Freitag, 09. Dezember 2016


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VDA: Brüssels Kritik am Diesel zielt daneben

Diesel für Klimaschutz unverzichtbar - Stickoxidemissionen in Deutschland massiv gesenkt - Weitere Fortschritte mit RDE

(lifePR) (Berlin, ) Die EU-Kommission wirft der Bundesregierung vor, die durch die EU-Luftqualitätsrichtlinie vorgegebenen NO2-Luftgrenzwerte in 29 Gebieten im Bundesgebiet nicht einzuhalten. Hauptursache seien laut Brüssel der in den vergangenen Jahren gestiegene Anteil von Diesel-Pkw am Bestand sowie angeblich hohe Stickoxid-Emissionen im realen Straßenverkehr. Die Maßnahmen Deutschlands zur Erreichung der Grenzwerte seien unzureichend. Nach Angaben des Umwelt-Bundesamtes (UBA) wird der Stickoxid-Jahresmittelwert 2014 jedoch an 75 Prozent der 498 Messstellen eingehalten, betont der Verband der Automobilindustrie (VDA).

Fakt ist, dass Deutschland die Stickoxid-Emissionen (NOx) nach Angaben des Umwelt-Bundesamtes (UBA) von 1990 bis 2013 um 56 Prozent gesenkt hat. Beim Straßenverkehr waren es sogar über minus 70 Prozent - trotz mehr gefahrener Kilometer. Seit dem Jahr 2000 wurden die Stickoxid-Emissionen neu zugelassener Diesel-Pkw im von der EU vorgeschriebenen Messverfahren bereits um 84 Prozent reduziert. Die Wirkung ist messbar: Die Luftqualität wurde stetig verbessert und war seit Beginn der Messung noch nie so gut. Dies wird auch von der EU-Kommission anerkannt.

Die von der EU-Kommission angegebenen Überschreitungen im Zeitraum 2010 bis 2013 beziehen sich auf die extrem anspruchsvollen NO2-Grenzwerte der Europäischen Luftqualitäts-Richtlinie 2008/50/EG. Nach Untersuchungen von Bosch erzeugen Diesel-Pkw rund 10 Prozent der Stickoxidemissionen in Deutschland. Weitere Faktoren außerhalb des Straßenverkehrs sind z. B. Energiegewinnung (27 Prozent) und Haushalte (11 Prozent).

Daraus geht klar hervor, dass sich die EU-Kommission mit ihrer Kritik am Diesel-Pkw das falsche Ziel gewählt hat. Die in den Raum gestellten drei Maßnahmen - Einfahrverbote für Dieselfahrzeuge in städtische Gebiete, höhere Besteuerung des Diesel, Einführung eines schärferen Messverfahrens, das die Schadstoffemissionen des Autos nicht nur auf dem Rollenprüfstand, sondern bei Fahrten im realen Straßenverkehr protokolliert (Real Driving Emissions, RDE) - sind nicht geeignet, die Situation weiter zu verbessern: Einfahrverbote für alte Diesel-Pkw existieren bereits als Umweltzone in allen Städten, eine höhere Besteuerung des Diesel belastet den Autofahrer und schadet bei der CO2-Reduktion, und RDE wird von der europäischen Automobilindustrie bereits mit ihren technischen Experten seit nunmehr vier Jahren aktiv unterstützt. Dennoch ist es der europäischen Bürokratie nicht gelungen, einen sachgerechten, praktikablen und anwendbaren Vorschlag zu unterbreiten. Ein erster Entwurf vom Oktober 2014 fand jedenfalls bei den EU-Mitgliedsstaaten keine Mehrheit. Die Automobilindustrie arbeitet weiter eng mit den Behörden zusammen, um RDE noch im laufenden Jahr zu verabschieden.

Der moderne Euro 6-Diesel ist sauber und effizient. Deshalb ist er beim Autofahrer so beliebt. Ebenso wie der moderne Diesel beim Feinstaub keine Rolle mehr spielt, wird dies auch mit den Stickoxiden geschehen, betont der VDA. Die technischen Entwicklungen dazu sind weit vorangeschritten.

Der Diesel leistet schon heute einen enormen Beitrag zum Klimaschutz: Ohne ihn wäre die Klimawirkung des Verkehrs - bezogen auf die Pkw-Neuzulassungen und deren CO2-Emissionen - um 10 Prozent oder 13 Gramm CO2 höher. Dieselfahren ist aktiver Klima- und Umweltschutz - und spart dem Autofahrer Geld.

Um auch am letzten Viertel der Messstellen in Deutschland für saubere Luft zu sorgen, gilt es daher, zunächst den Verkehrsfluss gleichmäßiger zu gestalten ("Grüne Welle"). Die Stickoxidemissionen heutiger Fahrzeuge sind im Stop-and-Go sowie im Stau am höchsten. Ein wesentlicher Stellhebel zur Verbesserung der Luftqualität ist zudem die generelle Erneuerung des Fahrzeugbestands in Deutschland. Gerade der Austausch älterer Autos durch moderne Euro-6-Fahrzeuge bringt die größte Wirkung für die Umwelt.

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