Freitag, 02. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 159206

"Nicht alles, was klimapolitisch wünschenswert ist, ist auch betriebswirtschaftlich umsetzbar" - Energiefachtagung des VSWG

(lifePR) (Dresden, ) Heute fand die sächsische Energiefachtagung unter dem Motto "Nicht alles, was klimapolitisch wünschenswert ist, ist auch betriebswirtschaftlich umsetzbar" im Internationalen Congress Center Dresden statt. Mehr als 120 Teilnehmer sind der Einladung des Verbandes Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG) sowie dem vdw Sachsen Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e. V. gefolgt, die die Tagung als gemeinsame Veranstaltung durchgeführt haben.

Auf der Themenagenda stand neben der aktuellen Energie- und Klimapolitik der EU und Bundesregierung vor allem die Wirtschaftlichkeit des geforderten Klimaschutzes. Dr. Axel Viehweger, Verbandsdirektor des VSWG eröffnete die Tagung unter dem Aspekt, dass der Klimaschutz gerade für Wohnungsgenossenschaften bezahlbar sein muss.

Einen aktuellen Stand sowie Ausblick zur Energie- und Klimapolitik gab anschließend Ingrid Vogler, Referentin für Energie, Technik, Normung des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e. V. Im EU-Parlament wird Anfang Mai 2010 die EU-Gebäuderichtlinie verabschiedet. Die neue Richtlinie hat eine Novellierung der EnEV 2009 zur Folge. Hier fordert die Wohnungswirtschaft keine Verschärfung der Mindestanforderungen im Gebäudebestand, damit Sanierungen nach wie vor machbar bleiben, sowie keine neuen Nachrüst- und Nutzungspflichten. Die Modernisierung konzentriert sich zunehmend auf schwierigere Bestände, da die Potenziale für energetische Modernisierung der Gebäude in den neuen Bundesländern vorerst weitgehend ausgeschöpft sind. Hier stellt sich in Zukunft die Frage, wie Wohnen gleichzeitig ressourcenschonend, qualitätsvoll und bezahlbar sein kann.

Danach präsentierte Dr. Hartmut Schwarze, Abteilungsleiter Naturschutz, Klima, Immissions- und Strahlenschutz des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft den sächsischen Aktionsplan Klima und Energie. Ziel ist hier, die Anzahl der Sanierungsvorhaben mit Passivhauskomponenten zu erhöhen sowie einen Leitfaden zur energieeffizienten Sanierung von Baudenkmalen zu erarbeiten. In Zusammenarbeit mit der Sächsischen Energieagentur - SAENA GmbH wurde unter diesem Aspekt die Kampagne " Mach mit. Bau nachhaltig" ins Leben gerufen, um Wissen zum Gelingen eines energetischen Bauvorhabens zu vermitteln.

Die energetische Gebäudesanierung im Hinblick der Kosten, Wirtschaftlichkeit, Co2-Reduzie-rung und den Renditebetrachtungen untersuchte in einer Forschungsarbeit Prof. Dr.-Ing. Rolf Neddermann. Seine Resultate stellte er in seinem Vortrag vor und kam zu dem Ergebnis, dass viel nicht unbedingt viel hilft. Die sinnvolle Verteilung mehrerer Maßnahmen führt unter einer planungsbegleitenden Prüfung oft zu einem besseren Ergebnis. Zu einem ähnlichen Resultat kam auch Werner Bohnenschäfer, Geschäftsführer des Leipziger Instituts für Energie GmbH, der einen Vollkostenvergleich für Heizsysteme in Mehrgeschossbauten vorstellte. Die Einsparungen bei den Energiekosten müssen meist mit den Ausgaben für die Investitionen erkauft werden. Dabei sind erneuerbare Energien nicht zwangsläufig die günstigste Alternative. Zusätzlich erschweren variable Energiekosten die betriebswirtschaftliche Bewertung. Vor allem bei Bestandsgebäuden ist eine systemgerechte Anpassung von Heiz- und Wärmeverteilsystem zu prüfen.

Abschließend präsentierten Susanne Müller von der KfW Bankengruppe sowie Uwe Lehmann von der Sächsischen Aufbaubank - Förderbank die Fördermöglichkeiten und Zuschüsse für die Modernisierung und Sanierung getreu dem Motto "Sie sanieren, wir finanzieren."

Den zweiten Teil der Energiefachtagung bildeten zahlreiche Workshops am Nachmittag, die sich im regen Erfahrungsaustausch mit den Themen Senkung der Energiekosten mit effizientem Anlagenbetrieb, intelligente Smart Metering Lösungen für die Wohnungswirtschaft, Einsparungen durch kombiniertes Energie- und Speichermanagement, dem Widerspruch Zwangslüftung contra Energieeinsparung, dem wirtschaftlich sinnvollen Einsatz von Blockheizkraftwerken sowie der Wirtschaftlichkeit der energetischen Sanierungsmaßnahmen aus Sicht einer Bank befassten. Begleitend zur Tagung präsentierten sich zahlreiche Fachaussteller, die über den Tag verteilt interessante Gespräche und erste Kontaktaufnahmen an ihren Ständen hatten.

Der VSWG ist der größte deutsche Verband für Wohnungsgenossenschaften. In ihm sind 236 Wohnungsgenossenschaften organisiert. Sie bewirtschaften 287.500 Wohnungen und damit 13 Prozent des gesamten Wohnungsbestandes im Freistaat Sachsen.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

Energie- und Wassersperren im Land Bremen rückläufig

, Energie & Umwelt, ecolo - Ökologie und Kommunikation

Die Mitglieder des Runden Tisches „Energiesperren vermeiden“ freuen sich, dass ihre Arbeit erste Früchte trägt: Die Zahl der Strom-, Erdgas-...

Saubere Sonnenergie für Sachsen-Anhalt: 1-Megawatt-Solaranlage von 7C Solarparken und E.ON am Netz

, Energie & Umwelt, E.ON Energie Deutschland GmbH

Solarenergie für die Region: In Steinburg in Sachsen-Anhalt ist am 30. November eine Solaranlage mit einer Leistung von 1 Megawattpeak (MWp)...

HBCD-haltige Dämmstoffe: Handwerk freut sich über pragmatische Lösung

, Energie & Umwelt, Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald

„Endlich ist die überfällige pragmatische Lösung zur Entsorgung hochkonzentrierter HBCD-haltiger Dämmstoffe unter Dach und Fach“, freut sich...

Disclaimer