Freitag, 09. Dezember 2016


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Militär nützt dem Artenschutz

Lebenserwartung der Kammmolche auf der Schmittenhöhe durch militäri-sche Nutzung allerdings reduziert

(lifePR) (Mainz, ) Wer hätte das gedacht: Militärische Flächennutzung kann dem Artenschutz durchaus förderlich sein. Zu diesem Ergebnis kommen Patricia Böhm und Franziska Schmidt, beide Absolventinnen des Lehramtsstudiengangs für Realschule an der Universität Koblenz-Landau, in ihrer nun ausgezeichneten Staatsexamensarbeit. Die bedrohten Kammmolche, die auf der Schmittenhöhe leben, können dies jedenfalls nur, da das Gelände der Bundeswehr gehörte und der zentrale Tümpel auf dem Gelände guten Lebensraum für die Amphibien bot. Die militärische Nutzung war also Voraussetzung dafür, dass sich die gefährdete Population im Tümpel überhaupt erhalten konnte. Allerdings hatten die Amphibien durch die militärische Nutzung ihres Lebensraums eine geringere Lebenserwartung von maximal 10 gegenüber sonst 14 Jahren. Nachdem der Übungsbetrieb aufgegeben wurde, verlandete der zentrale Tümpel, dadurch ging der Molchbestand von etwa 120 Tieren auf 50 zurück.

Um den Tieren wieder bessere Lebensbedingungen zu verschaffen, wurde der Tümpel im Herbst 2008, vor der Übernahme des Platzmanagements durch Naturschutzbund Rheinland-Pfalz, mit einem Bergepanzer von Bewuchs befreit und ausgehoben. Seit diesem Jahr setzt der Naturschutzbund ein Beweidungskonzept durch Pferde und Rinder um, zu dem auch der Schutz des Tümpels gehört. Und diese Maßnahme kommt den Molchen zu gute - der Bestand konnte sich im unbeeinflussten Gelände sehr gut erholen.

Die beiden Absolventinnen erhielten für ihre herausragenden Arbeiten "Die Kammmolche (Triturus cristatus) aus dem Zentraltümpel auf der Schmittenhöhe. Die Populationsdynamik und Demographie von 2001-2007" und "Demographie einer Kammmolchpopulation in einem anthropogen stark gestörten Tümpel auf der Schmittenhöhe (2007)" am 27. November 2009 den Absolventenpreis des fachbereichs Mathematik/Naturwissenschaften der Universität in Koblenz. Ihre Untersuchungen sind durch das rheinland-pfälzische Umweltministerium im Rahmen eines Arten- und Biotopschutzstipendiums gefördert worden.

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