Sonntag, 04. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 69428

TTT - Workshop für Spielwarenhändler und -hersteller

Der US Markt / Unterschiede zum Europäischen Markt, Export, Marketing/ Produkthaftung/ Sicherheit

(lifePR) (Nürnberg, ) Der Verband The Toy Traders lud am 30. September erneut zu einem interessanten Workshop mit Erfahrungsaustausch in den Räumlichkeiten der Vedes in Nürnberg ein.

Bekannte Referenten gaben vielfältige Einblicke in das profunde Thema und regten zu intensiven Diskussionen an. Jürgen May, Modern Testing Services ,Germany (Augsburg) und Mitglied des TTTE-Vorstandes, moderierte sicher und gewandt die gut besuchte Fachveranstaltung.

Er führte die Teilnehmer in anschaulicher und verständlicher Weise in die gesetzlichen Grundlagen des US-Marktes im Hinblick auf die Regulierungen des Consumer Protection Safety Committee CPSC ein. Vor allem wurden die Unterschiede zwischen der amerikanischen Sicherheitsnorm ASTM F963 zum Europäischen Normenwerk der EN 71 erläutert. Ähnlich wie in Deutschland, wo weitere gesetzliche Regelungen durch die Bedarfsgegenstände- und Chemikalienverbotsverordnung hinzukommen, verwies Jürgen May deutlich auf US-Bundesstaatliche Verordnungen wie z.B. die Pennsylvania Regulation für die Reinheit von Füllstoffen in Plüschstoffen und die Phthalatverbote anderer US-Bundesstaaten. Außerdem erwähnte May die Anwendbarkeit der California Proposition 65 als Kennzeichnungsverpflichtung für bedenkliche Stoffe, die auch im Chemikaliengesetz und LFGB erwähnt sind.

Dr. Heidi Hummel vom Entwicklungslabor Dr. Hummel referierte über die Bedeutung des Art & Creative Materials Institute ACMI. Das ACMI ist eine Vereinigung von Herstellern für Bastelmaterialien und Kreativartikel. Sitz des Verbands ist Hanson in Massachusetts / USA. Der Verband besteht seit 1940 und bietet für Spielzeug z.B. Kreiden, Wasserfarben (Tempera, Fingerfarben, Farbtabletten), Modelliermassen (dauerplastisch, Luft trocknend, ofenhärtend), Tinten, Acryl- und Ölfarben, Wachsmalkreiden, Pigmente, Schulartikel ein eigenes Zertifizierungsprogramm und eigene Siegel an: CL (Cautionary Labeling), HL (Health Label Seal), AP (Approved Product). Damit können Artikel zusätzlich zur Konformität mit ASTM D-4236, deren Prüfung seit Nov. 1990 für Hobbyartikel gesetzlich vorgeschrieben ist (Federal Labeling of Hazardous Art Materials Acts, Public Law 100-695 - LHAMA), ausgezeichnet werden. Vor allem das AP Seal hat mittlerweile einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht.

Christoph Clément, Vertreter der Phönix AG, stellte aus Sicht einer Agentur für Vertrieb und Marketing die Unterschiede zwischen dem Europäischen und dem US-Markt dar. Er hob hervor, daß der Massenmarkt in den USA leichter zu gewinnen ist, aber oft nur zu Bedingungen der großen Handelsunternehmen wie z.B. Wal*Mart. In Europa dagegen ist das Potential im Fachhandelsbereich deutlich höher, unter der Voraussetzung, daß die Branchenkenntnisse zu diesen Märkten vorliegen. Global wachsen aber die Internet- und Logistikmöglichkeiten um einen intensiveren Kontakt direkt mit Einzelhandel bzw. Verbraucher zu bekommen. Allerdings könnten in Europa die Potentiale von Category Managment noch ausgebaut werden, da in den USA schon in der Entwicklungsphase von Produkten der sehr intensive Betreuungs-aufwand durch das Key Account Management auf den Lieferanten übertragen wird.

Als weiterer Gastredner sprach der bekannte Rechtsanwalt Peter Dorscht über seine persönlichen und langjährigen Erfahrungen mit der Produkthaftung in den USA. Er machte eindrücklich klar, dass vor allem im Gegensatz zum europäischen Rechtssystem das US-amerikanische Recht nur in wenigen Bereichen eindeutig festgeschrieben ist, sondern durch das common law die höheren Gerichte ihre Entscheidungen in Fallsammlungen zusammenfassen, die dann die anderen Gerichte binden. Die Besonderheiten des US-amerikanischen Rechtssystems sind die Beweisaufnahme bereits vor der Hauptverhandlung und die Zusammensetzung der Jury aus "normalen" Bürgern, die die technischen und juristischen Sachverhalte häufig nicht angemessen bewerten können. Laut Peter Dorscht gelten diese Juries als Konsumenten-freundlich eingestellt, was sich auch in den hohen Schadens-ersatzsummen wiederspiegelt. Daher empfiehlt RA Dorscht für die USA eine eigene Produkthaftpflichtversicherung mit spezieller Deckung, die direkte Ansprache der CPSC und eine eigene, rechtliche Vertretung in den USA.

In der anschließenden sehr eingehenden Diskussionsrunde wurden weiter gehende Fragen behandelt und alle Teilnehmer begrüßten am Ende den interessanten Erfahrungsaustausch dieses Workshops.

Es wurde der Wunsch ausgesprochen über die Revision der Spielzeugrichtlinie und die Auswirkungen von REACH den nächsten Workshop zu veranstalten. TTT sicherte ebenfalls zu, auch englischsprachige Workshops seinen Europäischen Mitglieder anzubieten.

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