Freitag, 09. Dezember 2016


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Hessens Hochschulen verlieren massiv an Substanz

Die Präsidenten der Goethe-Universität Frankfurt und TU Darmstadt weisen Äußerungen des VhU-Geschäftsführers zurück und fordern Bekenntnis zur wissenschaftlichen Qualität

(lifePR) (Darmstadt/Frankfurt a. M., ) April 2010. In einer gemeinsamen Erklärung haben die beiden Präsidenten der Goethe-Universität (GU) und Technischen Universität Darmstadt (TU) am Montag Aussagen des Geschäftsführers der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) zurückgewiesen, Hessen sei aufgrund einer angeblich ungerechten Verteilung von Lasten aus dem geplanten Hochschulpakt 2011-15 auf dem Weg in eine universitäre "Zwei-Klassen-Gesellschaft":

"Die Aussagen von VhU-Geschäftsführer Jörg Feuchthofen sind sachlich teils unrichtig und bedürfen wegen ihrer Einseitigkeit dringend der Kommentierung", erklärte TU-Präsident Prof. Hans Jürgen Prömel. Als "irritierend" bezeichnete GU-Präsident Werner Müller-Esterl die Behauptung, die Universitäten Frankfurt und Darmstadt seien gleichsam "die Gewinner" der geplanten Kürzungsrunde unter den Hochschulen. Angesichts der Tatsache, dass beide Universitäten nach jetziger Planung weit mehr als die Hälfte aller Lasten (21,4 Mio. Euro) schultern müssten, frage er sich, wie viel man den beiden Hochschulen noch aufbürden wolle.

Prömel nannte es "unglücklich", dass der VhU-Geschäftsführer in der Öffentlichkeit als Anwalt der Fachhochschulen auftrete, zumal er Mitglied zweier Hochschulräte von Fachhochschulen sei. Feuchthofen sei gut beraten, so Prömel, ein höheres Maß an Neutralität zu wahren bzw. seine Funktionen bei öffentlichen Äußerungen klar zu trennen.

"Entscheidung zum Hochschulpakt zurückstellen"

Als "wenig hilfreich" wertete Müller-Esterl das Zeichen von Uneinigkeit der hessischen Hochschulen, das in die Öffentlichkeit ausgesendet worden sei und die darin zum Ausdruck kommende Unterbewertung von Forschung insgesamt. Die hessischen Universitäten hätten erhebliches Potenzial, sich in der nun beginnenden nächsten Runde der Bund-Länder-Exzellenzinitiative zu bewähren. Mit "kleinlichen Spardiskussionen nach dem Motto jeder gegen jeden" schade man diesem Anliegen massiv. Beide Präsidenten raten dazu, den Hochschulpakt und seine möglichen Folgen insgesamt noch einmal grundlegend zu überdenken und die Entscheidung darüber vorläufig zurückzustellen, bis eine tragfähige Lösung gefunden wurde.

"Wenn in den letzten Jahren sowohl TU als auch GU die jeweiligen Drittmittelquoten überdurchschnittlich steigern und in der Exzellenzinitiative Erfolge erzielt werden konnten, dann ist dies vor allem ein Zeichen eigener Leistungsfähigkeit", so Prömel. Es stehe allen hessischen Universitäten frei, sich im Wettbewerb um Drittmittel besser zu profilieren.

Beide Präsidenten begrüßten ausdrücklich die Anstrengungen des Landes bei der Weiterfinanzierung der LOEWE-Initiative. Dies sei das richtige Signal in Richtung mehr Qualität, so Prömel und Müller-Esterl. Sie appellierten an die Landesregierung, den geplanten Hochschulpakt mit einem Bekenntnis zur wissenschaftlichen Qualität und einer entsprechenden finanziellen Honorierung zu verbinden.

DieGoethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn drittmittelstärksten und größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Parallel dazu erhält die Universität auch baulich ein neues Gesicht. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht ein neuer Campus, der ästhetische und funktionale Maßstäbe setzt. Die "Science City" auf dem Riedberg vereint die naturwissenschaftlichen Fachbereiche in unmittelbarer Nachbarschaft zu zwei Max-Planck-Instituten. Mit über 55 Stiftungs- und Stiftungsgastprofes­suren nimmt die Goethe-Universität laut Stifterverband eine Führungsrolle ein.

Technische Universität Darmstadt

Die TU Darmstadt zählt zu den führenden Technischen Universitäten in Deutschland. Ihre rund 270 Professoren, 3.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und 21.000 Studierenden widmen sich entscheidenden Zukunftsfeldern wie Energie, Mobilität, Kommunikation und Information sowie Bauen und Wohnen. Die vielfältigen Disziplinen der Universität konzentrieren sich alle auf Technik - aus der Perspektive der Ingenieur-, Natur-, Geistes- und Gesellschafts­wissenschaften - von der Erkenntnis bis zur Anwendung im Alltag.

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