Samstag, 03. Dezember 2016


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Bundesstützpunkt zieht positive Saisonbilanz

Schuricht: "Hilfe für Schanzenerhalt dringend nötig"

(lifePR) (Klingenthal, ) Die Verantwortlichen des Bundesstützpunkt Klingenthal haben eine positive Saisonbilanz gezogen. Speziell in der Nordischen Kombination ist die Liste der Erfolge lang. Bei einem Pressegespräch in der Vogtland Arena sagte der leitende Trainer Uwe Schuricht: "Wir können auf Erfolge in beinah allen Altersbereichen blicken. Björn Kircheisen hat eine weitere olympische Medaille erreicht, die B-Kader um Ruben Welde haben starke Ergebnisse im Continentalcup erreicht und im Schülercup und Deutschlandpokal haben wir unsere Vormachtstellung bei den 13- bis 16-jährigen bestätigt."

Peter Wicht, verantwortlich für den Skilanglauf, ergänzte: "Bei den Langläufern gab es in den letzten Jahren eine Durststrecke. Die haben wir überwunden. Wir konnten zwei Athleten bei den OPA-Skispielen stellen, dazu hat Kurt Bachmann eine ganz starke Schülercup-Saison hingelegt. Mit Olympiateilnehmern können wir auf Grund der Stützpunkt-Struktur natürlich nicht aufwarten." Das Fördersystem des Deutschen Skiverbandes sieht vor, dass die Langläufer nur bis zur 10. Klasse in Klingenthal ausgebildet werden, anschließend in den Kaderkreis nach Oberwiesenthal an den Bundesstützpunkt wechseln.

Ausschließlich positives gab es aber natürlich nicht zu berichten. Uwe Schuricht: "Natürlich sind wir mit dem Ziel Olympia-Gold für Björn in die Saison gegangen, das haben wir verpasst. Leider schleppt er schon seit Januar gesundheitliche Probleme mit sich herum, ist auch jetzt noch nicht wieder bei vollem Leistungsvermögen. Das Problem bei Björn ist, dass sein Körper nicht regeneriert. Selbst jetzt, wo die Belastung gegen Null geht, spürt er noch keine echte Erholung. Die Ärzte rätseln ebenfalls. Wir hoffen, dass er das schnell wieder in den Griff bekommt." Björn Kircheisen war dabei nicht der einzige mit gesundheitlichen Problemen: "Bei Toni Englert ist es ähnlich. "Er ist seit November nie richtig gesund geworden, hat die Saison deshalb auch schon im Januar beendet und wird frühestens Ende April wieder normal belastbar sein. Sebastian Reuschel war im Sommer in extrem guter Verfassung, konnte die Form leider nicht ganz in den Weltcup mitnehmen. Seit Januar kämpft er mit Gewichtsproblemen, schafft es kaum, zuzunehmen. Deshalb fehlt ihm die Kraft beim Laufen."

Durchweg positiv fiel die Bilanz im Nachwuchsbereich aus. Schuricht: "Wir haben bei den 12- bis 16-jährigen im Deutschlandpokal und im Schülercup alle Gesamtwertungen für uns entschieden. Jonas Welde, Hans Neubert, Philipp Mauersberger, Tom Lubitz und Michael Baumgärtel waren da eine Klasse für sich. Dazu kommt mit David Welde ein weiteres Riesentalent." Herausragend im starken Team war dabei sicher Tom Lubitz. Der 15-jährige wurde zum vierten Mal in Serie Deutscher Schülermeister, triumphierte als erster Klingenthaler seid mehr als 10 Jahren bei den OPA-Spielen, wurde im Feld der 16-jährigen Dritter bei den Deutschen Jugendmeisterschaften. "Natürlich bin ich zufrieden", sagt er dementsprechend. "Ich konnte all meine Ziele und Träume für diese Saison umsetzen." Skilangläuferin Helene-Therese Hendel, Fünfte bei den OPA-Spielen, sieht das ähnlich: "Ich hatte eine gute Saison, auch wenn es natürlich manchmal etwas mehr als Platz fünf hätte sein können. Aber die Rückstände waren immer im Rahmen. Ich weiß, dass ich ganz nah dran bin", sagt die 14-jährige. Vor einem Wechsel seiner Athletin hat Trainer Peter Wicht indes keine Angst: "Biathlon ist natürlich speziell für die Langläufer eine echte Konkurrenz. Hier im Vogtland aber ist der Langlaufsport über viele Jahrzehnte gewachsen. Die Sportler kommen zu uns um Langläufer zu werden und nicht um sich auf ihre Biathlon-Zukunft vorzubereiten." Helene-Therese Hendel hat auch selbst kein Interesse an einem Wechsel: "Ich liebe meinen Sport und es gefällt mir einfach besser als Biathlon." Auch Tom Lubitz dürfte vor Abwerbungsversuchen nicht gefeit bleiben, stecken doch speziell die deutschen Spezialspringer in der Nachwuchskrise. Für den 15-jährigen ist das aber kein Thema: "Wenn mich jemand fragen würde, ob ich wechseln möchte, würde ich nein sagen. Ich will Nordische Kombination machen. Skispringen allein wäre mir zu langweilig." Uwe Schuricht freuts. Wenngleich der Trainer weiß, dass einige seiner Schützlinge ins Visier der Skispringer geraten sind: "Das ist ja auch nur logisch. Wenn man auf die Ergebnislisten schaut, sind unter den besten 20 bei den Sprungkonkurrenzen oftmals 15 Kombinierer. In unserem Fall gab es die Anfrage an Paul Hanf. Sein Problem ist, dass er zwar extrem gut fliegt, körperlich aber noch Nachteile beim Laufen, vor allem im Schnee, hat. Aber das ist eine Frage der Zeit."

