Samstag, 10. Dezember 2016


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Bildung für alle Kinder

Zum ersten Mal in Deutschland: Fachdidaktische Tagung zum Thema Inklusion

(lifePR) (Oldenburg, ) Alle Kinder sollen gleichermaßen in Bildungseinrichtung einbezogen werden, egal aus welchen sozialen, ethnischen, religiösen, kulturellen oder regionalen Herkunftsgruppen sie stammen. Und welche Fähigkeiten oder Beeinträchtigungen sie besitzen. Das sind die Ansatzpunkte, die das pädagogische Prinzip der Inklusion verfolgt. "Gerade mit Blick auf das deutsche Schulsystem und dessen Unterrichtsformen gibt es noch viel zu tun, um die Inklusion aller Kinder zu gewährleisten", erklärte die Oldenburger Pädagogin Prof. Dr. Astrid Kaiser im Rückblick auf die 19. Bundesfachtagung der Gesellschaft für Didaktik des Sachunterrichts e.V. (GDSU), die unter dem Motto "Bildung für alle Kinder im Sachunterricht - Auf dem Weg zur Inklusion" an der Universität Oldenburg stattfand. Fast 300 TeilnehmerInnen beschäftigten sich zum ersten Mal in Deutschland im Rahmen einer Fachdidaktischen Tagung mit dem Thema der Inklusion. Dort stellten unter anderem Prof. Dr. Andreas Hinz, Hochschullehrer für Allgemeine Rehabilitations- und Integrationspädagogik an der Universität Halle-Wittenberg, und Prof. Dr. Gordon Porter, Direktor der Kanadischen Initiative für Inklusive Schulpädagogik, produktive und konzeptionelle Weiterentwicklungen zur Inklusion im Bereich des Sachunterrichts vor. Im Mittelpunkt stand dabei, wie Bildungsangebote für alle Kinder gestaltet werden können und welche Anforderungen sich dadurch für die Lehrerbildung und die didaktische Forschung ergeben.

"Die Gewährleistung von Bildung für alle Kinder ist eine wichtige gesellschaftliche Anforderung einer sich dynamisch entwickelnden Wissensgesellschaft", so Kaiser, die die Tagung leitete. Die Vereinten Nationen verabschiedeten im Jahr 2006 das "Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderung", die klare internationale Normen auch zur Umsetzung von inklusiven Bildungssystemen beinhalten. Dort wird die Heterogenität der Lerngruppen grundsätzlich unterstützt und nicht wie bei einem Integrativen pädagogischen Ansatz herbeigeführt, indem SchülerInnen nach bestimmten Kriterien eingeordnet werden. Das Prinzip der Inklusion ist in Schulen in Skandinavien und England schon weit verbreitet. In Deutschland habe sich lediglich nach langer Debatte der gemeinsame Unterricht von Jungen und Mädchen durchgesetzt, so Kaiser. Dies sei jedoch erst der Anfang der Inklusion. Allerdings könne diese nicht ohne die entsprechenden didaktisch-methodischen Konzepte stattfinden. Und diese seien noch unausgereift. So zeigten zum Beispiel Prof. Dr. Astrid Kaiser und Stine Albers im Rahmen einer Analyse aktueller Sachunterrichtslehrbücher auf, dass diese den inklusiven Ansatz nicht erfüllen, da die Lernaufgaben der Heterogenität der Kinder nicht gerecht werden.

Die Tagung habe verdeutlicht, so Kaiser, dass das Pädagogische Prinzip der Inklusion im Bereich der Fachdidaktik Sachunterricht noch am Beginn stehe. Allerdings habe sie den Grundstein für eine Diskussion gelegt, wie inklusive Bildungsstandards zukünftig in den Sachunterricht integriert werden können und welche Anforderungen sich dadurch an die Sachunterrichtsforschung stellen.

Infos: http://www.gdsu.de/wb/pages/posts/jahrestagung-201061.php

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