Montag, 26. September 2016


  • Pressemitteilung BoxID 536678

Deutsche Pkw-Marken wachsen in Südkorea deutlich schneller als der Markt

Seoul Motor Show: VDA mit vielen Zulieferern auf dem Deutschen Gemeinschaftsstand / Führend bei Premium und Diesel

(lifePR) (Berlin / Seoul, ) Der Verband der Automobilindustrie (VDA) ist hier auf der Seoul Motor Show bereits zum vierten Mal mit einem offiziellen Deutschen Gemeinschaftsstand vertreten. Der gemeinsame Auftritt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstützt. Wir danken dem Ausstellungs- und Messeausschuss der Deutschen Wirtschaft (AUMA), der Messegesellschaft IMAG und der Deutschen Botschaft für die sehr gute Kooperation. Auf diesem Gemeinschaftsstand zeigen deutsche Zulieferer ihre Innovationen und ihre Leistungsfähigkeit. Zudem präsentieren die deutschen Automobilhersteller auf der Seoul Motor Show zahlreiche neue Modelle.

Unter dem Dach des VDA sind sowohl Fahrzeughersteller als auch deren Zulieferer organisiert. Rund 620 Mitglieder zählt unser Verband: Hersteller von Pkw und Nutzfahrzeugen, von Anhängern, Aufbauten und Bussen, sowie - als zahlenmäßig größte Gruppe - mehr als 500 Zulieferer.

Ich möchte zu fünf Themen Stellung nehmen:

- zum koreanischen Markt aus Sicht der deutschen Automobilindustrie,
- zur Premiumstrategie als Erfolgsfaktor der deutschen Automobilindustrie,
- zur Dieselstrategie der deutschen Hersteller hier in Korea,
- zu einer Bilanz des Handels zwischen der EU und Korea
- und zu den Zielen, die wir mit dem Deutschen Gemeinschaftsstand verfolgen.

Pkw-Markt Südkorea legte 2014 um 9 Prozent zu

Der südkoreanische Pkw-Markt legte 2014 um mehr als 9 Prozent auf gut 1,4 Mio. Neuwagen zu. In den drei Jahren zuvor hatte er sich eher seitwärts bewegt. Das fast zweistellige Wachstum 2014 wurde unterstützt durch günstige Finanzierungsbedingungen, ein niedriges Zinsniveau und die Einführung zahlreicher neuer Modelle. Das Wachstum wurde trotz des hohen Wechselkurses des Won gegenüber dem japanischen Yen erreicht. Für die deutsche Automobilindustrie ist hier in Korea natürlich die Entwicklung des Imports besonders wichtig. Die Zahl der importierten Pkw insgesamt ist 2014 um 25 Prozent auf 196.400 Einheiten gestiegen.

Deutsche Pkw dominieren bei den Importen

Der Anteil von Import-Pkw am gesamten Neuwagenmarkt Südkorea hat sich 2014 gegenüber dem Jahr 2010 verdoppelt - von 7 auf 14 Prozent. Das heißt: Jeder siebte Neuwagen, der im vergangenen Jahr in Korea verkauft wurde, war ein Importauto. Der Anstieg der Importe erfolgte seit Anfang des Jahrzehnts stetig. Diese Entwicklung ist für die deutschen Hersteller besonders erfreulich: Die deutschen Konzernmarken haben 2014 ihren Pkw-Absatz in Südkorea um 28 Prozent auf 143.300 Export-Einheiten steigern können. Schon im Jahr zuvor gab es für die Deutschen ein Plus von einem Viertel. Sie wachsen also deutlich schneller als der Markt. Drei von vier Importfahrzeugen (73 Prozent) entfallen auf deutsche Marken. Die Top 3 der Importmodelle stammen ausnahmslos von deutschen Herstellern: VW Tiguan 2.0 TDI BlueMotion; BMW 520d, Mercedes-Benz E 220 CDI.

Im Premium-Bereich klar führend

Wenn wir den Importmarkt insgesamt betrachten, zeigt sich die besondere Bedeutung des Premiumsegments: 70 Prozent der importierten Pkw sind Premiumprodukte. In diesem Bereich sind die deutschen Marken klar führend: 86 Prozent aller importierten Premium-Pkw stammen von deutschen Herstellern. Offensichtlich schätzen immer mehr Neuwagenkäufer hier in Südkorea die herausragende Qualität, das anspruchsvolle Design, die hohe Sicherheit und Effizienz sowie den Komfort deutscher Premiumautos. Korea ist für unsere Automobilindustrie ohne Zweifel ein immer wichtiger werdender Premiummarkt.

