Sonntag, 04. Dezember 2016


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Die WDCS warnt vor Zahlenspielen mit Walbeständen

(lifePR) (München, ) Gut ein Viertel der bekannten Wal- und Delfinarten sind vom Aussterben bedroht. Dies geht aus der gestern von der Weltnaturschutzorganisation IUCN veröffentlichten Roten Liste bedrohter Arten hervor. Während sich die Buckelwalbestände dank des seit 1966 in Kraft getretenen Fangverbotes leicht erholt haben, stehen besonders einige der kleineren Verwandten unmittelbar vor dem Aus.

So befürchtet die internationale Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS, dass der nur in Mexiko vorkommende Vaquita in wenigen Jahren ausgerottet sein wird. Von den rund 150 noch im Golf von Kalifornien verbleibenden mexikanischen Schweinswalen sterben jährlich geschätzt 15 Prozent in Fischereinetzen. "Der Vaquita könnte die nächste Art sein, die für immer verschwindet" warnt Nicolas Entrup, Geschäftsführer der WDCS in München. Erst 2007 wurde mit dem chinesischen Yangtze-Flussdelfin die erste Delfinart offiziell für ausgestorben erklärt.

Tatsächlich reflektiert die Rote Liste die allgemeinen Bestandszahlen und gibt kaum Auskunft über die unterschiedlichen Populationen. Die Einschätzung des Status von Arten in ganzen Ozeanen hält der Sprecher der WDCS nur für bedingt aussagekräftig. "Gilt der Gemeine Delfin im Mittelmeer als "stark gefährdet", so ist dieser in der Adria bereits gänzlich verschwunden und stirbt auch im östlichen Teil des Ionischen Meeres in den kommenden 10 Jahren aus", klagt Entrup.

Die Datenlage für den weltweit verbreiteten Schwertwal gilt als "unzureichend", doch umfasst die in der Straße von Gibraltar lebende Population z.B. nur etwa 30 Tiere und ist akut vom Aussterben bedroht.

Die WDCS drängt auf ein Umdenken im Artenschutz und fordert den Schutz von Populationen und ihren Lebensräumen

"Die neue Einstufung des Buckelwals als "kaum gefährdet" ist einerseits ein erfreuliches Zeichen, andererseits berücksichtigt diese die Gefahren des Klimawandels nur unzureichend", kritisiert Entrup. So sind mit der Erderwärmung auch Veränderungen des Nahrungsangebotes und der Anfälligkeit für Krankheiten zu befürchten. Doch während die IUCN diese Gefahr bei Eisbären berücksichtigt, fand sie bei Walen offensichtlich wenig Beachtung. Dabei sind gerade die Polarregionen, in denen sich der Klimawandel am schnellsten vollzieht, wichtige Nahrungsgebiete für eine Reihe von Großwalen.

Die positiven Effekte des Walfangverbotes könnten so plötzlich aufgezehrt werden. Hinzu kommt die Bedrohung durch Meeresverschmutzung, zunehmenden Unterwasserlärm und den wachsenden kommerziellen Schiffsverkehr. Wie groß die tatsächliche Bedrohung ist, lässt sich schwer einschätzen. Für mehr als die Hälfte der Wal- und Delfinarten liegen keine ausreichenden Daten vor.

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