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Ausgezeichnete Forschung zu Lungenerkrankungen
Doktorand des Klinikums in Homburg beim Kongress zu Infektionskrankheiten geehrt
Obwohl Lungenerkrankungen zu den weltweit häufigsten Todesursachen gehören, sind viele dieser Erkrankungen noch nicht ausreichend erforscht. Frederik Seiler ist Mitglied einer Arbeitsgruppe an der Klinik für Innere Medizin V - Pneumologie, Allergologie, Beatmungs- und Umweltmedizin am UKS in Homburg. Dort widmen sich insgesamt vier Forschungsgruppen unter anderem dieser Grundlagenforschung. Medizin-Doktorand Seiler forscht in der Arbeitsgruppe von Klinikdirektor Prof. Robert Bals und Dr. Christoph Beißwenger; Ziel der Forscher ist es, die Funktionsmechanismen der Atemwege zu verstehen und sowohl die Abläufe bei gesunden als auch bei kranken Menschen erklären zu können. Diese Grundlagenforschung geht eng einher mit der Entwicklung innovativer Therapieverfahren.
Im Rahmen des KIT 2012 trafen sich Teilnehmer sämtlicher Fachrichtungen zum interdisziplinären Austausch im Bereich der klinischen Infektiologie, die als Querschnittsfach die Basis des Kongresses darstellt. Für Seiler und seine Kollegen sind bakterielle Infektionen von großem Forschungsinteresse, da diese zu den wichtigsten Auslösern von akuten Lungenentzündungen gehören und chronische Lungenentzündungen weiter verschlechtern. Gerade bei den Chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD) und der Cystischen Fibrose ist die angeborene Abwehr der Atemorgane gegenüber Bakterien gestört. So kommt es bei beiden chronischen Krankheitsbildern vermehrt zu Infektionen, die den Krankheitsverlauf weiter verschlechtern. Wie das gesunde Immunsystem der Lunge die Bakterien abwehrt und wie die Erkrankung diese Mechanismen beeinflusst, sind dabei zentrale Fragen der Arbeitsgruppe.
In seiner Forschungsarbeit fand Seiler heraus, dass eine bestimmte Proteinfamilie die Immunität der Zellen beeinflusst, mit denen die Atemwege ausgekleidet sind. Er konnte zeigen, dass diese Proteinfamilie aktiviert wird, wenn sie mit Bakterien in Kontakt kommt. Der Abwehrmechanismus der Zellen wird durch diese Aktivierung schließlich in Gang gesetzt. Die Aufklärung dieses Mechanismus eröffnet neue Perspektiven zur weiteren Erforschung der COPD-Erkrankungen und der Cystischen Fibrose. Zudem ist ein tieferes Verständnis der Krankheitsentstehung die Grundvoraussetzung für die Entwicklung neuer und innovativer Therapiestrategien.
Verliehen wurde der Preis durch die beiden Kongresspräsidenten Prof. Bernd Salzberger (Universitätsklinikum Regensburg) und Prof. Jan van Lunzen (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf). Kongressveranstalter waren die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie, die Deutsche AIDS-Gesellschaft, die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit sowie die Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie.
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