Samstag, 10. Dezember 2016


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Kunden sicher und pünktlich unterwegs - Ergebnisse in Verkehrsbereichen unter Druck

Ergebnis erstes Halbjahr

(lifePR) (Bern, ) Die SBB hat ihre Kundinnen und Kunden auch im ersten Halbjahr 2012 pünktlich und sicher an ihr Ziel gebracht. Bei den Zuganschlüssen konnte ein Rekordwert von 98,3% (+0,5% gegenüber 1. Halbjahr 2011) erreicht werden, bei der Kundenpünktlichkeit lag er mit 89,1% leicht unter dem hohen Vorjahresniveau (91,6%) - die Gotthardsperre und die tiefen Wintertemperaturen beeinflussten diesen Wert wesentlich. Die Zahl der täglich mit der SBB fahrenden Passagiere verharrte mit 964'000 Personen (-0,2%) auf Vorjahresniveau. Beim Güterverkehr sank die Verkehrsleistung um -7,8% auf 5873 Mio. Nettotonnenkilometer.

Das Konzernergebnis liegt mit 139,5 Mio. CHF (-27,0 Mio. CHF) hinter dem Vorjahresergebnis. Nebst höherer Trassen- und Energiekosten beeinflusste im Cargo-Bereich die aktuelle Wirtschaftslage das Ergebnis, während sich im Personenverkehr insbesondere die Nachfrage und die Erträge im Freizeitund Tourismusbereich rückläufig entwickelten. Die Zahl der Halbtax- und Generalabonnemente nahm jedoch erneut zu. Im ersten Halbjahr 2012 stellte die SBB wichtige strategische Weichen: Das Netz des Wagenladungsverkehrs im Güterverkehr wurde gestrafft, erste Schritte zur engeren Zusammenarbeit mit den Spediteuren zur Förderung des Kombinierten Verkehrs wurden eingeleitet, die Energiestrategie wurde verabschiedet und neue Züge für den Nord-Süd- Verkehr am Gotthard bestellt.

Die SBB konnte ihre Leistungen für die Kundinnen und Kunden auch im ersten Halbjahr 2012 auf hohem Niveau erbringen. Die Witterungsbedingungen in den Wintermonaten und die Sperre am Gotthard führten dazu, dass etwas weniger Passagiere ihr Ziel mit weniger als drei Minuten Verspätung erreichten als im Vorjahr (89,1%).

Dennoch waren die Anschlüsse in 98,3% aller Fälle (+0,5%) gewährleistet, ein Rekordwert.

Tieferes Konzernergebnis wegen des Ergebnisrückgangs in Verkehrsbereichen

Die SBB weist für das erste Halbjahr 2012 mit 139,5 Mio. CHF ein tieferes Konzernergebnis aus als im Vorjahr (2011: 166,5 Mio. CHF). Der Ergebnisrückgang im Personenverkehr (-29,5 Mio. CHF) hat sich fortgesetzt. Dies ist vor allem auf die gestiegenen Trassen- und Energiekosten, den höheren Personalaufwand in Zusammenhang mit der Zweierbegleitung in den Zügen und auf die rückläufige Nachfrage im Freizeit- und Tourismusverkehr zurückzuführen. Die Preiserhöhungen und Effizienzsteigerungen konnten diese Mehrkosten nicht vollständig kompensieren, beeinflussten aber die Nachfrage bei einem Preisanstieg von durchschnittlich 1,2% per Dezember letzten Jahres nicht wesentlich. Im Güterverkehr ist das schwächere Ergebnis (-14,8 Mio. CHF) auf die Sperre am Gotthard, den Rückgang des Transportvolumens in der Schweiz bei bahnaffinen Gütern wie Stahl oder Maschinen und die schlechte Marktlage in Norditalien zurückzuführen - auch wenn die Kosten dank Sanierungsmassnahmen wie des eingeleiteten Abbaus von 200 Verwaltungsstellen oder der Verkleinerung der Wagenflotte gesenkt werden. Der Immobilienbereich (+3,5 Mio. CHF vor Ausgleichszahlungen gegenüber Vorjahresperiode) verzeichnete höhere Mieteinnahmen, weil mehr Flächen vermietet und der Mietermix optimiert werden konnten. Bei SBB Infrastruktur (-23,4 Mio. CHF) stiegen zwar die Einnahmen aus den Trassengebühren. Diese werden jedoch vollständig für den noch intensiveren Unterhalt des Bahnnetzes benötigt.

Der Free Cash Flow nach Finanzierung der öffentlichen Hand belief sich auf 357,6 Mio. CHF (+326,8 Mio.), unter anderem weil Rollmaterial später geliefert wird als geplant und die SBB Immobilienprojekte aufgeschoben hat. Die verzinsliche Nettoverschuldung ging auf 7,4 Mia. CHF (-164,5 Mio. CHF) zurück, ist aber weiterhin hoch.

