Freitag, 20. Januar 2017


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Physikprofessor der Universität Hamburg bei europäischer Exzellenzinitiative erfolgreich

(lifePR) (Hamburg, ) Prof. Dr. Roland Wiesendanger, Leiter des Instituts für Angewandte Physik, erhält vom Europäischen Forschungsrat ERC (European Research Council) über 2 Millionen Euro für seine Forschungsarbeiten zum Magnetismus auf atomarer und molekularer Ebene. Mit seinem Antrag "FURORE: FUndamental studies and innovative appROaches of REsearch on magnetism" konnte er sich in einem europaweiten Wettbewerb erfolgreich durchsetzen. Die Mittel kommen aus dem ERC-Förderprogramm "Advanced Grant" für den Forschungsbereich Naturwissenschaft und Technik.

Mit dem Förderprogramm werden führende Wissenschaftler darin unterstützt, ihre Forschungen weiter auszubauen. Für die Bewilligung spielt neben der Innovationskraft des beantragten Forschungsprogramms aus dem Bereich der Grundlagenforschung besonders die wissenschaftliche Reputation des Antragstellers eine Rolle. Insgesamt hatten 997 Wissenschaftler aus ganz Europa Anträge für den Schwerpunkt "Physical Science and Engineering" eingereicht, bewilligt wurden 105, davon lediglich 8 aus Deutschland.

Dazu die Präsidentin der Universität Hamburg, Prof. Dr.-Ing. habil. Monika Auweter-Kurtz: "Für den Advanced Grant im Bereich Naturwissenschaft und Technik haben nur wenige Anträge aus Deutschland den Zuschlag erhalten. Umso mehr freue ich mich, dass die Universität Hamburg bei diesem sehr wettbewerbsorientierten Verfahren erfolgreich war. Der Forschungsbereich von Professor Wiesendanger gehört zu unseren Exzellenzbereichen, die For-schungsinfrastruktur auf dem Gebiet der Rastersondentechnik ist international herausragend und wirkt als Magnet für Spitzenforscherinnen und -forscher aus aller Welt. Ich bin überzeugt davon, dass das Projekt FURORE zu eindrucksvollen neuen Erkenntnissen in der Grundlagenforschung führt und wünsche Herrn Wiesendanger und seiner Forschergruppe weiterhin viel Erfolg."

Das Projekt FURORE soll neue Einblicke in magnetische Strukturen und Phänomene auf atomarer Skala ermöglichen. Mit innovativen Experimentiertechniken wie der Spinpolarisierten Rastertunnelspektroskopie werden Wechselwirkungen von Atomen und Molekülen auf metallischen und isolierenden Oberflächen oder in magnetischen Halbleitern untersucht. Von den Ergebnissen wird langfristig die Entwicklung elektronischer Geräte wie Mobiltelefone, Digitalkameras und Computer profitieren, da hierfür immer größere Speicherkapazitäten benötigt werden. FURORE soll beispielsweise Aufschluss darüber geben, welche kleinsten magnetischen Einheiten für die Datenspeichertechnik einsetzbar sind oder wie magnetisch kodierte Daten möglichst schnell abgerufen werden können.

Fünf Jahre werden die derzeit 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Forschergruppe von Roland Wiesendanger an den Untersuchungen für das Projekt FURORE arbeiten, Projektbeginn ist voraussichtlich der 1.1.2009. Vier neue Nachwuchswissenschaftler werden direkt durch die Mittel des ERC gefördert werden können.

Dazu Prof. Dr. Roland Wiesendanger: "Ich habe mich sehr gefreut, dass es mir die in Aussicht gestellte Bewilligungssumme von über 2 Millionen Euro - wie bei keinem anderen Forschungspreis - ermöglichen wird, meine Forschungsaktivitäten weiter zu intensivieren und dabei noch stärker den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern zu können."

Prof. Wiesendanger gilt international als Experte auf dem Gebiet der Rastersondenmikroskopie. Seine Forschergruppe hat die Spinpolarisierte Rastertunnelmikroskopie zur Untersuchung magnetischer Phänomene auf atomarer Skala erfunden und zahlreiche neue magnetische Phänomene auf der Nanometer-Skala entdeckt. Wiesendanger hat rund 400 wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht, weltweit etwa 300 Vorträge auf internationalen Konferenzen gehalten und bisher über 100 drittmittelfinanzierte Forschungsprojekte an der Universität Hamburg durchgeführt. Bis heute haben in seiner Arbeitsgruppe 35 Mitarbeiter promoviert und 5 habilitiert. Im Gutachten des ERC wird das Team von Wiesendanger hervorgehoben als europaweit einzige Forschergruppe, die das vorgeschlagene anspruchsvolle Forschungsprogramm auf dem Gebiet des Nanomagnetismus durchführen kann.

Das europäische Förderprogramm "Advanced Grant" wurde nicht nur für den Forschungsbereich Naturwissenschaft und Technik, sondern auch für Lebenswissenschaften sowie Sozial- und Geisteswissenschaften ausgeschrieben.

Über 2600 Wissenschaftler haben sich insgesamt beworben. Das Auswahlverfahren ist noch nicht abgeschlossen.

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