Export aus Deutschland seit 2010 verdoppelt

Mitte 2011 trat das Freihandelskommen zwischen der Europäischen Union und Südkorea in Kraft. Bereits zuvor konnten die deutschen Hersteller in Südkorea kräftig zulegen. Und seither ist der koreanische Pkw-Import deutscher Konzernmarken weiter gestiegen, allein im Jahr 2014 um 28 Prozent. Von den 143.300 Einheiten kamen aus Deutschland 83 Prozent oder 119.100 Autos, die übrigen 17 Prozent stammten aus internationalen Produktionsstandorten. Gegenüber dem Jahr 2010 - damals wurden 54.000 Neuwagen mit deutschem Markenzeichen in Korea abgesetzt - haben die deutschen Hersteller ihren Absatz um 165 Prozent steigern können. Der Export aus Deutschland allein hat sich mehr als verdoppelt - von 53.700 auf 119.100 Einheiten.

Folgende Ursachen sind hierfür maßgebend:

- Immer mehr Kunden in Korea schätzen offensichtlich die attraktiven Produkte deutscher Hersteller. Das gilt insbesondere für Premium.
- Unsere Unternehmen haben ihre Marketingaktivitäten in Korea weiter intensiviert.
- Die Diesel-Kompetenz der deutschen Automobilindustrie zahlt sich aus.
- Und natürlich wirken sich auch das niedrige Zinsniveau, das BIP-Wachstum und der Euro-Won-Wechselkurs positiv aus.

Es sind also mehrere Faktoren, die die Marktentwicklung beeinflussen. Das Freihandelsabkommen hat die zuvor schon relativ niedrigen Zölle noch einmal reduziert. Aber das allein kann den eindrucksvollen Erfolg unserer Hersteller nicht erklären. Wir freuen uns, wenn wir daraus schließen dürfen, dass die früher zu beobachtende Grundhaltung "buy Korean" bei den Bürgern offenbar nicht mehr so ausgeprägt ist. Die Chancen der Globalisierung rücken dann mehr und mehr in den Vordergrund. Denn auch Südkorea ist auf Exporte angewiesen und damit auf den Marktzugang in Drittländern. Bereits vor Inkrafttreten des FTA waren die deutschen Exporte nach Korea gestiegen. So hatte sich allein schon in 2010 der Exportwert deutscher Pkw im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt (von 658,6 Mio. auf 1,44 Mrd. Euro).

Die automobile Handelsbilanz - darin sind Pkw, Nutzfahrzeuge, Zulieferprodukte, Motoren, Anhänger und Aufbauten sowie gebrauchte Fahrzeuge enthalten - zwischen Deutschland und Korea erhöhte sich 2014 per Saldo (Exportwert minus Importwert) gegenüber dem Vorjahr um gut die Hälfte auf 4,0 Mrd. Euro. Dabei stieg der Exportwert um 37 Prozent auf 5,0 Mrd. Euro, während der Importwert um 8 Prozent auf 1,0 Mrd. Euro zurückging. Drei Viertel des Exportwertes entfallen mit 3,8 Mrd. Euro allein auf Pkw.

Wenn wir den Zeitraum 2010 bis 2014 betrachten, ergibt sich eine klare Win-win-Situation: Export- und Importwert haben sich jeweils mehr als verdoppelt (+118 Prozent bzw. +102 Prozent). Die Zahlen zeigen: Dieser wachsende Handelsaustausch ist keine Einbahnstraße, sondern bringt beiden Regionen zusätzliches Wachstum.

Auch die nichttarifären Handelshemmnisse sollen mit dem Freihandelsabkommen abgebaut werden. Allerdings gibt es dabei noch einige "Baustellen". So wendet Südkorea - übrigens nach Abschluss des Freihandelsabkommens eingeführt! - ein aufwändiges Zertifizierungssystem für Kfz-Teile an. Dabei müssen einzelne Teile, die nach Südkorea eingeführt werden, umständlich markiert werden. Also Verpackung extra öffnen, zusätzlich koreanisch markieren, und Verpackung wieder extra schließen. Leider wird das in der EU angewandte "E-Marking" noch nicht akzeptiert. Hier wünschen wir uns gemeinsam mit der EU noch eine Einigung, die für alle Handelspartner das Geschäft einfacher macht.

Bei den Exportzahlen der koreanischen Hersteller muss berücksichtigt werden, dass sie ja seit einigen Jahren lokalisieren und in den neuen EU-Ländern mit eigener Fertigung präsent sind. Diese Auslandsproduktion steigerten die Koreaner im Zeitraum 2010 bis 2014 um 49 Prozent auf 572.000 Pkw. Der europäische Markt wird also über zwei Kanäle bedient: Durch Export aus Korea einerseits, und durch in Europa produzierte Fahrzeuge andererseits.

Diesel auch in Korea auf dem Vormarsch

Ein wesentlicher Baustein der Markterfolge der deutschen Pkw-Hersteller in Korea ist unsere Clean Diesel Technologie. Der Anteil von Diesel-Pkw an allen Neuzulassungen in Korea ist von gut einem Viertel in 2012 auf über ein Drittel in 2014 gestiegen. Der Diesel wird in Korea immer beliebter. Einen besonderen Beitrag dazu haben unsere Hersteller zur Erfüllung dieser Nachfrage geleistet: Bereits im Jahr 2012 waren nahezu zwei Drittel (64 Prozent) aller deutschen Neuwagen, die in Korea verkauft wurden, mit einem Dieselmotor ausgestattet. Im Jahr 2014 erhöhte sich diese Quote weiter auf gut 79 Prozent. Das heißt: Vier von fünf Autos, die unsere Hersteller hier in Korea absetzen, sind effiziente und verbrauchsgünstige Diesel-Pkw.

