Samstag, 03. Dezember 2016


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Geschäftsgebaren von Inkassounternehmen im Visier

Verbraucherzentralen sammeln Beschwerden

(lifePR) (Frankfurt am Main, ) Bei den Verbraucherzentralen ebben die Beschwer­den zu zweifelhaften Inkassoforderungen nicht ab. Verbraucher berich­ten von Schreiben, in denen mit Zwangsvollstreckung, Schufa-Einträgen und Hausbesuchen gedroht wird. Die Verbraucherzentralen sammeln im Rahmen einer gemeinsamen Aktion die Erfahrungen und Sorgen der Ver­braucher mit Inkassounternehmen. Auch die Verbraucherzentrale Hessen klärt auf, was hinter den Mahnungen oder auch Drohungen steckt. Sie überprüft die Berechtigung der Forderungen und ist behilflich, unberechtigte Forderungen oder überzogene Kosten abzu­wehren. Nähere Informationen zur Aktion sind in den Beratungsstellen sowie im Internet unter www.verbraucher.de/inkassoumfrage erhältlich.

Inkassounternehmen sind Dienstleister, die Gläubigern dazu verhelfen, geschuldetes Geld einzutreiben. Bedauerlicherweise gibt es jedoch unter den Betreibern von Inkassounternehmen nicht nur redliche Dienstleister. Selbst wenn berechtigte Forderungen geltend gemacht werden, besteht häufig das Problem, dass diese mit zusätzlichen Phantasiegebühren künstlich in die Höhe getrieben werden. Der wirtschaftliche Schaden für die Verbraucher ist enorm. "Unseriöse Anbieter wissen, dass viele sich von Inkassobriefen einschüchtern lassen und zahlen, selbst wenn sie es nicht müssten", berichtet Peter Lassek, Referent für Verbraucherrecht bei der Verbraucherzentrale Hessen. In einer gemeinsamen Aktion sagen die Verbraucherzentralen dubiosen Inkassopraktiken den Kampf an. Bis zum 31. August 2015 erfassen sie in ihren Beratungsstellen Beschwerden und werten diese aus. Auch die Verbraucherzentrale Hessen beteiligt sich an der Aktion. Betroffene Verbraucher werden gebeten, den Beratern vor Ort ihren Fall zu schildern und die Unterlagen mitzubringen.

Bereits 2011 haben die Verbraucherzentralen Inkassounternehmen unter die Lupe genommen und schärfere gesetzliche Regelungen zum Schutz der Verbraucher gefordert. Der Gesetzgeber hat reagiert und erstmals Informations- und Darlegungspflichten für Inkassodienste erlassen. "Inkasso-Unternehmen müssen nun bereits mit der ersten Zahlungsaufforderung detaillierte Informationen wie zum Beispiel Name oder Firma des Auftraggebers und den genauen Forderungsgrund nennen", erklärt Rechtsanwalt Lassek. Doch halten sich die Anbieter an die neuen Vorgaben? Sind weiterhin nicht registrierte Unternehmen aktiv? Gibt es unseriöse Inkassodienste, die vom Ausland aus agieren? Zu Fragen wie diesen wollen die Verbraucherschützer mit der Aktion genaue Erkenntnisse gewinnen. "Bei Missständen werden wir diese ans Licht bringen und politisches Handeln einfordern", sagt Lassek.

Verbraucher können ihre Erfahrungen mit Inkasso-Unternehmen bis Ende August auch über ein Online-Formular unter www.verbraucher.de/inkassoumfrage schildern. Auf der Homepage sind zudem Informationen und Musterbriefe zu finden. Außerdem ist es möglich, die Unterlagen per Post zu senden an Verbraucherzentrale Hessen e.V., Stichwort Inkasso, Große Friedberger Straße 13-17, 60313 Frankfurt oder per E-Mail an beschwerde@verbraucher.de.

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