Montag, 05. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 131450

Ergebnisse der UFOP-Studie zum Winterrapsanbau zur Ernte 2010

Rapsanbau mit 1,46 Millionen Hektar erneut auf sehr hohem Niveau

(lifePR) (Hannover, ) Auch zur Ernte 2010 hat der Winterrapsanbau bei den deutschen Landwirten seinen sehr hohen Stellenwert im Ackerbau behauptet. Mit rund 1,46 Millionen Hektar bleibt die prognostizierte Fläche bundesweit auf dem Niveau der Ernte 2009. Die nun realisierte Winterrapsfläche zur Ernte 2010 liegt gegenüber dem Stand der ersten Befragungswelle zu den Anbauabsichten vom Juni um rund 28.000 Hektar höher. Als Grund hierfür geben die Erzeuger vor allem den höheren Rapspreis im Verhältnis zum Getreidepreis an.

Als weitere Hintergründe für die zwar sehr hohe, aber dennoch nicht weiter wachsende Anbaufläche für Raps gegenüber dem letzten Jahr, sind eine nach wie vor spürbare Verunsicherung über die Zukunft der Ölsaatenpolitik sowie eine allgemein schwierige wirtschaftliche Lage, besonders für viele Landwirte mit kleineren Betrieben, zu sehen. Hinzu kommt, dass einige Betriebe mit Schwerpunkt im Süden Deutschlands einen Teil ihrer ausgesäten Rapsflächen umbrechen mussten. Insgesamt fällt die Anbaufläche für Raps in den südlichen Bundesländern gegenüber der Ernte 2009 klar ab - die freiwillig nicht bewirtschaftete Fläche hat hier dagegen deutlich zugenommen. In den östlichen und den meisten nördlichen Bundesländern ist die Rapsfläche gegenüber dem Vorjahr stabil geblieben bzw. leicht angestiegen.

Auf Grundlage der aktuellen Befragung schätzt das von der UFOP beauftragte Marktforschungsinstitut Produkt + Markt die Winterrapsanbaufläche zur Ernte 2010 auf 1,459 Millionen Hektar. Es ergibt sich gegenüber der Ernte 2009 eine nahezu gleichbleibende Anbaufläche für Winterraps von bundesweit -0,4 Prozent oder
- 5.275 Hektar. Die absolute Anzahl der Rapsanbauer nimmt bundesweit ebenfalls nur minimal ab.

Als Gründe für eine Aufstockung der Winterrapsfläche wurden ackerbauliche betriebsinterne Gründe (langfristig geplante Änderung der Fruchtfolge: 50 Prozent, kurzfristig geplant: 11 Prozent, nur geringfügige Änderung der Fläche: 8 Prozent) genannt, außerdem Preisgründe mit 15 Prozent. Hier wurden schlechte Getreidepreise häufiger als gute Rapspreise genannt. Obwohl zur Ernte 2009 in Deutschland bei Winterraps Rekorderträge eingebracht werden konnten, spielte die Zufriedenheit mit dem Rapsertrag mit 5 Prozent nur eine untergeordnete Rolle für eine Anbauausdehnung.

Als Gründe für eine Verringerung der Winterrapsfläche nannten die befragten Landwirte neben ebenfalls ackerbaulichen betriebsinternen Gründen (langfristig geplante Änderung der Fruchtfolge: 44 Prozent, kurzfristig geplant: 10 Prozent, nur geringfügige Änderung der Fläche: 6 Prozent) den verstärkten Anbau anderer Kulturen mit 11 Prozent (hauptsächlich Mais, außerdem Getreide und Zuckerrüben) und Preisgründe mit 10 Prozent.

