Mittwoch, 22. Mai 2013


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Nachmittags Vokabeln lernen, abends Klavier üben!

Freiburger Forscher zeigen, dass der Zeitpunkt des Lernens vorm Schlafengehen die Gedächtnisbildung bei Jugendlichen beeinflusst

(lifePR) (Freiburg, ) Frühere Studien haben gezeigt, dass Schlaf nach Lernen die Festigung neuer Gedächtnisspuren begünstigt. Die Frage nach dem besten Zeitpunkt fürs Lernen vorm Nachtschlaf blieb dabei jedoch weitgehend ungeklärt.


Freiburger Forscher legen nun in der internationalen Fachzeitschrift PloS ONE Daten vor, die zum ersten Mal den Einfluss des Lernzeitpunkts auf die Gedächtnisbildung bei Jugendlichen direkt zeigen. Dazu stellte die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Ulrich Voderholzer, bis 2010 Leitender und Geschäftsführender Oberarzt der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Freiburg, PD Dr. Christoph Nissen und Dipl. Psych. Johannes Holz 50 Jugendlichen im Alter zwischen 16 und 17 Jahren verbale und motorische Gedächtnisaufgaben wie Wortpaar-Lernen und Finger-Tapping.

Die Forscher konnten zeigen, dass es beim Lernen tatsächlich auf den richtigen Zeitpunkt ankommt. Wörter blieben, wenn diese am Nachmittag gelernt wurden, besser im Gedächtnis haften, als wenn der Lernzeitpunkt direkt vor dem Schlafengehen lag. Anders verhielt es sich bei motorischen Lernaufgaben: Hier war die Leistungssteigerung am Folgetag größer, wenn abends direkt vor dem Schlafengehen trainiert wurde. Dieser Vorteil zeigte sich sogar noch bei einer erneuten Testung eine Woche später.

Es gibt Hinweise darauf, dass der positive Einfluss von Schlaf auf das Gedächtnis durch ein Zusammenspiel schlafspezifischer Prozesse im Gehirn zustande kommt, die einerseits relevante Gedächtnisspuren aktiv stärken und gleichzeitig irrelevante Gedächtnisspuren abschwächen. Wie genau diese Prozesse mit dem zeitlichen Verlauf von Lernen, Schlaf und Gedächtnisbildung in Zusammenhang stehen, muss in weiteren Untersuchungen geklärt werden. Die aktuellen Ergebnisse legen Jugendlichen aber nahe, verbale Gedächtnisinhalte, wie Vokabeln, am Nachmittag zu lernen und motorische Aufgaben, wie Klavierspielen, abends zu trainieren.

http://dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0040963

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