Mittwoch, 07. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 152955

Die aktuelle Marktstrategie der Vermögensverwaltung

(lifePR) (Berlin, ) .
- Aktien: am Scheideweg
- Renten: weiter aussichtsreich
- Währungen: abnehmende Griechenlanddiskussion lässt Dollaraufwertung pausieren

"Die deutsche Konjunktur ist aus der Intensivstation in die Reha gewechselt, aber von einer kräftigen Gesundung kann noch keine Rede sein." Dieses Zitat von Wolfgang Franz, dem Präsidenten des ZEW-Instituts beschreibt die aktuelle Konjunkturlage sehr treffend. Zwar sehen wir leichte Verbesserungen bzw. Stabilisierungstendenzen, ein deutliches Wiederauferstehen der krisengeschüttelten Industrie ist hingegen noch nicht in Sicht.

Auch in den USA hat sich die Industrieproduktion zuletzt per Saldo seitwärts entwickelt. Ein genauerer Blick zeigt, dass das Auslaufen des sogenannten Cash-for-Clunkers-Programms - also dem amerikanischen Pendant zur deutschen Abwrackprämie - Spuren hinterlassen hat. Der jüngste Aufschwung im Automobilproduktionssegment scheint zu einem vorläufigen Ende gekommen zu sein, und auch die übrigen Industriesektoren können nicht mit deutlichen Wachstumsraten glänzen. Immerhin gab es aber auch keine Verschlechterung der Daten, so dass die Hoffnung auf Stabilisierung der Wirtschaft nicht unberechtigt ist. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 9,7% wobei bei der künftigen Betrachtung immer im Hinterkopf behalten werden sollte, dass die USA vor dem Mammutprojekt einer Volkszählung stehen. Hierdurch werden in den nächsten Wochen über 1,4 Mio. neue Arbeitsplätze entstehen. Allerdings wird dieses Strohfeuer schnell verpuffen, wenn die Volkszählung beendet ist. Denn im Juni bzw. Juli werden diese Jobs wieder wegfallen.

Die Konjunkturlage in Europa und speziell in Deutschland ist dem Zitat von Wolfgang Franz entsprechend als ernst aber nicht hoffnungslos einzustufen. Zwar ging das Konjunkturbarometer des ZEW-Instituts zum sehcsten Mal in Folge leicht zurück. Die Industrieaufträge in Deutschland konnten dafür positiv überraschen. Hoffnungsvoll stimmt, dass sich hier insbesondere die Aufträge aus dem Inland verbessern konnten. Nach langer Zeit gibt es auch aus Japan etwas Positives zu berichten. Neben der Tatsache, dass man sich mit einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von knapp 2,5% im Jahr 2009 an die Spitze der klassischen Industrienationen gesetzt hat, deuten die Stimmungsindikatoren im Land zuletzt einen positive Entwicklung an. Japan profitiert hier durch seine Exportausrichtung deutlich von der räumlichen Nähe zur Wachstumslokomotive China. Erschreckend ist allerdings, dass der nun verabschiedete Haushalt nicht nur ein Rekordvolumen erreicht hat - das hat Japan mit Europa und den USA gemein -, sondern dass die neuen Schulden erstmalig die jährlichen Steuereinnahmen des Landes übersteigen.

Trotz leichter Verbesserungen bleibt die Konjunkturerholung doch eher durchwachsen. Die Amerikaner haben dafür den Begriff der "Muddle Through Economy", also einer "sich durchwurschtelnden Wirtschaft", erschaffen. In diesem Umfeld sollten die Leitzinsen der Notenbanken weiter niedrig bleiben. Mit einer immer länger anhaltenden Niedrigzinsphase steigt auch der Druck auf institutionelle Investoren, wie zum Beispiel Versicherungen, ihr Kapital nun endlich anzulegen und nicht länger auf bessere Renditen zu warten. Unseres Erachtens bleiben die Rentenmärkte dadurch gut unterstützt und bieten im längeren Laufzeitensegment weiter Kurspotential. Der US-Dollar legte zuletzt mit abflauender Griechenlanddebatte eine Pause in seinem Aufwertungsdrang ein, und es muss sich nun zeigen, ob er von einer wieder stärker aufflammenden Griechenlanddiskussion weitergetragen werden kann oder ob sich der Euro wieder befestigt.

Die Aktienmärkte stehen am Scheideweg. Die Aktienkurse fast aller Märkte stehen kurz vor ihren Zwischen-Hochs aus dem Januar dieses Jahres. Der brasilianische Aktienmarkt steht gar vor seinem Allzeit-Hoch. Historisch boten solche Marken einen deutlichen Widerstand, an dem ein Abprallen und ein erneuter Rücksetzer drohte. Gleichzeitig wird das Überschreiten einer solch wichtigen Marke meist als kräftiges Kaufsignal angesehen. Warum ist das so? Hier treibt die unsichtbare Macht der Anlegerpsychologie ihr Spiel. Zunächst positionieren sich viele Investoren eher zurückhaltend, weil sie damit rechnen müssen, dass der jüngste Aufwärtstrend an der wichtigen Widerstandsmarke endet und die Börsen in eine Korrekturbewegung übergehen, innerhalb derer die Aktien noch einmal günstiger zu erwerben wären. Endet der Aufwärtsdrang der Märkte dann wider Erwarten nicht und wird die Widerstandsmarke deutlich überwunden, so kommen immer mehr der abwartenden Investoren in eine psychologisch schwierige Lage. Entweder es handelt sich um Investoren, die Geld für ihre Kunden verwalten und die nun befürchten, relativ zum Markt ins Hintertreffen zu geraten und damit ihre Kunden zu verärgern. Oder es handelt sich um Anleger, die ihr eigenes Geld anlegen und Angst bekommen, beim Aufschwung nicht mit dabei zu sein. Einen Hinweis darauf, dass es im Moment viele zurückhaltend positionierte Investoren gibt, finden wir in einer Studie der sentix GmbH, die sich der Beobachtung und Erforschung von Anlegerpsychologien verschrieben hat. Hiernach ist der Anteil unentschlossener Investoren auf ein neues Hoch geklettert. Es bleibt also spannend, und dem Investor ist deshalb zu raten, für den Fall eines weiteres Kursanstiegs zwar weiter in Aktien investiert zu bleiben, diese jedoch mit engen Stop-Loss Limiten gegen ein Abprallen am Widerstand abzusichern.

Haftungsausschluss:

Unsere Anregungen stellen Analysen der aktuellen Marktsituation und der aufgeführten Wertpapiere dar, die wir entweder selbst angestellt oder aus von uns als zuverlässig angesehenen Quellen bezogen haben. Trotz Anwendung größter Sorgfalt können wir für die Richtigkeit unserer Einschätzungen und das Eintreffen der dargestellten Prognosen keine Haftung übernehmen.

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