Freitag, 09. Dezember 2016


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Das schlechte Wetter zeigt: Investitionen in den Tourismus notwendiger als je zuvor Sparkassen-Tourismusbarometer Schleswig-Holstein 2012 vorgestellt

(lifePR) (Kiel, ) Die Tourismusbranche Schleswig-Holstein geht mit gedämpften Erwartungen in das restliche Jahr 2012. Investitionen in Infrastruktur, Betriebe, Produkte und Marketing sind daher weiterhin unerlässlich, um Schleswig-Holsteins im Wettbewerb zu stärken. Zu diesen Ergebnissen kommt das diesjährige Sparkassen-Tourismusbarometer, dessen Jahresbericht jetzt der Tourismusverband Schleswig-Holstein e.V. und der Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein veröffentlichen.

Das Tourismusjahr 2011 schloss für Schleswig-Holstein mit einem leichten Zuwachs ab. Der verregnete Sommer drückt den Zuwachs auf 0,2 Prozent. Damit liegt das Urlaubsland Schleswig-Holstein bei den Übernachtungszahlen im Deutschlandvergleich erneut unter dem Durchschnitt. Mittelfristig (2011 gegenüber 2006) war die bundesweite Nachfragedynamik mit über 12 Prozent sogar fast doppelt so hoch wie im nördlichsten Bundesland (6,4 Prozent).

Die aktuelle Entwicklung bis Ende Juni 2012 zeigt sich uneinheitlich: Zwar liegen die Zahlen des Statistikamt Nord für ganz Schleswig-Holstein leicht über Vorjahresniveau, allerdings sind die Entwicklungen in einzelnen Orten sehr unterschiedlich. Über die Statistik werden schätzungsweise nur rund 30 Prozent der gesamten Übernachtungen in Schleswig-Holstein abgebildet. "Ein Zustand für einen der bedeutendsten Wirtschaftszweige Schleswig-Holstein, der dringend geändert werden muss", so Dr. Jörn Klimant, stellvertretender Vorsitzender des Tourismusverbandes Schleswig-Holstein e.V..

Aktuelle Umfragen in den Destinationen spiegeln die uneinheitliche Tendenz im Land wider: Die meisten der befragten Orte meldeten im Vergleich zum Vorjahr gleich bleibende Übernachtungszahlen (Veränderungsrate +1 Prozent bis -1 Prozent) bis Mitte August. Das Gesamtergebnis für das Jahr 2012 hängt nun von der Nachfrage im Herbst ab. Anders gesagt: Für die meisten Orte wäre das Erreichen des Niveaus des Vorjahres bereits ein Erfolg.

Branchenthema 2012: Zukunft der Tourismusförderung und -finanzierung

Die Tourismusförderung war in der Vergangenheit sinnvoll und erfolgreich - das zeigen die aktuellen Ergebnisse des Sparkassen-Tourismusbarometers 2012. "Die Tourismusförderung ist der Schlüssel für einen zukunftsfähigen Tourismusstandort Schleswig-Holstein und daher auch für die Zukunft unverzichtbar", resümiert Reinhard Boll, Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes für Schleswig-Holstein. In diesem Jahr wurden die Projektträger Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein und Tourismusverband Schleswig-Holstein e.V. bei der Erstellung der Analyse inhaltlich und finanziell durch das Wirtschaftsministerium Schleswig-Holstein unterstützt.

Sowohl im Bereich der öffentlichen Infrastruktur als auch in der Förderung einzelner Betriebe und im Tourismusmarketing ist in den letzten Jahren sehr erfolgreich an der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit gearbeitet worden. Die Bekämpfung des Investitionsstaus ist absolut notwendig: "Scharbeutz und St. Peter-Ording sind eindrucksvolle Beispiele für eine gelungene Neuausrichtung von Tourismusorten. Dies hätten die Gemeinden aus eigener Kraft ohne öffentliche Förderung nicht bewältigen können", so Reinhard Meyer, Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie des Landes Schleswig-Holstein.

Das Sparkassen-Tourismusbarometer zeigt auch Erfolge der einzelbetrieblichen Förderung des Landes auf. Zwischen 2008 und 2012 investierten öffentlich geförderte Betriebe insgesamt 232,4 Millionen Euro, 28,8 Millionen Euro stammten davon aus Fördermitteln der EU, des Bundes und des Landes.

Im Jahresbericht des Sparkassen-Tourismusbarometers werden mit dem Strandgut Resort St. Peter-Ording und dem Landhotel Gasthof Oldenwöhrden gute Beispiele dargestellt. Für die Zukunft attestiert das Tourismusbarometer im Bereich der Investitionsförderung für Betriebe weiterhin hohen Bedarf. "Wir brauchen auch in Zukunft Programme, die eine gezielte Förderung der kleinen und mittleren Beherbergungsbetriebe ermöglichen. Nur so können wir den Strukturwandel bewältigen und die Lücke zu Mitbewerbern schließen", unterstreicht Reinhard Meyer die Ergebnisse.

