Donnerstag, 08. Dezember 2016


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Making Of Text-Feature zu PARANORMAN (Kinostart: 23. August)

(lifePR) (München, ) Mit PARANORMAN (Kinostart am 23. August) melden sich die Macher des Oscar®-nominierten Meisterwerks "Coraline" zurück und legen erneut einen außergewöhnlichen Familienfilm mit witzigen Figuren und einer gruselig-charmanten Geschichte vor. Einzigartig ist der Film von Sam Fell und Chris Butler auch in technischer Hinsicht. Denn während er einerseits durch hochklassige Stop-Motion-Animationen besticht, ist PARANORMAN andererseits erst der zweite Film dieser Art, der in modernster 3D-Technik entstanden ist.

Stop-Motion: Klassisch und hochmodern

Die im Film eingesetzte Stop-Motion-Technik ist ein Verfahren, welches bis zu den Anfängen des Kinos zurückgeht. Bild für Bild (man beachte: eine Filmsekunde hat 24 Frames!) verschieben und justieren die Animatoren geschickt und fast unmerklich bewegliche Objekte - Figuren, Requisiten, Sets - auf einer Arbeitsbühne. Jedes einzelne Bild wird gefilmt. Wenn diese tausende von Aufnahmen dann in der richtigen Reihenfolge montiert werden, nehmen wir jede kleinste Veränderung als fließende, kontinuierliche Bewegung wahr. Das ist die Magie des Kinos - handgemacht.

Nach dem Stop-Motion-Märchen "Coraline" (2009) ist PARANORMAN erst der zweite Film der LAIKA-Studios (und erst der dritte Film überhaupt), der in Stereo-3D entwickelt und umgesetzt wurde. Mit einer Digitalkamera komplett in 3D gedreht, wurde jede fertige Aufnahme auf einem Computer gespeichert, so dass die Animatoren sie sich am Monitor ansehen und mit früheren Szenen abgleichen konnten. Erst dann wurde alles für das nächste Bild arrangiert. In der Nachbearbeitung kamen dann letztlich auch digitale Effekte zum Einsatz, die die handwerkliche Arbeit stilgerecht perfektionierten.

Regisseur Sam Fell, der sich die Stop-Motion-Kunst selbst beigebracht hat, spricht aus jahrelanger Erfahrung. "Bei PARANORMAN wollten wir die Animation mit neuer Frische angehen. Alles sollte weniger bühnenhaft und mehr nach Kino aussehen. In diesem Film passiert so viel, was sich eigentlich nicht für Stop-Motion eignet: Massenszenen mit vielen Statisten, Verfolgungsjagden, Durcheinandergerede, Nah- und Gegenaufnahmen - und zwei Drittel der Handlung spielt sich draußen ab."

Mit dem Bleistift skizziert

Bevor die tatsächlichen Dreharbeiten beginnen konnten, stand jede Menge konzeptionelle Arbeit an: So erstellte Character Designer Heidi Smith zu Beginn zweidimensionale Bleistift-Skizzen in Schwarz-Weiß - und lieferte damit eine erste Schablone, die allen geeignet erschien. Von da an entwickelte sie die Figuren und die konzeptionellen Entwürfe während der gesamten zwei Produktionsjahre immer weiter.

"Zuerst entwerfen die Konzeptzeichner den Look der Puppe", erklärt Georgina Hayns, die die Gestaltung der Puppen überwachte. "Ist der Entwurf abgenommen, formt ein Bildhauer nach dieser zweidimensionalen Illustration einen dreidimensionalen Gegenstand. Der Regisseur bespricht dann mit einer Kerngruppe, was diese Puppe alles können muss: gehen, sprechen, Gefühle zeigen. Wir gehen sämtliche Aspekte durch. Für die Hauptfiguren gibt es separate Meetings, bei den Nebenfiguren schaffen wir mehrere auf einmal." In der Hochphase der Produktion arbeiteten in der Puppen-Abteilung 60 Leute. Für eine einzige Puppe brauchten diverse Mitarbeiter drei bis vier Monate. "Unsere Puppen bestehen aus Silikon, Latexschaum und Harz, das Innenleben ist Metall. Anders als Marionetten, die in Echtzeit gefilmt werden, müssen Stop-Motion-Puppen lange halten und durchhalten", so Hayns.

"Viel günstiger als ein mittlerer CG-Film!"

Die gesamte Produktion spielte sich letztlich auf 14.000 Quadratmetern in den LAIKA-Studios in Hillsboro, Oregon, ab. Im August 2010 arbeiteten über 320 fähige Designer, Künstler, Animatoren und Techniker in 52 Teams parallel rund um die Uhr an PARANORMAN. 52 verschiedene Studiobühnen für einen Stop-Motion-Film - das ist Rekord. So viele waren es bis dato nur bei "Coraline". Da für jedes Bild im Film jedes Detail von Menschenhand geschaffen und positioniert wird, nahmen ein bis zwei Filmminuten eine ganze Woche in Anspruch. Produzentin Sutner betont: "Hier wird noch mit Kleber, Farbe und Licht gearbeitet, wie seit jeher im Kunsthandwerk. Dennoch sind Stop-Motion-Filme viel günstiger als ein mittlerer CG-Film. Die Leute denken immer, Stop-Motion sei kostspieliger. Dem ist nicht so. Stop-Motion kostet nur mehr Zeit."

