Samstag, 03. Dezember 2016


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Neue Sprechstunde für Schlaganfallrehabilitation am UKL

Experten beraten Betroffene zu individuellen Reha-Möglichkeiten auch lange Zeit nach dem Schlaganfall

(lifePR) (Leipzig, ) Bei zwei Dritteln aller Schlaganfallpatienten kommt es nach dem Hirninfarkt zu dauerhaften neurologischen Einschränkungen wie Sprachstörungen, Lähmungserscheinungen, Defiziten in der Bewegungskoordination, Schmerzen und Depressionen. Um mögliche Ansätze für weitere Therapiemaßnahmen nach dem Schlaganfall auszuloten, gibt es am UKL eine neue Sprechstunde für Schlaganfallrehabilitation. Sie ist Anlaufpunkt für alle Patienten, die bereits die herkömmlichen Reha-Maßnahmen durchlaufen haben und eine Einschätzung und Beratung bezüglich der Konsequenzen des Schlaganfalls und weiterer Behandlungsmöglichkeiten suchen.

"Mit etwa 270.000 Fällen im Jahr ist der Schlaganfall eine der häufigsten Erkrankungen in Deutschland. Hochrechnungen zufolge sind in Leipzig und Umgebung etwa 8000 Menschen betroffen", erklärt der Neurologe Dr. Bernhard Sehm, einer der Ansprechpartner in der neuen Sprechstunde für Schlaganfallrehabilitation in der Tagesklinik für Kognitive Neurologie am UKL. Patienten mit Schlaganfall werden im besten Fall zunächst auf einer Spezial-Schlaganfallstation (Stroke-Unit), wie in der Klinik für Neurologie am UKL akutversorgt. Nach dieser intensivmedizinischen Phase schließt sich in der Regel eine mehrwöchige stationäre Reha-Phase in einer neurologischen Rehabilitationsklinik an, in der defizitäre Funktionen wieder neu erlernt bzw. verbessert werden sollen. "Für die Phase nach der stationären Rehabilitation, das sogenannte chronische Stadium, fehlt es jedoch oft an einer individuellen neurologischen Beratung hinsichtlich der Folgen des Schlaganfalls und weiterer möglicher Behandlungsmaßnahmen", so Dr. Sehm.

Diese Lücke schließt jetzt die neu eingerichtete Sprechstunde zur Rehabilitation nach dem Schlaganfall, die sich besonders auf die motorischen und sprachlichen Defizite konzentriert. "Kommt ein Patient - egal ob kurze oder lange Zeit nach einem Schlaganfall - zu uns, nehmen wir zunächst die komplette Krankengeschichte auf und führen eine neurologische Untersuchung durch", erklärt Dr. Sehm. "Resultierend aus den Befunden werden eventuell noch weitergehende Untersuchungen veranlasst, die bildgebende Verfahren, kognitive Test sowie eine robotergestützte Untersuchung motorischer Funktionen umfassen. Mit den Ergebnissen nehmen wir eine Prognoseabschätzung vor und informieren die Patienten über weitere Therapiemöglichkeiten." Dazu gehören sowohl die an der Tagesklinik für Kognitive Neurologie am UKL etablierte Verfahren als auch ganz neue Rehabilitationsansätze, wie beispielsweise nicht-invasive Hirnstimulationsverfahren, die an der Tagesklinik in enger Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Kognitions-und Neurowissenschaften in Leipzig erforscht werden.

Das Team der Sprechstunde bestehend aus vier Ärzten berät auch Patienten, die einen positiven Heilungsverlauf hinter sich haben und eine Bestandsaufnahme ihres Rehabilitationszustands wünschen.

Universitätsklinikum Leipzig AöR

Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) blickt gemeinsam mit der Medizinischen Fakultät als zweitältester deutscher Universitätsmedizin auf eine reiche Tradition zurück. Heute verfügt das Klinikum mit 1450 Betten über eine der modernsten baulichen und technischen Infrastrukturen in Europa. Zusammen mit der Medizinischen Fakultät ist es mit über 6000 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber der Stadt Leipzig und der Region. Jährlich werden hier über 350.000 stationäre und ambulante Patienten auf höchstem medizinischen Niveau behandelt. Diese profitieren von der innovativen Forschungskraft der Wissenschaftler, indem hier neueste Erkenntnisse aus der Medizinforschung schnell und gesichert in die medizinische Praxis überführt werden.

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