Mittwoch, 18. Januar 2017


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»Hubertus, warum verfolgst du mich?«

Tierrechtler demonstrieren in Limburg gegen Jagd

(lifePR) (Frankfurt / Limburg, ) Am 9. November 2009 wird eine Hubertusmesse im Hohen Dom zu Limburg veranstaltet.

An den so genannten Hubertusmessen sind stets Jagdvereine beteiligt. Tierrechtlerinnen und Tierrechtler verurteilen sowohl die Jagd aus ethischen und ökologischen Gründen als auch die Segnung dieser Tiertötungen oder gar der hierfür verwendeten Waffen. Die TierrechtsInitiative Rhein-Main wird daher am Montag eine Demonstration vor dem Limburger Dom veranstalten und eine ethisch vertretbare Regulierung des ökologischen Gleichgewichts fordern.

Es findet ein grausames, unnötiges Gemetzel statt: Über 5 Millionen Wildtiere werden in deutschen Wäldern von Jägerinnen und Jägern getötet und zusätzlich 400.000 Katzen und fast 70.000 Hunde. Mit einer "Hubertusmesse" und dem Gutheißen von Jagd, Jägern und Waffen mache sich die Kirche mitschuldig am Krieg gegen die Tiere, so die Tierrechtler. Es gibt keine Kirchenagenda, die die Segnung der Jagd vorsieht. »Hubertus, warum verfolgst Du mich?« Diese Frage stellt in der Legende Christus in Gestalt eines Hirsches dem Jäger Hubertus (eigentlich Eustachius) im 7. Jahrhundert. Hubertus kehrte in sich und verzichtete ab sofort auf Jagen und schloss Frieden mit den Tieren. »Völlig absurd, warum Jäger und so genannte Christen ausgerechnet diesen Heiligen, der ein Tierschoner und nicht ein Tierschänder war, als Symbol für die Jagd wählen«, meint Viola Kaesmacher von der TierrechtsInitiative Rhein-Main (TIRM). »Aber selbst wenn Hubertus tatsächlich ein Befürworter der Jagd gewesen wäre, würden wir das Verhalten der Kirche, den über 300.000 Wildtiermördern grünes Licht zu geben, verurteilen«.

In frühen christlichen Gemeinden galt die Jagd als unvereinbar mit dem Glauben. Jägerinnen und Jäger wurden nach der Kirchenordnung des Hippolyt ausgeschlossen. Bis heute ist der Priesterberuf im katholischen Kirchenrecht unvereinbar mit der berufsmäßigen Tötung von Tieren - nach Ansicht der Aktivistinnen und Aktivisten ebenso mit der "vergnügungsmäßigen". So weisen sie auf die Diskrepanz zwischen der christlich begründeten Ethik und der Handhabung der Kirchen hin und protestieren gegen die Vereinnahmung der Kirchen durch die Jägerschaft. Selbst in Theologenkreisen herrscht Uneinigkeit über die religiös verbrämte folkloristische Schaustellung, der etwas Blasphemisches anhafte [1].

Das Bistum Limburg wird aufgefordert, in Zukunft keine "Hubertus"-Gottesdienste zu gestalten, die zur nostalgischen Verklärung und Verschleierung von unendlichem Tierleid führt. Auch solle die permanente "kirchliche Anerkennung" der Jagd revidiert werden.

Demo gegen Hubertusmesse 9.11.09, ab 17:30h: Limburger Dom Die Tierrechtler freuen sich auf Unterstützung aus der Bevölkerung.
- [1] www.jesus.de: Theologen streiten über Gottesdienste zur Jagdsaison
- Informationen über den Unsinn der Jagd z.B. bei den Tierfreunden:
http://www.die-tierfreunde.de/inhalte/themen/jagd/jagd.htm

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