Freitag, 09. Dezember 2016


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Beschwerdeforum IGeL-Ärger.de der Verbraucherzentralen auf Erfolgskurs!

Patienten können ihre negativen Erfahrungen mit ärztlichen Selbstzahlerleistungen mitteilen und Informationen einholen

(lifePR) (Berlin, ) Herbert M. hat einen Termin beim Augenarzt vereinbart, um seine Sehstärke bestimmen zu lassen. Der Arzt erklärt ihm, dazu sei vorher eine Bestimmung des Augeninnendrucks notwendig, der 25 Euro koste und von der Kasse nicht übernommen werde. Da der Patient verunsichert ist lässt er die Untersuchung durchführen. Hinterher erfährt er, dass die Druckmessung überhaupt nicht notwendig war. Er fühlt sich vom Arzt hintergangen.

"So oder so ähnlich geht es vielen Patienten", berichtet Petra Hegemann von der Verbraucherzentrale Berlin. Über 1.000 solcher und ähnlicher Beschwerden haben die Verbraucherzentralen Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Berlin auf ihrer Projektseite igel-ärger.de* gesammelt. Online können Verbraucher darüber berichten, wenn sie zu individuellen Gesundheitsleistungen, sogenannten IGeL, nicht richtig aufgeklärt wurden oder sich sogar gedrängt fühlten, diese Leistungen in Anspruch zu nehmen.

Individuelle Gesundheitsleistungen sind Untersuchungen oder Behandlungen, die nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung enthalten sind. Deshalb müssen Patientinnen und Patienten sie selbst bezahlen. Ärzte können jede ärztliche Leistung außerhalb des Leistungskatalogs als IGeL anbieten.

Um Licht in diesen "zweiten Gesundheitsmarkt" zu bringen haben die Verbraucherzentralen die Webseite igel-ärger.de ins Leben gerufen. Neben einem Beschwerdetool finden Patientinnen und Patienten dort auch rechtliche Informationen rund um IGeL "Immer mehr Patientinnen und Patienten teilen ihren Ärger mit Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) online und weisen uns auf Missstände in diesem intransparenten Gesundheitsmarkt hin", erklärt Hegemann. Die Verbraucherzentralen wollen die Beschwerden nutzen, um auf konkrete Verbesserungen für Patienten hinzuwirken.

*Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz fördert das Projekt finanziell "als zentrales Instrument zur Verbraucherinformation". Durch die Dokumentation eingehender Beschwerden sollen Missstände im Zusammenhang mit den Leistungen in den Praxen oder Krankenhäusern aufgedeckt werden.

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