Samstag, 10. Dezember 2016


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Forschungspreis für Funkpedal

Steingraeber Entwicklung für querschnittsgelähmte Pianisten

(lifePR) (Bayreuth, ) Für einen Rollstuhl fahrenden Pianisten in Norwegen entwickelte die Bayreuther Klaviermanufaktur Steingraeber & Söhne eine mobile Steuerung für die Pedalarbeit; der Pianist geht jetzt wieder auf Konzerttournee und bedient sein Fortepedal . . . per Druck auf eine Beißschiene und Funkübertragung der Signale auf das Steingraeber-Aktuator-Pedal ! Für die Funksensorik hatte Steingraeber & Söhne den Leiter der Forschungsabteilung im Querschnittszentrum der Universität Heidelberg, Dr. Rüdiger Rupp in das Projekt einbezogen und damit eine Innovation ausgelöst, die in der vergangenen Woche von Ministerpräsident Beckstein mit dem Forschungs-/Förder- und Innovationspreis der Deutschen Stiftung Querschnittslähmung ausgezeichnet wurde.

Nach dem Bayerischen Staatspreis 2008 für die Phoenix-Flügel im März 2008 ist Steingraeber zum zweiten Mal in einem Jahr an der Auszeichnung für die Entwicklung von Innovationen beteiligt.

Im Jahre 2006 beauftragte der norwegische Pianist und Musikwissenschaftler Dr. Lars Haugbro die Klaviermanufaktur Steingraeber & Söhne mit der Entwicklung einer Pedalmechanik für Konzertflügel.

Seit Jahren konnte der durch einen Unfall Querschnittsgelähmte nur frühe (weil ohne Pedal notierte) Klaviermusik spielen - "... die Einrichtung muss mobil ..." sein, so Haugbros Anspruch der wieder auf Konzerttournee gehen möchte.

20 Jahre vorher, im Jahre 1986, erfanden die Bayreuther Klavierbauer elektromagnetische Pedalsteuerungen für Rollstuhl fahrende Klavierspieler. Seither ist eine Vielzahl solcher Klaviere - meist für Unfallopfer - maßgeschneidert worden. Die verschiedensten Impulsgeber waren schon immer auf die verschiedenen Bedürfnisse abzustellen:

Lichtschranken, Kopfstützen, Rückenlehnenkissen, Halskrausen und Blasschalter gehörten zu den Lösungen. Damit wurde für diese Klavierspieler die komplette Literatur ab Beethoven bis zur Neuzeit spielbar (erste Pedalnotierung gibt es erst bei Joseph Haydns letzter Klaviersonate).

Magnete sind für den professionellen pianistischen Einsatz allerdings zu undifferenziert (reine Aus- und Einschaltung). Der Entwicklungsauftrag von Dr. Haugbro ging also weit über die 20-jährige Erfahrung bei Steingraeber & Söhne hinaus und verlangte Mittelfunktionen wie "Halbpedal, Flatterpedal" etc. Die Lösung dieser Zwischenstufen im Millimeterbereich lag in der modernen Aktuatortechnik, welche Steuerungen im µm-Bereich erlauben.

Seit 2007 ist nun ein mobiles Gerät bei Dr. Haugbro in Oslo erfolgreich in der Testphase (die Fotos zeigen Dr. Haugbro beim Test in der Steingraeber Fabrik mit einem Kauschalter samt Kabelverbindung). Der Elektrotechniker Peter Hempfling, Creußen-Bayreuth war für die Einrichtung der Aktuatortechnik verantwortlich. Zur Komplettierung des Systems bedurfte es aber der 'Befreiung' des Pianisten vom Kabel, welches ihn mit dem Gerät unten an der Pedalerie verbindet. Durch die Bayreuther Rehabilitationsklinik Hohe Warte und dem dortigen Chefarzt Dr. Rainer Abel kam dann der Kontakt zu Dr.-Ing. Rüdiger Rupp in Heidelberg zustande, der sich der Entwicklung einer Blue-Tooth-Steuerung ohne Kabel allein durch Mundbewegungen widmete.

Der für die Zwischenzeit entwickelte Kauschalter wurde nach einem Kieferabdruck des Pianisten von der Bayreuther Zahnarztpraxis Dr. Bittner und Dr. Kämpf mit dem Zahntechniker Herrn Karl Kämpf gebaut. Für die Entwicklung bei der Klaviermanufaktur Steingraeber & Söhne ist deren Betriebsleiter Klavierbaumeister Wolfgang Schäffler verantwortlich gewesen.

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