Montag, 16. Januar 2017


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Thema der Woche: Die Pfändungsfreigrenzen werden zum 1. Juli angehoben

Überschuldete können 30 Euro mehr pro Monat einbehalten

(lifePR) (Berlin, ) Gute Nachrichten für überschuldete Verbraucherinnen und Verbraucher: zum 1. Juli werden die Pfändungsfreigrenzen wieder angepasst, sodass nun ein größerer Teil des Guthabens vor der Pfändung geschützt ist. "Der Grundfreibetrag für das unpfändbare Einkommen für eine Person steigt um 30 Euro auf 1.079,99 Euro monatlich", erklärt Claudia Both, Leiterin der Schuldner- und Insolvenzberatung bei der Verbraucherzentrale Berlin.

Mit dem monatlichen Grundfreibetrag ist das Existenzminimum, also das Geld für Miete, Nahrungsmittel und Strom, vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt", erläutert Both. Der Betrag könne sich durch Vorlage einer Bescheinigung erhöhen, beispielsweise wenn Unterhaltspflichten für Kinder oder Ehepartner zu erfüllen sind. Berliner aus dem Bezirk Tempelhof-Schöneberg können sich eine solche Bescheinigung bei der Schuldnerberatung der Verbraucherzentrale Berlin ausstellen lassen. Weitere Informationen finden Ratsuchende unter verbraucherzentrale-berlin.de/erhoehung-der-pfaendungsfreigrenzen.

Ist der Verdienst höher als die individuelle Pfändungsfreigrenze, wird der darüber liegende Teil bis zu einer bestimmten Höhe zwischen Gläubiger und Schuldner geteilt. Schuldnerinnen und Schuldner sollen hierdurch motiviert werden, sich um ein höheres Einkommen zu bemühen. Dabei gilt: Je höher die Zahl der Unterhaltsberechtigten, desto mehr bleibt pfändungsfrei.

"Wenn Kontopfändungen drohen, sollte unbedingt ein sogenanntes Pfändungsschutzkonto einerichtet werden, denn nur auf einem derartigen Konto ist ein Freibetrag automatisch geschützt", rät Both. Pfändet ein Gläubiger aus einem "normalen", nicht geschützten Girokonto heraus, muss der Schuldner rechtzeitig aktiv werden und die gerichtliche Freigabe von unpfändbaren Eingängen beantragen.

Bei allen Fragen rund um das Pfändungsschutzkonto sowie zu Schulden und Verbraucherinsolvenz können Bürger des Bezirkes Tempelhof-Schöneberg die Schuldnerund lnsolvenzberatung bei der Verbraucherzentrale Berlin unter der Rufnummer 030/214 85 - 227 erreichen. Ein Beratungstermin kann dienstags von 9 Uhr bis 11 Uhr unter dieser Rufnummer vereinbart werden.

Anhang: Tabelle mit neuen Freibeträgen

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