Montag, 05. Dezember 2016


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Die Digitalisierung der Finanzwirtschaft

Branchenvertreter diskutieren Zukunftsmodelle und Herausforderungen

(lifePR) (Bad Soden am Taunus, ) Die Digitalisierungswelle hat die Finanzwirtschaft erfasst. Bislang sind es überwiegend branchenfremde Anbieter, die gekonnt auf ihr surfen. Doch die Banken kommen ins Handeln. Um auf dem hart umkämpften Digital Banking-Markt nicht unterzugehen, arbeiten sie unter Hochdruck an innovativen Geschäftsmodellen. Welche sich langfristig durchsetzen, wurde am Mittwoch, 3. Juni, auf dem Branchentreffen "die bank.das netzwerk" in Düsseldorf diskutiert. Hochrangige Finanzexperten debattierten, ob sich eine Kooperation mit Fintechs lohnt und wie das Banking in zehn Jahren aussieht.

Auf dem Podium vertreten waren Christoph Bubmann, Chief Client Officer der Deutschen Bank AG, Dr. Harald Hiller, Geschäftsführer der VÖB-ZVD Processing GmbH, Raffael Johnen, Co-Gründer und Geschäftsführer der Auxmoney GmbH sowie Stefan Roßbach aus dem Vorstand des TME Instituts und Stephan Schneider, Vorstandsvorsitzender der Vodafone GmbH (Digitale Stadt Düsseldorf). In einem Punkt waren sich alle Teilnehmer einig: Die größte Herausforderung besteht für traditionelle Banken nicht in der IT-technischen Umsetzung des digitalen Strukturwandels. Die notwendige Technologie lässt sich zukaufen. Vielmehr ist es die Innovationskultur der Start-ups, die den meisten Geldhäusern fehlt.

Innovationskultur aufbauen

"Fintechs sind junge Unternehmen aus der Finanztechnologie - mit flachen Hierarchien und Mitarbeitern, die die digitale DNA quasi im Blut haben", erklärt Stefan Roßbach von der Unternehmensberatung TME. "Die meisten Banken sind im Vergleich dazu deutlich weniger agil und die Entwicklung neuer Digital Banking-Ideen wird ihnen von staatlichen Regularien und starren Hierarchien erschwert." In diesem Punkt können und müssen die Kreditinstitute von ihren Mitbewerbern lernen, lautete der Konsens auf dem Panel. Gefragt sind schnelle, verbraucherorientierte Lösungen und eine dynamische, hoch innovative Unternehmenskultur. "An der Umsetzung wird bereits in vielen Banken auf Vorstandsebene gearbeitet und zum Teil dreistellige Millionenbeträge in die Digitalisierung investiert", sagt der Mobile Banking-Experte.

Trümpfe der Banken

Um sich gegen die Konkurrenz zu behaupten, müsse die Bankenwirtschaft ihre Trümpfe ausspielen, so die Finanzexperten. Neben Kundenvertrauen und regulatorischer Expertise fiel auf dem Podium in diesem Zusammenhang auch das Schlagwort Datensicherheit. "Ein Aspekt, der bei vielen Verbrauchern im Digital Banking oberste Priorität hat, vor allem wenn es ums mobile Bezahlen geht", sagt Roßbach und beruft sich dabei auf eine repräsentative Studie des TME Instituts. Daraus geht auch hervor, dass zwei Drittel der Kunden bei der mobilen Zahlungsabwicklung vor allem ihrer Hausbank vertrauen. Das sei ein großer Pluspunkt: Kundendaten werden nicht herausgegeben. Dieses Credo sollten traditionelle Geldhäuser zu ihrer Unique Selling Proposition im Digital Banking ausbauen und gleichzeitig aus den Kundendaten Mehrwerte genieren. Von diesem Ansatz zeigten sich die meisten Branchenvertreter überzeugt. Das private Finanzmanagement, das schon heute vielen Kunden beim Onlinebanking angeboten wird, zeige, wie dieser Spagat gelingen kann. Die Einnahmen und Ausgaben eines Kontonutzers werden nach bestimmten Kategorien wie Tanken oder Miete gebündelt, so dass auf einen Blick ersichtlich wird, wo Sparpotenziale liegen. Ein Value Added Service, der Zahlungsinformationen sinnvoll auswertet und Onlinebanking so noch attraktiver macht.

Kooperation vs. Übernahme

Als kurzfristige Lösung wurde auf der Veranstaltung auch die Übernahme von Marktteilnehmern diskutiert. Eine kostenintensive Lösung, von der die meisten Panelteilnehmer Abstand nahmen. Naheliegender sei es, auf Koopetition zu setzen, sprich, mit der Konkurrenz strategische Kooperationen einzugehen, von der beide Seiten profitieren. "Ein valides Zukunftsmodell für den Bankenbranche", sagt Roßbach, weil das Beste aus beiden Welten zusammenkomme. Die breite Kundebasis, stabile Infrastrukturen und regulatorische Erfahrung der Geldhäuser auf der einen Seite und auf der anderen Seite die digitalen Geschäftsmodelle der Fintechs, die konsequent auf internetaffine Kunden zugeschnitten sind. Dass sich dieses Zweckbündnis auszahlt, zeigen Beispiele wie GiniPay, webID oder ID Now, die bereits von mehreren Banken bereits erfolgreich ins eigene Angebot integriert wurden.

Banking in 2025

Fintechs beleben das Geschäft, lautete das Fazit des Tages. Sie treiben Innovationen voran und zwingen Banken, sich fürs digitale Zeitalter fit zu machen. Und das so schnell wie möglich, denn der zu verteilende Kuchen im Digital Banking wird nicht größer. Aktuell gibt es rund 300 Geschäftsmodelle, die in den Bereichen Bezahlen, Anlegen, Investieren und Finanzieren um Marktanteile kämpfen. Rund ein Drittel stammt aus dem Bereich "Mobile Payment". In den nächsten 2 bis 3 Jahren wird zwangsläufig die Konsolidierung einsetzen. Langfristig wird nur noch ein Zehntel der Anbieter auf dem ohnehin sehr begrenzten Markt eine ernste Rolle spielen, sind die Finanzexperten überzeugt. Auf die Frage, wie Banking in zehn Jahren aussieht, hatten sie unterschiedliche Antworten. Ein sehr wahrscheinliches Szenarium prognostizierte das TME Institut: 2025 wird es für Bankkunden nur noch eine statt unzähliger Plattformen geben. Einmal angemeldet, kann er zwischen unterschiedlichen digitalen Finanzdienstleistungen wählen und sich für die "Best of Breeds"- Lösungen entscheiden, die seine Bedürfnisse optimal abdecken. Technisch arbeiten die Programme nahtlos zusammen. Im Vordergrund steht dann nicht mehr der Anbieter des Digital Services, sondern allein das Leistungsversprechen.

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