Mittwoch, 07. Dezember 2016


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Frauen schreiben Geschichte

Dr. Stefan Benz nutzt den Quellenfundus zahlreicher Frauenklöster

(lifePR) (Bayreuth, ) Gedenktage und Jubiläen, historische Vergleiche, Geschichtsbilder und Denkmäler, Festschriften, rückblickende Berichte und Hausgeschichten - sie alle sind keine Erfindung unserer Zeit. Und auch Meinungen von Gelehrten, alltägliche Vorstellungen und Erfahrungen von Geschichte konnten schon immer auseinandergehen. Für die frühe Neuzeit untersucht dies ein Forschungsprojekt der Didaktik der Geschichte, das Dr. Stefan Benz vorantreibt. Benz ist Akademischer Oberrat am Lehrstuhl Didaktik der Geschichte der Universität Bayreuth.

Um Zugriff auf unakademische Vorstellungen von Geschichte zu bekommen, die nicht einfach dokumentiert und in Bibliotheken und Archiven abrufbar gespeichert sind, nutzt das Projekt die Geschichtsschreibung der zahlreichen Frauenklöster, insbesondere sofern die Arbeiten von den Schwestern selbst geschrieben worden sind. Sie waren zwar gediegen gebildet, nahmen aber an den schon damals hitzigen akademischen Debatten der Geschichtswissenschaft nicht teil. "Sie schrieben vielmehr von sich aus und fast immer nur für ihresgleichen", sagt Dr. Stefan Benz. Damit steht ein einmaliger Quellenfundus für populäres Geschichtsbewusstsein zur Verfügung, der allerdings noch gehoben werden muss. Geschichte schreibende Frauen wurden, von einigen spektakulären Ausnahmen im Mittelalter abgesehen, nie wirklich bekannt. Benz hat bereits Archivreisen nach Magdeburg und München angetreten. Mit den Ergebnissen seiner Recherchen ist er ausgesprochen zufrieden.

Die Gerda-Henkel-Stiftung fördert die Quellensammlung, die bislang vor allem im heutigen Bayern und bei den südlichen und östlichen Nachbarn betrieben worden ist. In dieser Förderung sind auch die nicht unbeträchtlichen Reproduktionskosten für die meist ungedruckten Dokumente eingeschlossen. Eine umfangreiche Dokumentation über die Geschichtskultur der Frauenklöster soll die jetzt laufende Projektphase abschließen.

Sie wird fortgesetzt durch eine Auswertung nach Kategorien und Dimensionen des Geschichtsbewusstseins, die in der Gegenwart von der geschichtstheoretischen Forschung postuliert und von der geschichtsdidaktischempirischen Forschung tatsächlich gefunden worden sind. Im Vorfeld liefen einzelne kleinere Studien über Geschichtsvorstellungen im Land-Adel oder Visualisierungen von Geschichte sowie eher theoretischwissenschaftsgeschichtliche Forschungen, die überwiegend bereits im Druck sind.

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