in Griechenland stehen aktuell diverse Treffen der EU-Politiker auf der Agenda, bevor Ende nächster Woche am zweitägigen EU-Gipfel über die Zukunft der Eurozone entschieden wird. Wie bereits bei vergangenen Gipfeltreffen stieg im Voraus die Erwartung einer schnellen Lösung der Eurokrise an, um anschließend von den tatsächlichen Beschlüssen bitter enttäuscht zu werden. Die Fronten im Hinblick auf die richtige Bekämpfung der Krise sind weiterhin verhärtet. Während sich das Trio der französischen, italienischen und spanischen Regierungsvertreter für ein deutlich aggressiveres Vorgehen von EZB und europäischem Rettungsfonds einsetzt, hält die Bundesregierung weiterhin an den geforderten Sparmaßnahmen und Strukturreformen in den Problemländern fest.

Auch die schwache Konjunktur in der Eurozone sollte in der kommenden Woche im Fokus der Politiker stehen - es wird weiter über mögliche Wachstumsimpulse diskutiert werden. Nach neuesten Einkaufsmanagerumfragen aus dem verarbeitenden Gewerbe ist dies dringend notwendig, denn diese weisen das niedrigste Niveau der letzten 36 Monate auf.

Insbesondere in der europäischen Peripherie ist der wirtschaftliche Abschwung weiterhin spürbar, wobei sich in den vergangenen Wochen auch in Deutschland eine deutliche Abschwächung bemerkbar gemacht hat. So wurden neben enttäuschenden Frühindikatoren zuletzt schwache Zahlen aus der Industrieproduktion vermeldet.

Die Kombination aus schwacher Konjunkturentwicklung und rückläufiger Inflation bietet der EZB genügend Spielraum um ihre expansive Geldpolitik fortzusetzen und löst zunehmende Spekulationen über eine mögliche Zinssenkung aus. Im Fokus des europäischen Rentenmarktes standen in dieser Woche die Staatspapiere aus Italien und Spanien. Nachdem die 10- jährige spanische Rendite mit 7,16% das höchste Niveau seit Einführung des Euros markierte, bewirkten Spekulationen über massive Staatsanleihenkäufe der europäischen Rettungsfonds eine deutliche Erholung sowohl bei spanischen als auch italienischen Staatsanleihen. Bei der gestrigen Anleiheauktion des spanischen Schatzamtes wurde diese positive Entwicklung bestätigt. So war die Auktion mehrfach überzeichnet, und es konnten 2,2 Mrd. Euro - jedoch zu hohen Renditen -

eingenommen werden. Deutsche öffentliche Anleihen stehen seit Anfang des Monats unter Verkaufsdruck. Mittlerweile häufen sich die skeptischen Stimmen über die finanziellen Auswirkungen auf die Staatskasse im Zuge einer Verschärfung der Eurokrise. Wir halten dementsprechend weiterhin an unserer Strategie fest und raten zu Investitionen in Pfandbriefe und Unternehmensanleihen fundamental starker Emittenten.

In den USA ist die Konjunkturentwicklung gedämpft. Indikatoren aus der Industrie weisen auf eine Abkühlung hin, die Konsumentenstimmung trübt sich ein und gleichzeitig verliert der Arbeitsmarkt an Dynamik. Einzig vom Immobiliensektor ist eine leichte Erholung zu vermelden. Die insbesondere im Hinblick auf den Arbeitsmarkt gedämpfte US-Wirtschaft wurde am Aktienmarkt zum Anlass genommen, auf eine dritte Runde quantitativer Lockerungsmaßnahmen ("Quantitative Easing 3") von Seiten der US-Notenbank (Fed) zu hoffen. Anders als erwartet, hat die Fed in dieser Woche keine massiven Liquiditätsmaßnahmen beschlossen, sondern wird ihr Tauschprogramm "Operation Twist" bis Jahresende verlängern.

Hierbei wird die Notenbank 267 Mrd. US-Dollar an Staatsanleihen mit einer kurzen Laufzeit in 6- bis 30-jährige Papiere tauschen. Die Verlängerung des Tauschprogramms war allerdings die minimale Forderung der Marktteilnehmer. Diese zeigten sich daher vom Endergebnis enttäuscht. Auch wenn die Fed bereits weitere Lockerungsmaßnahmen angedeutet hat, sollte sich die US-Wirtschaftsentwicklung sukzessive abschwächen. Aus fundamentaler Sicht ist insbesondere der europäische Aktienmarkt aktuell sehr attraktiv bewertet, wobei Unternehmen vermehrt pessimistische Geschäftsausblicke veröffentlichen und sich dadurch die attraktive Bewertung relativiert. Der negative Einfluss der Eurokrise macht sich somit sukzessive auf die wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen bemerkbar und unterstützt unsere weiterhin sehr defensive Haltung am Aktienmarkt.

Am Rohstoffmarkt sticht insbesondere die Entwicklung des Ölpreises hervor. Innerhalb der letzten zweieinhalb Monate verlor die Sorte Brent knapp 30% an Wert und notiert mittlerweile bei knapp 90 US-Dollar. Insbesondere die Sorgen um die globale Wirtschaftsentwicklung sowie die politische Entspannung im Iran-Konflikt haben den Ölpreis kräftig unter Druck gesetzt. Auf Basis der Grenzkosten der Ölproduktion sollte langsam der Boden bei der Preisentwicklung gefunden sein. Geht die konjunkturelle Verunsicherung am Markt hingegen weiter ist auch ein Überschiessen zu weiteren Tiefs möglich.

Haftungsausschluss:

Diese Darstellung der aktuellen Marktsituation haben wir entweder selbst angestellt oder aus von uns als zuverlässig angesehenen Quellen bezogen. Trotz Anwendung größter Sorgfalt können wir für die Richtigkeit unserer Einschätzungen keine Haftung übernehmen. Diese Darstellung ist nicht als Aufforderung zum Erwerb, Verkauf oder Halten bestimmter Wertpapiere intendiert.

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