Mittwoch, 07. Dezember 2016


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Neu entdeckte Schlange sagt "Nein zum Raubbau!"

Liste der durch Bergbau und Abholzung bedrohten Tierarten im Westen Panamas erweitert

(lifePR) (Frankfurt, ) Wissenschaftler des Senckenberg Forschungsinstitutes in Frankfurt haben im Hochland des westlichen Panamas eine neue Schlangenart entdeckt. Der wissenschaftliche Name des auffällig gefärbten Reptils Sibon noalamina bedeutet "Nein zur Mine". Er soll darauf aufmerksam machen, dass der Lebensraum der harmlosen Schneckennatter durch menschliche Eingriffe akut bedroht ist. Die Frankfurter Wissenschaftler warnen davor, dass das gleiche Schicksal weiteren Amphibien- und Reptilienarten droht, die in den letzten Jahren in diesem Gebiet entdeckt wurden. Die Studie wurde heute im Fachmagazin "Zootaxa" veröffentlicht.

Die Schlange Sibon noalamina ist für den Menschen ganz und gar harmlos und trägt doch einen kämpferischen Namen. Das helldunkel geringelte Reptil ähnelt auf den ersten Blick einer gut bekannten und weit verbreiteten Schneckennatterart - bei genauerer Untersuchung der ungiftigen Schlange stellte sich aber heraus, dass es sich um eine bisher unbekannte Art handelt.

"Die drei Exemplare, die wir während mehrerer Expeditionen zwischen 2008 und 2010 in den Bergregenwäldern im Westen Panamas gefunden haben, unterscheiden sich vor allem in ihrer Beschuppung deutlich von allen bekannten Schlangenarten", erklärt Sebastian Lotzkat, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Sektion Herpetologie am Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt. "Deshalb haben wir die Art neu beschrieben - sie trägt nun den Namen Sibon noalamina."

Der zweite Teil des wissenschaftlichen Namens ist spanisch und bedeutet übersetzt "Nein zur Mine". Stellvertretend für weitere erst seit kurzem bekannte und wahrscheinlich nur im Tabasará- Gebirge vorkommende Reptilien- und Amphibienarten steht die Schlange damit mit ihrem Namen gegen den Raubbau an der Natur und für die Erhaltung der Bergwälder im Westen Panamas.

"Ohne die Schaffung von Schutzgebieten und die Entwicklung nachhaltiger Alternativen zur großflächigen Waldrodung werden diese einzigartigen Lebensräume in absehbarer Zeit verschwinden", erläutert Lotzkat die Namenwahl. "Und mit ihnen die sympathische Schlange, ihre kriechenden und quakenden Schicksalsgenossen, und die Lebensgrundlage der indigenen Bevölkerung."

Die neue Art gehört wie alle Vertreter der Gattung Sibon zu den so genannten Schneckennattern. Die nachtaktiven Tiere ernähren sich von Schnecken, nehmen aber auch andere weiche Nahrung wie Regenwürmer oder Froschlaich zu sich. Statt sich durch Bisse zu verteidigen, schrecken die ungiftigen Nattern mögliche Feinde durch ihr Aussehen ab: Sibon noalamina ahmt dabei mit ihren abwechselnden hellen und dunklen Ringen die Warnfärbung der giftigen Korallenschlangen nach.

Lebensraum der Natter ist das Tabasará-Gebirge in der Comarca Ngöbe-Buglé, einem 1997 ins Leben gerufenen Autonomiegebiet der indigenen Völker Ngöbe und Buglé. Die immense Armut der Bevölkerung trägt hier zur höchsten Abholzungsrate innerhalb Panamas bei: Allein in den 1990er Jahren ging über ein Fünftel des Waldes verloren. Nun haben auch noch Bergbaukonzerne ein Auge auf die enormen Erzlagerstätten der Region geworfen, besonders auf die Kupfervorkommen der Cerro Colorado-Region.

Als Heimat mehrerer nur dort lebender - endemischer - Amphibien- und Reptilienarten ist die Serranía de Tabasará ein eigener kleiner Hotspot biologischer Vielfalt, der allerdings bisher kaum erforscht ist.

"Von Rogelio Moreno, der als oberster Häuptling der Comarca durch seine Zustimmung unsere Forschung dort ermöglicht hat, wissen wir, dass die lokale Bevölkerung auf die natürlichen Ressourcen als Lebensgrundlage angewiesen ist", sagt Biologe Lotzkat und ergänzt: "Wir wünschen uns von den panamaischen Behörden, dass sie gemeinsam mit den indigenen Autoritäten Maßnahmen in die Wege leiten, um die biologische Vielfalt der Serranía de Tabasará besser kennen zu lernen, zu erhalten und nachhaltig zu nutzen!"

Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

Die Erforschung von Lebensformen in ihrer Vielfalt und ihren Ökosystemen, Klimaforschung und Geologie, die Suche nach vergangenem Leben und letztlich das Verständnis des gesamten Systems Erde-Leben - dafür arbeitet die SENCKENBERG Gesellschaft für Naturforschung. Ausstellungen und Museen sind die Schaufenster der Naturforschung, durch die Senckenberg aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse mit den Menschen teilt und Einblick in vergangene Zeitalter sowie die Vielfalt der Natur vermittelt. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de.

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