Wie bei einem Realfilm wurde auch für PARANORMAN ein Location-Scouting durchgeführt. Für die zu errichtenden Sets von Blithe Hollow ließen sich die Filmemacher von Ausflügen nach New England und Massachusetts inspirieren, bei denen sie über 4.000 Fotos von Hinterhöfen, Baustellen und urigen Wäldern schossen. Manche Sets entstanden unmittelbar nach dem Vorbild realer Gebäude: Für Normans Schule stand beispielsweise die ehemalige Schule des Produktionsdesigner Nelson Lowry im Süden von Massachusetts Pate. Es dauerte vier Monate, die "Blithe Middle School" mit ihrer 2,40 Meter hohen, von Sandsäcken gestützten Fassade zu bauen, die auf Norman so bedrohlich wirkt.

Küchenkrepp und Vollkornbrötchen

Bei der detaillierten Ausgestaltung der Schauplätze und Figuren kamen immer wieder ungewöhnliche Materialien zum Einsatz: Das fluoreszierende Licht, das durch die Klassenfenster der Schule fällt, war in Wirklichkeit Schaum. Der "Wald" wiederum bestand aus Küchenkrepp-Fetzen, vorgekauten Vollkornbrötchen, etwas Farbe und Leim. Erst spät in der Recherche- und Entwicklungsphase entdeckte die Crew zudem, dass heißer Leim sich nicht nur für Bühnenbauten, sondern auch ganz hervorragend als Zombie-Spucke und -Sabber eignete.

Auch in Hinblick auf die liebevollen Kostüme und tausende feine Make-Up-Details aller Figuren wurde von der Produktions-Crew ein immenser Aufwand betrieben. Um die fertigen Charaktere in den Sets dann zum Leben zu erwecken, war neben der Animation, für die jeder Animator übrigens wie ein echter Schauspieler passgenau gecastet wurde, natürlich die Stimme ein zentrales Element. Entgegen der allgemeinen Annahme werden die Stimmen der Figuren zuerst aufgenommen und die Animatoren lassen sie dann in ihre Arbeit einfließen - im Fall von PARANORMAN sprachen die Schauspieler ihre Rollen größtenteils schon 2010 ein, also mitten im ersten Produktionsjahr. Während die Figuren selbst noch in der Entstehungsphase waren, hatte man sich bereits nach geeigneten Darstellern umgehört. "Bei diesem Casting ging es ja nicht darum, wie die Schauspieler aussehen, sondern wie sie klingen", erläutert Produzentin Arianne Sutner. "Anders als sonst üblich haben wir uns nicht einmal Fotos angesehen."

Norman hat viele Gesichter - nämlich 1,5 Millionen

Für die beeindruckenden Gesichtsanimationen der Figuren nahm LAIKA ein computergestützes Verfahren namens "Rapid Prototyping" zu Hilfe, das es ermöglicht, Gesichtsteile von einem 3D-Drucker anfertigen zu lassen. In den 3,5 Jahren seit "Coraline" ist dieses Silikon-Druckverfahren stetig weiterentwickelt worden. Coraline Jones hatte über 200.000 Gesichtsausdrücke zu bieten, bei Norman Babcock sind es 1,5 Millionen.

Am Ende der aufwändigen Produktion steht nun ein außergewöhnlicher Film, auf den die Macher zu Recht stolz sein können: "PARANORMAN erzählt im Großen und Ganzen die Geschichte, die ich mir vor über zehn Jahren ausgedacht habe", sagt Regisseur Chris Butler. "Aber die Optik und die Größenordnung übertreffen meine kühnsten Erwartungen. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass es so gigantisch und wunderbar wird."

Norman ist nicht nur ein von seinem Umfeld missverstandener Außenseiter, sondern hat auch eine Gabe, die ihn von allen anderen Kindern unterscheidet. Denn der Junge kann mit den Toten sprechen. Seine ungewöhnlichen Fähigkeiten erweisen sich als ausgesprochen nützlich, als Normans Heimatstädtchen eines Tages von Zombies belagert wird. Beim Versuch, sein Zuhause und seine Familie von einem Jahrhunderte alten Fluch zu befreien, bekommt der junge Geisterflüsterer es allerdings nicht nur mit Zombies, sondern auch mit Gespenstern, Hexen und nicht zuletzt nerv tötenden Erwachsenen zu tun. Bald scheint sein paranormales Können an übernatürliche Grenzen zu stoßen...

Die Macher des Oscar®-nominierten Meisterwerks Coraline melden sich mit ParaNorman zurück und legen dabei erneut einen außergewöhnlichen Familienfilm mit witzigen Figuren und einer gruselig-charmanten Geschichte vor. Einzigartig ist der Film von Sam Fell (Flutsch und weg) und Chris Butler (Corpse Bride - Hochzeit mit einer Leiche) auch in technischer Hinsicht, denn während er einerseits durch hochklassige Stop-Motion-Animationen besticht, ist ParaNorman andererseits erst der zweite Film dieser Art, der in modernster 3D-Technik entstanden ist.

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