Donnerstag, 08. Dezember 2016


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Walsalami im Gepäck - Immer mehr Deutsche schmuggeln Walfleisch

(lifePR) (Bremerhaven/München, ) Eine zunehmende Zahl Kreuzfahrtreisender versucht, Salami aus Walfleisch nach Deutschland zu schmuggeln. Diese Angaben hat das Hauptzollamt Bremen gegenüber der internationalen Walschutzorganisation WDC bestätigt. Im Vergleich zum Jahr 2014 sei die sichergestellte Menge bereits um das Dreifache auf 4200 Gramm gestiegen. Wale sind in Deutschland und der Europäischen Union strengstens geschützt und die Einfuhr von Walprodukten in die gesamte EU ist verboten. Verstöße gegen das Einfuhrverbot werden strafrechtlich verfolgt und mindestens mit einer hohen Geldbuße geahndet.

"Die Touristen, die in Norwegen Walfleisch konsumieren oder sogar versuchen, es nach Deutschland zu bringen, sollten sich ihrer Verantwortung bewusst sein. Sie helfen durch den Kauf der Produkte, eine Industrie am Leben zu halten, die im 21. Jahrhundert keinen Platz mehr hat", so Astrid Fuchs, Programmleiterin bei WDC. "Zudem setzen sie sich einer erhöhten Gesundheitsgefahr aus. Walfleisch ist häufig stark mit diversen Umweltgiften belastet und stellt besonders für Schwangere, stillende Frauen und Kleinkinder ein gesundheitliches Risiko dar."

Erst im März dieses Jahres hatten japanische Behörden aus Norwegen importiertes Walfleisch aus dem Verkehr gezogen, nachdem bei einer Routinekontrolle eine erhöhte Pestizidbelastung nachgewiesen worden war. Das Walfleisch enthielt das Zweifache der maximal erlaubten Menge. Das Gesundheitsministerium in Tokio hatte erhöhte Werte von Aldrin, Dieldrin und Chlordan bei den Tests festgestellt, die für den Menschen eine ernste Gesundheitsgefahr darstellen können. Die norwegischen Behörden behaupteten hingegen, dass ihre eigenen Tests nur eine geringe Belastung ergeben hätten und das Fleisch zum Verzehr geeignet gewesen sei.

604 Zwergwale sind in diesem Jahr von norwegischen Walfängern getötet worden. Das Land hat in den letzten Jahren trotz sinkender Nachfrage die Fangquoten stetig erhöht. Aufgrund eines Widerspruchs gegen das internationale Walfangmoratorium und eines Vorbehalts gegen das Handelsverbot des Washingtoner Artenschutzabkommen ist der Walfang des Landes zwar legal, jedoch hochumstritten. Fang und Handel untergraben internationale Artenschutzbemühungen und können nur durch Subventionen am Leben gehalten werden. Die Waljagd ist zudem extrem grausam, die Tiere durchleiden häufig einen minutenlangen Todeskampf. Auch bestehen Zweifel an der Nachhaltigkeit der Fänge.

WDC, Whale and Dolphin Conservation gGmbH

WDC, Whale and Dolphin Conservation, ist die weltweit größte gemeinnützige Organisation, die sich ausschließlich dem Schutz von Walen und Delfinen widmet. Gegründet 1987 in Großbritannien sind wir seit 1999 mit einem Büro in Deutschland vertreten. Weitere Büros befinden sich in Argentinien, den USA und in Australien. Im Rahmen von Kampagnen, politischer Überzeugungsarbeit, Bildung, Beratung, Forschung, Rettungs- und Schutzprojekten verteidigen wir Wale und Delfine gegen die zahlreichen Gefahren, denen sie heute ausgesetzt sind. WDC-WissenschaftlerInnen arbeiten in nationalen, europäischen und internationalen Arbeitsgruppen, sind in allen relevanten internationalen Foren vertreten und haben direkten Einfluss auf maßgebliche Entscheidungen zur Zukunft von Walen und Delfinen. Wir sind AnsprechpartnerInnen für EntscheidungsträgerInnen, Medien und Öffentlichkeit. WDC ist eine als gemeinnützig anerkannte Körperschaft. Wir arbeiten politisch unabhängig und finanzieren uns über Spenden und Stiftungsmittel.

www.whales.org

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