Die Analyse des Sparkassen-Tourismusbarometers, durchgeführt von der dwif-Consulting GmbH, zeigt weiterhin Defizite bei der kommunalen Infrastruktur und im betrieblichen Sektor auf. Diese Tatsache verbunden mit der immer noch schwierigen Marktposition machen Investitionen in Infrastruktur, Betriebe, Produkte und Marketing in den nächsten Jahren weiterhin unabdingbar. Allerdings steht der wichtigste Finanzierungsbaustein auf der Kippe: Hintergrund ist die zukünftige Tourismusförderung in der neuen EU-Förderperiode ab 2014, die gegenüber der laufenden Förderperiode voraussichtlich deutlich weniger Mittel für die Infrastruktur in der Tourismuswirtschaft zur Verfügung stellt.

"Die sich abzeichnenden dramatischen Einschnitte in Tourismusförderung der neuen EU-Förderperiode 2014 bis 2020 gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit der Tourismuswirtschaft in Schleswig-Holstein", bilanziert Klimant.

In der laufenden EU-Förderperiode flossen seit 2007 allein für die öffentliche Tourismusinfrastruktur Zuschüsse in Höhe von 54,1 Millionen Euro und lösten Investitionen in Höhe von 83,1 Millionen Euro aus. "Bleibt es bei den Planungen, bedeutet dies dramatische Auswirkungen auf die Tourismuswirtschaft in Schleswig-Holstein", befürchtet Meyer. "Gemeinsam mit dem Tourismusverband und weiteren Partnern kämpfen wir für eine Beibehaltung der derzeitigen Tourismusförderung", sagte Meyer.

Das Sparkassen-Tourismusbarometer Schleswig-Holstein erscheint in diesem Jahr bereits zum 10. Mal. Der Jahresbericht 2012 kann ab sofort als CD bestellt werden - anlässlich des 10jährigen Bestehens des Tourismusbarometers zum Jubiläumspreis von 20,- Euro (zzgl. Versandkosten). Parallel zum Jahresbericht wurde eine 40-seitige Management Summary erstellt. Diese kann, solange der Vorrat reicht, beim Tourismusverband Schleswig-Holstein e. V. angefordert werden (Tel.: 0431 - 56 01 05 - 0; E-Mail: info@tvsh.de). Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des schleswig-holsteinischen Sparkassen-Tourismusbarometers unter www.sparkassen-tourismusbarometer-sh.de.

Hintergrundinformationen zur wirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus: Zahlen, Daten, Fakten

Rund 76 Millionen Übernachtungen und über 130 Millionen Tagesausflüge bewirken Umsätze von über 7.5 Milliarden Euro. Jährlich werden vom Statistischen Landesamt rund 24 Mio. Übernachtungen gezählt. Damit wird jedoch nur ein Teil des tatsächlichen Übernachtungsvolumens (Betriebe mit mind. 9 Betten und Touristikcamping) abgebildet. Nicht enthalten sind Übernachtungen im "Grauen Beherbergungsmarkt": Übernachtungen in kleineren Betrieben, Dauercamping, Freizeitwohnsitze sowie Verwandten- und Bekanntenbesuche. In diesem Sektor werden in Schleswig-Holstein aber über 50 Millionen Übernachtungen generiert, so dass sich insgesamt ein Übernachtungsvolumen von 76 Mio. Übernachtungen jährlich ergibt. Mit den rund 130 Millionen Tagesausflügen ergeben sich 7,5 Milliarden Euro Umsatz.

Tourismus sichert Einkommen und Beschäftigung und stützt strukturschwache Regionen

Von den Umsätzen wird ein Teil direkt zu Löhnen oder Gehältern, der andere Teil wird für Vorleistungen - den Einkauf von Gütern, Waren und Dienstleistungen, die zur Erstellung des touristischen Produkts benötigt werden - verwendet. Dies erzeugt wiederum Einkommen bei den Lieferanten in der 2. Umsatzstufe. Rein rechnerisch bezogen im Ergebnis ca. 170.130 Einwohner in Schleswig-Holstein ihr Einkommen im Jahr 2009 vollständig aus dem Tourismus. Gemessen am gesamten Volkseinkommen Schleswig-Holsteins betrug der touristisch induzierte Anteil 6 Prozent. (Quelle: IMT 2010). In ländlichen Gebieten bietet der Tourismus oftmals die einzige wirtschaftliche Perspektive: So stammen beispielsweise 37,5 Prozent des Volkseinkommens an der Westküste aus dem Tourismus. Für die Inseln erhöht sich dieser Wert auf schätzungsweise 80-90 Prozent (Quelle: dwif: 2005).

Der Tourismus bringt dem Land Schleswig-Holstein enorm viel Geld ein, stützt den hiesigen Wirtschaftsstandort und auch den Landeshaushalt gewaltig. Der Schleswig-Holstein-Tourismus generierte allein im Jahr 2010 ein Steueraufkommen für Bund, Länder und Kommunen von 844 Millionen Euro, 263 Millionen flossen davon in den Landeshaushalt Schleswig-Holstein über den Finanzausgleich zurück.

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