Samstag, 03. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 60691

Mit dem Nachwuchs Abgeltungsteuer sparen

(lifePR) (Bonn, ) Eltern kassieren 1.602 € Zinsen pro Jahr steuerfrei, Kinder hingegen 8.501 €. Diese Rechnung geht von der Überlegung aus, dass dem jüngeren Nachwuchs mangels anderer Einkünfte neben Sparer- und Grundfreibetrag noch Werbungskosten- und Sonderausgabenpauschbetrag zur Verfügung stehen. Das gilt für 2008 und auch nach dem Jahreswechsel unter der Abgeltungsteuer mit dem neuen Sparerpauschbetrag von 801 €. Die familieninterne Depotverteilung geschieht also unter dem Aspekt, Steuerfreibeträge mehrfach zu nutzen.

Derzeit kann jeder Elternteil dem Nachwuchs bis zu 205.000 € übertragen, ohne dass Schenkungsteuer anfällt. Stammen die Gelder von Vater und Mutter und wandern an zwei Kinder, bleiben sogar 820.000 € unbehelligt. Sofern die Summe üppiger ausfällt, sollte die Familie noch ein paar Monate warten. Mit der Erbschaftsteuerreform steigt der Freibetrag pro Sprössling auf 400.000 €.

Macht die Familie jedoch handwerkliche Fehler, wird das Modell rückwirkend nicht anerkannt. Dann wird dem Finanzamt klar, dass die Gelder die elterliche Sphäre nie endgültig verlassen haben. Schon bei kleinen formalen Mängeln schlagen sich die Finanzgerichte auf die Seite des Fiskus, aktuell etwa das Finanzgericht Rheinland-Pfalz, wenn Eltern nach der Geldschenkung über die Kinderkonten wie über die eigenen verfügen (Az. 5 K 2200/05). Finanzbeamte schauen besonders bei Minderjährigen genau hin.

Bei der Geldschenkung dürfen Eltern ihre Kinder unter 18 Jahren selbst vertreten, da ein solches In-Sich-Geschäft für den Nachwuchs nur Vorteile bringt. Sie können sogar anschließend die Vollmacht für die Konten der nunmehr vermögenden Minderjährigen übernehmen. Dabei sind lediglich die allgemeinen Grundsätze einer wirtschaftlichen Vermögensverwaltung anzuwenden, gegen die Eltern mit Familiensinn sicherlich kaum verstoßen. Die Anlagegrundsätze dürfen nach dem Depotübertrag aber nicht deutlich spekulativer sein als vorher. So sollten riskante Termingeschäfte für die Kinder tabu sein. Der Handel mit Aktien oder Zertifikaten ist hingegen erlaubt, da solche Wertpapiere zur Vermögensanlage gehören.

Da die Eltern das Kapital für Minderjährige lediglich verwalten, aber nicht darüber verfügen dürfen, müssen die Wertpapiererträge ebenfalls den Sprösslingen zufließen. Über diese Erlöse dürfen Vater oder Mutter dann wieder zugunsten des Kinderdepots investieren. Konkrete Anschaffungen für das Kind sind erlaubt, beispielsweise der Kauf von Jugendzimmer oder Moped. Allerdings sollte der vom Konto abgehobene Betrag identisch mit dem Kaufpreis sein und der Erwerb ist durch Belege zu dokumentieren.

Mehr zu diesem und ähnlichen Themen finden Interessierte in dem Informationsdienst „Steuerzahler-Tip“. Dieser erscheint monatlich beim VSRW-Verlag Bonn, wo eine Probeausgabe kostenlos und unverbindlich unter 0228 95124-0 oder unter www.vsrw.de angefordert werden kann.

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