Samstag, 03. Dezember 2016


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Verbraucherzentrale aktualisiert Umfrage-Ergebnisse zur Wohngebäudeversicherung bei Vermietung an Flüchtlinge

(lifePR) (Mainz, ) Die Mehrheit der Versicherer schweigt - so lautete Anfang Juli das Fazit der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz nach einer Umfrage zur Wohngebäudeversicherung beim Einzug von Flüchtlingen in Privathäuser. Sie hatte im Mai und Juni 2015 untersucht, ob Versicherer in einem solchen Fall höhere Beiträge fordern. Die Umfrage bezog sich ausdrücklich nicht auf Wohnheime für Flüchtlinge oder ähnliche Unterkünfte. Von allen deutschlandweit angeschriebenen Versicherern hatte nicht einmal die Hälfte an der Umfrage teilgenommen. Nach Veröffentlichung dieser Ergebnisse haben sich einige Versicherer bei der Verbraucherzentrale gemeldet und behaup-tet, keine Fragebögen erhalten zu haben. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V. hat sich daraufhin entschlossen, alle Nicht-Teilnehmer noch einmal anzuschreiben, um die Marktübersicht vervoll-ständigen und aktualisieren zu können.

"Nach dieser zweiten Runde stellt sich das Ergebnis positiver dar", berichtet Michael Wortberg, Versicherungsreferent der Verbraucherzentrale. "Insgesamt haben jetzt knapp drei Viertel der befragten Gesellschaften geantwortet. Im Endeffekt haben insgesamt 53 Versicherer von 73 angeschriebenen Wohngebäudeversicherern explizit erklärt, dass sie bei einer Unterbringung von Flüchtlingen in Privatwohnungen die Prämie der Wohngebäudeversicherung nicht erhöhen." Diese Gesellschaften bestätigen auch, dass ein Neuabschluss bei ihnen kein Problem ist. Viele von ihnen weisen darauf hin, dass sie bei Privathäusern nicht einmal danach fragen würden, wer dort einzieht.

"Nach ihrer anfänglichen Teilnahme-Verweigerung hat inzwischen selbst die Allianz als einer der größten deutschen Versicherer erklärt, der Abschluss einer Wohngebäudeversicherung stelle in diesem Fall kein Problem dar", zeigt sich Verbraucherschützer Wortberg erfreut. "Ärgerlich ist aber, dass ein knappes Viertel immer noch nicht geantwortet hat. Das sind immerhin noch 16 Versicherer. Drei davon, die Europa, Volkswohl Bund und WWK haben zwar auf die Email-Anfrage eine automatisierte Eingangsbestätigung, aber keine inhaltliche Antwort geschickt. Die Antworten von vier weiteren Versicherern waren nicht verwertbar.

Hauseigentümer, die selbst oder über die Kommunen Wohnungen an Flüchtlinge vermieten möchten, sollten unbedingt einen Preis-Leistungs-Vergleich durchführen. Berechnungen der Verbraucherzen-trale haben sehr große Preis-Unterschiede ergeben. So liegen die Beiträge zum Beispiel bei einem Zwei-Familien-Haus und einem Versicherungsschutz ohne besondere Spezial-Vorgaben zwischen 800 und 1.600 Euro im Jahr. Hauseigentümer, deren derzeitige Gesellschaft die Teilnahme verweigert hat, sollten zumindest nachfragen, ob sich durch die Vermietung an Flüchtlinge etwas an ihrem Vertrag ändert.

Die vollständige Untersuchung ist auf der Homepage der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V. unter www.vz-rlp.de/wgb-fluechtlinge zu finden. Dort sind auch alle Gesellschaften namentlich genannt.

Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V.

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ist eine anbieterunabhängige, über-wiegend öffentlich finanzierte, gemeinnützige Organisation. Seit mehr als 50 Jahren informiert, berät und unterstützt sie Verbraucherinnen und Verbraucher in Fragen des privaten Konsums und vertritt Verbraucherinteressen bei Unternehmen, Politik und Verbänden. Die Verbraucherzentrale hat 17 Mit-gliedsverbände und über 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Vorstand ist Ulrike von der Lühe.

Arbeitsschwerpunkte sind Verbraucherrecht, Telekommunikation und Medien, Versicherungen und Finanzdienstleistungen, Energie und Bauen, Lebensmittel und Ernährung sowie Gesundheit und Pflege. Anlaufstellen für persönliche Beratung sind sechs Beratungsstellen und sechs Stützpunkte in Rheinland-Pfalz. Ratsuchende können sich auch telefonisch oder per E-Mail beraten lassen. Im Internet ist die Verbraucherzentrale unter www.vz-rlp.de zu finden.

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