Der Trainer hat eher andere Probleme im Sinn: "Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass wir im Vergleich mit anderen Stützpunkten deutlich schlechtere Bedingungen haben. Die Großschanze in der Vogtland Arena ist fantastisch, der Zustand der Vogtlandschanzen katastrophal. Wir müssen davon ausgehen, dass diese Schanzen im Frühjahr nicht mehr sprungfähig sein werden, das Holz fault weg. Aber sowohl der VSC Klingenthal als auch der Vogtlandkreis und die Landesregierung wissen um diese Probleme und arbeiten an Lösungen. Die Vogtlandschanzen werden wir vorerst irgendwie erhalten müssen. Aber auch das kostet natürlich Geld. Wir haben in den vergangenen Jahren in Eigenleistung immer wieder geflickt. Da stoßen wir jetzt an die Grenzen des Machbaren und hoffen auf Hilfe."

Dennoch sieht der Trainer seinen Stützpunkt im deutschlandweiten Vergleich gut aufgestellt: "Wir haben herausragende Talente. Derzeit gibt es keinen Stützpunkt, der annähernd solche Ergebnisse erreicht." Ein großes Lob geht dabei auch an seine Trainerkollegen: "Bernd Zimmermann, Uwe Dotzauer, Bernd Glaß und Kerst Dietel sind ein tolles Team das großartige Arbeit leistet."

Bleibt noch die Frage nach den Zielen - und den nächsten olympischen Winterspielen in Sotchi in vier Jahren. Uwe Schuricht hofft, "dass wir das halbe Nationalteam in der Kombination stellen. Dazu sind dann hoffentlich auch die Springerinnen olympisch. Und Snowboarderin Isabella Laböck ist jung genug, um Sotchi in Angriff zu nehmen." Peter Wicht bleibt verhaltener: "Realistisch betrachtet, wäre es ein großer Erfolg, wenn ein Klingenthaler Läufer in Sotchi dabei wäre." Denken die jungen Sportler auch bereits darüber nach? "Ich schaue von Saison zu Saison. Aber Olympia ist natürlich ein Ziel", sagt Helene-Therese Hendel. Bei Tom Lubitz ist der Traum schon konkreter: "Dann bin ich 19. Klar liegt man manchmal abends im Bett und denkt sich, das könnte klappen." Zunächst aber lassen es beide ein bisschen ruhiger angehen: "Jetzt sind erstmal Ferien", sagt Helene. "Da dürfen wir auch mal die Füße hochlegen. In fünf Wochen wird die Belastung dann langsam wieder gesteigert."

Für die Trainer stehen derweil noch die Saisonanalysen auf Landesebene an. Und damit verbunden die Kadereinteilung für die nächste Saison. Uwe Schuricht ist zuversichtlich: "Wir rechnen damit, dass wir zehn unserer Sportler in den verschiedenen Kaderkreisen unterbringen. Gerade mit Blick auf die Sportförderung ist das ganz wichtig.

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