Samstag, 10. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 138307

"Der Stein der Weis(s)en"

300 Jahre Mythos Manufaktur Meißen: Die Albrechtsburg als Porzellanschloss

(lifePR) (Dresden, ) .
- Ausstellungen unter dem Dach der Albrechtsburg Meißen 8.5.-31.10.2010: "Experiment und Produktion - die Albrechtsburg als erste Porzellanmanufaktur Europas
- "Kunst oder Kommerz? Meissener Porzellan im 19. Jahrhundert" Joachim Baldauf - Fotografie (Ausstellung der Porzellanmanufaktur Meissen®)

Die Albrechtsburg und das Porzellan

Das 300jährige Jubiläum der Gründung der Porzellanmanufaktur Meissen im Jahr 2010 ist Anlass, der 153 jährigen Geschichte der Herstellung des Porzellans in der Albrechtsburg nachzugehen. In diesem außergewöhnlichen Bauwerk "laborierten" der Alchimist Johann Friedrich Böttger, der Universalgelehrte Ehrenfried Walther von Tschirnhaus und der Bergbauexperte Pabst von Ohain gemeinsam mit Hüttenfachleuten quasi im Geheimen und mit dem Jahr 1710 begann man am gleichen Ort mit der Herstellung von Gegenständen aus dem frisch erfundenen und hoch begehrten Material, dem Porzellan.

Das Schloss war eine landesherrliche Immobilie, deren festliches Erscheinungsbild zur Erbauungszeit, das heißt im ausgehenden 15./beginnenden 16. Jahrhundert, sowohl ästhetisch als auch technologisch zum Ausgefallensten zählte, was Europa an Herrschaftsarchitektur zu bieten hatte. Aber das ist ein anderer noch zu hebender Schatz. Wir möchten allerdings bereits jetzt Neugier auf die Ausstellungsbereiche im Schloss wecken, die im Jahr 2011 die Schilderung des Ortes als Porzellanmanufaktur erweitern werden. Der etwa 500jährige "Hauptakteur" wird in jedem Fall das Schloss, die Albrechtsburg, in ihren vielfältigen Wandlungen sein. Am verschlossenen Ort (slot und burg sind Synonyme und deuten auf das schwer zu Betretende, zu Erschließende) begann im Jahr 1710 eine stetig wachsende Zahl von Handwerkern mit der Fertigung des ersten europäischen Hartporzellans. Daneben wurde beinahe unablässig weiter experimentiert, entworfen und neu entwickelt, technologisch verbessert. In den "Glückstöpfen", den Öfen, wurden all jene exklusiven Stücke gebrannt, die in berühmten Sammlungen zusammengetragen wurden und die das Herz jedes Porzellanliebhabers höher schlagen lassen. Im Vorfeld der Ausstellung galt es zu entscheiden, in welchen der repräsentativen und längst museal genutzten Räume der Albrechtsburg das Ausstellungsthema Porzellan Raum finden sollte. Die Herstellung des Porzellans, vom Versatz bis zum Versand, hatte schließlich den gesamten Bau vereinnahmt. Aber die unzähligen Einbauten im Inneren, die Eingriffe in die Architektur für Aufzüge, Schleif-, Mahl- und Pochwerke sind heute ebenso wenig sichtbar, wie das verschwundene Brennhaus oder die große Zisterne auf dem Burgberg, unmittelbar vor der prachtvollen Fassade mit den großen Vorhangbogenfenstern und dem Wendelstein. Zwei große Wandbilder sind es, die den Besucher schließlich auf die Porzellanspur bringen. Sie befinden sich im so genannten Böttgerzimmer, im 2. Obergeschoss, und sind Teil eines der umfangreichsten und vielfältigsten Wandbildprogramme, das sich in Deutschland erhalten hat. Insgesamt 25 große Historienbilder und ornamentale Malereien bekleiden die Räume des 1.und 2. OG mit einem Prachtgewand des 19. Jahrhunderts und prägen das Erscheinungsbild bis heute nachdrücklich.

Der Maler Paul Kießling (1836-1919) setzte zwei Aspekte der Geschichte der Porzellanerfindung ins Bild. Ein Gemälde zeigt Böttger als zentrale Figur zwischen Mitstreitern. Die Szene ist wie auf einer Bühne arrangiert. Der sitzende Böttger wird dem Betrachter als zentrale Figur des Geschehens vorgeführt und zugleich in der Verlorenheit eines Gefangenen inszeniert. Das zweite Bild ist dem Erfolg der Unternehmung gewidmet: Böttger zeigt August dem Starken das Geheimnis der Porzellanherstellung. Aus der dynamischen Komposition entwickelt sich die Dramatik der Bildszene, die dabei keinen Zweifel an den bestehenden Hierarchien aufkommen lässt.

Während sich die Themen der Ausstellung in den Räumen um die Wandbilder herum ausbreiten ist der Arbeitsraum des berühmten Plastikers und Modelleurs Johann Joachim Kändler, das so genannte Kapellenturmstübchen, als authentischer Ort des Geschehens besonders herauszuheben.

Nach 150 Jahren Porzellanherstellung in der Albrechtsburg war man in mehrfacher Hinsicht an Grenzen gestoßen. Zum einen ließen sich die Produktionsabläufe nicht effektiv genug in einem Gebäude organisieren, das nicht für diesen Zweck errichtet worden war. Und: die Albrechtsburg war als Monument vaterländischer Geschichte in den Focus der Altertumsvereine getreten. Der Königlich Sächsische Alterthumsverein unter dem prominenten Vorsitz von Prinz, später König Johann (1801/54-1873) zählt zu den frühesten Gründungen in Deutschland. Die Manufaktur zog bis 1865 in den Neubau im Triebischtal, die Burg wurde saniert, rekonstruiert, in historischen Stilen ausgestattet und fortan als Museum genutzt. Die reich mit Wandmalereien ausgestatteten Räume eignen sich hervorragend, die zweite repräsentative Ausstellung des Jubiläumsjahres 2010 aufzunehmen: Porzellane des 19. Jahrhunderts. Umfangreiche Leihgaben aus der Porzellansammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ermöglichen es uns, auf künstlerische Entwicklungen und neuartige Technologien einzugehen. Anschaulich wird die fortwährende Spannung zwischen Tradition und Innovation, das Ringen um eine marktbeherrschende Stellung. Die Käuferschichten waren breiter geworden: Meissen für jedermann! Porzellan für Reisende und Feste.

Das Betrachten des Meissner Porzellans aus unterschiedlichen Blickwinkeln entwickelt lebendige, nicht festgefügt statische Bilder und lädt zum eigenen Beschäftigen mit der Materie ein: Viel Freude und Erkenntnis beim Entdecken der Facette Porzellan in der 500jährigen Geschichte der Albrechtsburg.

www.der-stein-der-weissen.de

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