Steigender Exportwert auch bei Zulieferern

Auch für die Zulieferunternehmen entwickelt sich der deutsch-koreanische Handel sehr erfreulich. Zwischen 2010 und 2014 wuchs der Exportwert der Zulieferer aus Deutschland um 19 Prozent auf 884 Mio. Euro, gleichzeitig hat der Importwert von koreanischen Zulieferteilen nach Deutschland um zwei Drittel auf 343 Mio. Euro zugenommen.

Die Kunden der deutschen Zulieferindustrie sind die Automobilhersteller weltweit. Es besteht der ausgesprochene Wunsch unserer Zulieferfirmen, den Kontakt und das Geschäft mit koreanischen Herstellern zu vertiefen und auszubauen. Umgekehrt stellen wir uns natürlich auch dem Wettbewerb, dass sich Zulieferer aus Korea ebenfalls nicht auf die heimischen Hersteller allein beschränken wollen. Insgesamt sehen wir die klare Chance, den Handel und die Zusammenarbeit zwischen Südkorea und der EU weiter zu intensivieren. Je mehr Freihandel, desto besser für unsere beiden Länder. Und deshalb sind wir ja auch hier in Seoul vor Ort auf dieser wichtigen Messe.

Deutscher Gemeinschaftsstand als "Türöffner" für mittelständische Zulieferer

Sowohl die deutsche als auch die koreanische Automobilindustrie ist weltweit gut aufgestellt. Beide stehen im globalen Wettbewerb und können die Chancen nutzen, die der weiter wachsende Automobilmarkt bietet. Wir erwarten, dass der Pkw-Weltmarkt im Gesamtjahr 2015 um 2 Prozent auf 77,4 Mio. Einheiten zulegen wird. Gegenüber dem Jahr 2010 (61,7 Mio.) ist das ein Zuwachs um ein Viertel.

In Korea wurden 2014 gut 4,1 Mio. Pkw produziert. In der EU fertigten die koreanischen Hersteller 572.000 Einheiten, im Nafta-Raum 764.000 Neuwagen. Ein Großteil der Wertschöpfung erfolgt durch Zulieferer.

Mit dem Deutschen Gemeinschaftstand wollen wir einen Beitrag als "Türöffner" gerade auch für mittelständische Lieferanten leisten. Dieser Deutsche Gemeinschaftsstand soll zeigen, dass die koreanische Automobilindustrie in deutschen Zulieferern äußerst kompetente und innovative Entwicklungspartner findet, die für Qualität, Werthaltigkeit und pfiffige neue Ideen stehen. Bitte wenden Sie sich an uns, wenn Sie Fragen zur deutschen Automobilindustrie haben oder einen bestimmten Zulieferer suchen. Der VDA steht Ihnen hier vor Ort zur Verfügung. Zudem können Sie weitere Informationen zum Gemeinschaftsstand auch nach der Messe im Internet einsehen: http://www.seoul-motorshow.german-pavilion.com/content/en/home/home.php.

Ich wünsche Ihnen allen eine erfolgreiche Messe! Und ich lade Sie ein zum Wiedersehen auf der 66. Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) Pkw, die vom 17. bis 27. September 2015 in Frankfurt am Main stattfindet. Sie steht dieses Jahr unter dem Motto: "Mobilität verbindet".

Folgende Firmen zeigen ihre Produkte und Innovationen auf dem Deutschen Gemeinschaftsstand: ACT Aerosol Chemie Technik GmbH; Dörken MKS Systeme GmbH & Co. KG; Dursol-Fabrik Otto Durst GmbH & Co. KG; Diehl Metall Stiftung & Co. KG; Huf Hülsbeck & Fürst GmbH & Co. KG; iwis motorsysteme GmbH & Co. KG; Kapolnek GmbH Schall- und Schwingungstechnik; Scherdel GmbH; Webasto Thermo & Comfort SE; Wuerth Korea Co., Ltd.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

Barthle: Freie Fahrt auf der Ortsumgehung Süßen

, Mobile & Verkehr, Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Norbert Barthle MdB, hat heute gemeinsam mit...

Dobrindt: Wir bereiten den Weg für das automatisierte Fahren

, Mobile & Verkehr, Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

Bundesminister Alexander Dobrindt hat beim G7-Verkehrsministertref­fen in Karuizawa/Japan seinen Gesetzentwurf zum automatisierten und vernetzten...

Erstauflage der Asia Arena ein voller Erfolg

, Mobile & Verkehr, Motorsport Arena Oschersleben GmbH

In der Motorsport Arena Oschersleben fand vom 23. bis 25. September die erste Asia Arena statt. Bei dem Fahrzeugtreffen ging es nicht nur um...

Disclaimer