Bei Betrachtung der Regionen ist vor allem in Bayern mit -7,4 Prozent (-12.427 Hektar) und Baden-Württemberg mit -6,8 Prozent (-5.141 Hektar) aber auch in Niedersachsen mit -2,6 Prozent (-3.296 Hektar) eine Reduzierung der Anbauflächen festzustellen. Dagegen ist in Schleswig-Holstein mit +3,7 Prozent (+4.283 Hektar), Hessen mit +3,3 Prozent (+2.178 Hektar), Rheinland-Pfalz/Saarland mit +2,8 Prozent (+1.369 Hektar), Nordrhein-Westfalen mit +2,6 Prozent (+1.709 Hektar), Sachsen-Anhalt mit +1,9 Prozent (+3.224 Hektar), Brandenburg mit +1,5 Prozent (+1.992 Hektar) und Sachsen mit +1,2 Prozent (+1.628 Hektar) eine leichte Flächenausdehnung zu verzeichnen. Die geringste Änderung weisen Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen auf, wo die Rapsfläche mit -0,2 Prozent (-553 Hektar) bzw. -0,5 Prozent (-542 Hektar) stabil bleibt.

Das Ranking der Bundesländer nach Anbauflächen führt Mecklenburg-Vorpommern mit ca. 244.000 Hektar Winterrapsanbau nach wie vor deutlich an. Sachsen-Anhalt mit ca. 172.000 Hektar und Bayern mit ca. 155.000 Hektar Winterrapsanbau haben gegenüber den letzten Jahren die Plätze getauscht. Es folgen Sachsen mit ca. 136.000 Hektar, Brandenburg mit ca. 133.000 Hektar, Niedersachsen mit 124.000 Hektar und Schleswig-Holstein und Thüringen mit jeweils ca. 119.000 Hektar. Die Bundesländer Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinlandpfalz/Saarland folgen mit jeweils deutlich unter 100.000 Hektar Winterrapsanbaufläche.

Bezogen auf den Rapsanbau in Deutschland insgesamt sind Vorkontrakte mit Abnehmern, die eine Preisregelung enthalten, bisher von lediglich 24 Prozent der rapsanbauenden Betriebe abgeschlossen worden oder sind in der Planung. Der Schwerpunkt der Vertragsabschlüsse liegt in den neuen Bundesländern. Rund 57 Prozent der Rapsanbauer haben oder werden diese Art von Kontrakten nicht abschließen und 19 Prozent sind noch unentschlossen.

Bereits seit fast 15 Jahren präsentiert die UFOP Anfang November eine Prognose der Anbaufläche von Winterraps zur Ernte des darauf folgenden Jahres. Im Rahmen dieser Studie sind im September und Oktober 2009 bundesweit 4.887 Landwirte befragt worden. Dieser Service der UFOP erlaubt frühzeitig eine sehr exakte Schätzung der Winterrapsanbaufläche des folgenden Erntejahres sowohl auf Bundesebene als auch für die einzelnen Bundesländer. Die UFOP-Rapsflächen-Studie ist von allen Marktpartnern der Agrar- und Ernährungswirtschaft anerkannt und wird für Markteinschätzungen, Kalkulationen und als Grundlage für Planungen genutzt.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

Energie- und Wassersperren im Land Bremen rückläufig

, Energie & Umwelt, ecolo - Ökologie und Kommunikation

Die Mitglieder des Runden Tisches „Energiesperren vermeiden“ freuen sich, dass ihre Arbeit erste Früchte trägt: Die Zahl der Strom-, Erdgas-...

Saubere Sonnenergie für Sachsen-Anhalt: 1-Megawatt-Solaranlage von 7C Solarparken und E.ON am Netz

, Energie & Umwelt, E.ON Energie Deutschland GmbH

Solarenergie für die Region: In Steinburg in Sachsen-Anhalt ist am 30. November eine Solaranlage mit einer Leistung von 1 Megawattpeak (MWp)...

HBCD-haltige Dämmstoffe: Handwerk freut sich über pragmatische Lösung

, Energie & Umwelt, Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald

„Endlich ist die überfällige pragmatische Lösung zur Entsorgung hochkonzentrierter HBCD-haltiger Dämmstoffe unter Dach und Fach“, freut sich...

Disclaimer