Sonntag, 04. Dezember 2016


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Zeitreise zu Leipziger Musiktraditionen

(lifePR) (Leipzig, ) Ein imposanter, neuer Sammelband belegt: Die Matrikel der Alma mater Lipsiensis ist reich an späteren Komponisten, Berufsmusikern oder Instrumentenbauern. "Ohne sie wäre es um die Musiklandschaft in Leipzig wesentlich ärmer bestellt", ist Prof. Eszter Fontana, Herausgeberin des Buches, überzeugt. Die lesenswerten Studien zur 600-jährigen Musikgeschichte führten rund 30 Autoren durch.

Die Universität birgt eine unvergleichlich vielfältige Musikgeschichte. "Seit dem frühen Mittelalter ist sie mit der Idee der Universität aufs engste verbunden gewesen und leistete einen wichtigen Anteil am musikalischen Leben Leipzigs", erklärt Fontana, Direktorin des GRASSI Museums für Musikinstrumente der Universität Leipzig. Es entstand eine Fülle von Werken zahlreicher Komponisten, darunter einige der größten überhaupt. Beiträge und Impulse von Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy oder Georg Phillip Telemann strahlten in alle Welt. Der vorliegende Band als ein "multiperspektivischer Blick auf die verschiedenen musik- und sozialgeschichtlichen Phänomene auf einer teilweise völlig neu erarbeiteten Daten- und Faktenbasis", dokumentiert diesen Reichtum.

Die reich illustrierte Aufsatzsammlung stellt ein über 500-seitiges Nachschlagewerk nicht nur für ein Fachpublikum dar. Sie ist auch an alle adressiert, die sich für die Stadt Leipzig, ihre Universität und ihr Musikleben interessieren. "Die vielfältigen Musiktraditionen an und im Umfeld der Universität sind neu untersucht und insbesondere mit den Ereignissen des 19. und 20. Jahrhunderts ergänzt worden", erläutert Fontana. Dabei arbeitete das Leipziger Institut für Musikwissenschaft mit namhaften Wissenschaftlern der Universität, des Bach-Archivs, des Gewandhauses und des Thomanerchors ebenso zusammen wie mit Fachleuten anderer Sachgebiete. Auch Studenten leisteten hochwertige Beiträge mit bislang nicht publizierten Erkenntnissen.

Der Anhang bietet Verzeichnisse, die sowohl als Nachschlageteil als auch als Anstoß für weitere Forschungen verstanden werden können. Dazu gehört etwa eine Neubearbeitung der mitunter widersprüchlich behandelten Frage der Leipziger Universitätsmusikdirektoren. In dem biografischen Lexikon, das vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart reicht, sind ebenso sämtliche Kantoren und Organisten, die an der Universität beschäftigt waren und sind, aufgeführt.

Schon vor einem Jahrhundert beschäftigten sich Rudolf Wustmann und Arnold Schering mit der urbanen Musikkultur Leipzigs. Zwischen 1909 und 1941 erschienen hierzu drei Bände. Der erste war der 500-jährigen "ehrwürdigen Alma mater Lipsiensis" gewidmet. Das Thema nun dort weiter zu schreiben, wo Wustmann und Schering aufhörten, war wesentlich, um ein Stück lokaler Musikgeschichte zu erhalten. "In der weltoffenen Messestadt gab es ein einzigartiges Zusammenwirken zwischen Thomasschule, Universität, Kirchenmusik und Stadtpfeiferei, das die Stadt zu einem bedeutenden Musikzentrum erhob", sagt Prof. Fontana, die seit 1995 das größte deutsche Musikinstrumentenmuseum leitet. Wo die Forschungsergebnisse es geboten hätten, sei schon Geschriebenes aktualisiert und neu bewertet worden.

Im Fokus stehen neben Komponisten und Wirkungsstätten, Handschriften, Festmusiken und Instrumentenbauern auch die Studenten selbst - ihre Kneipen und Verbindungen und das, was das Collegium Instrumentale und Vocale auszeichnete. "Das Musizieren und das Musikhören gehörten nicht nur zum alltäglichen Zeitvertreib, sondern auch zur umfassenden Bildung", weiß Fontana. In den Aufsätzen finden sich auch Blicke auf die engen Beziehungen zwischen Universität, Gewandhausorchester und Thomanern. Ebenso werden die Entwicklung der Musikpädagogik, die Aufführungen Alter und Neuer Musik oder die Tradition des Universitätschors erhellt. Durch den Fakten- und Facettenreichtum der wissenschaftlichen Beiträge ist es nicht zuletzt gelungen, das Spektrum der Musikgeschichte aus bislang unbekannten Blickwinkeln zu beleuchten.

Zu den wichtigsten Unterstützern des Buches gehörten Freunde und Förderer der Universität Leipzig, der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und zahlreiche fördernde Subskribenten.

Eszter Fontana (Hrsg.): 600 Jahre Musik an der Universität Leipzig. 512 Seiten, 158 meist farbige Abbildungen, 39,80 EUR. Wettin: Verlag Janos Stekovics 2010.

Aktuelle Ausstellung:

Sonderausstellung zum 600-jährigen Jubiläum der Universitätsmusik in Leipzig im GRASSI Museum für Musikinstrumente der Universität Leipzig
"Studiosi, Magistri und die Musik. Musikalische Geschichten. 600 Jahre Universität Leipzig"
noch bis 31. Mai 2010, Dienstag bis Sonntag 10-18 Uhr, www.grassimuseum.de

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