Leicht rückläufige Verkehrsleistungen

Die Zahl der gefahrenen Personenkilometer sank gegenüber dem ersten Semester 2011 auf 8,6 Milliarden (-1,7%). Während der Regionalverkehr zu den Hauptverkehrszeiten morgens und abends sowie der internationale Verkehr zulegen konnten, schwächte sich die Nachfrage im Freizeit- und Tourismusverkehr und dadurch im gesamten nationalen Fernverkehr ab. Zum Vergleich: Die Zahl der Logiernächte in der Schweizer Hotellerie ging im gleichen Zeitraum gar um 3,7% zurück. Wegen der abgeschwächten Nachfrageentwicklung im Freizeit- und Tourismusverkehr lanciert die SBB für dieses Segment im zweiten Halbjahr attraktive Angebote. Hingegen nahm die Zahl der Halbtax- und Generalabonnemente erneut zu: Im ersten Semester 2012 waren 2'361'000 Halbtax- (+0,8%) und 430'000 Generalabos (+1,6%) im Um lauf. Gut aufgenommen wurde auf der Achse Lausanne-Genf der neue Regionalverkehr- Doppelstockzug, der auf der nachfragestarken Strecke mehr Sitzplätze und Komfort bringt.

Im Güterverkehr sank die Verkehrsleistung wegen der europäischen Wirtschaftskrise und der Gotthardsperre auf 5873 Mio. Nettotonnenkilometer (-7,8%). Dank intensiven Gesprächen mit Kunden konnte ein erster Schritt zur Straffung des Netzes im Wagenladungsverkehr abgeschlossen werden. Auch mit dem redimensionierten Bediennetz können 98% der bisherigen Gütertransporte abgewickelt werden. Parallel dazu baut SBB Cargo das Angebot im Kombinierten Verkehr (KV) in enger Zusammenarbeit mit Spediteuren aus. Der Pilot mit zwei täglichen KV-Verbindungen Dietikon- Renens VD bildete den Auftakt zum Aufbau eines schweizweiten Netzes für den Bahntransport und Umschlag von Containern. Die Zahl der verkauften Trassenkilometer ist auf 81,9 Mio. (+0,1%) gestiegen. Das SBB-Netz wird intensiver genutzt als jemals zuvor.

Im ersten Semester 2012 konnte das Sicherheitsniveau der Vorjahresperiode gehalten werden, indessen ereigneten sich zwei tödliche Betriebsunfälle. Am Gotthard kamen zudem zwei Mitarbeiter von Drittfirmen bei Felssanierungen ums Leben. Die SBB wird in ihren Anstrengungen nicht nachlassen, um solch tragische Vorfälle auch in Zukunft so weit als möglich zu verhindern. Um den zunehmenden Übergriffen gegen das Zugpersonal zu begegnen, wurden Transportpolizei und Sicherheitsdienst aufgestockt, Einsatzkonzepte überarbeitet und es werden aufgrund aktueller Lagebeurteilungen Schwerpunktaktionen durchgeführt.

Höhere Trassenkosten nicht voll auf Preise überwälzbar

Die SBB muss 2013 rund 170 Mio. CHF zusätzlich für höhere Trassenpreise aufwenden. Diese können im Personenverkehr nur zu rund zwei Dritteln über Tariferhöhungen an die Kundinnen und Kunden weitergeben werden, ein Drittel wird von der SBB getragen. Die damit einhergehende Schwächung der Ertragskraft führt vermutlich dazu, dass die geplanten Investitionen für neues, komfortables Rollmaterial von 1 Mia. CHF jährlich überprüft werden müssen. Die SBB wird darum die geplanten Investitionen priorisieren und die knappen Mittel konsequent in die ertragsstärksten Bereiche mit dem grössten Kundennutzen investieren müssen. Im Verwaltungsbereich, bei der Infrastruktur, beim Personenverkehr und bei SBB Cargo wird die SBB ihre Effizienz und Produktivität weiterhin um rund zwei Prozent pro Jahr steigern, um das System Bahn leistungsfähig und in einem guten Zustand zu erhalten.

Bedeutende Weichenstellungen im ersten Halbjahr 2012

Die SBB wird ihr Angebot und ihre Kapazitäten in den nächsten Jahren weiter modernisieren und ausbauen. Bereits in diesem Jahr werden die neuen Doppelstockzüge im Regionalverkehr eingesetzt. Die nicht hinreichend zuverlässigen ETR470 ("Cisalpini") werden auf der Gotthard-Achse ab 2015 durch acht zusätzliche ETR610 ersetzt. Beim Güterverkehr soll der Wagenladungsverkehr kontinuierlich auf rentable Verkehre konzentriert und das Wachstumsfeld des kombinierten Güterverkehrs zukunftsorientiert weiterentwickelt werden. Dafür gilt es den Bau der beiden geplanten Gateways Limmattal und Basel Nord voranzutreiben.

Einen wichtigen Schritt nach vorne machte die SBB auch im Bereich Energie. Die Energiestrategie mit dem Fokus Energiesparen wurde verabschiedet. Mit den bisher umgesetzten Effizienzmassnahmen können 154,5 GWh Strom pro Jahr eingespart werden. Die SBB will den Energieverbrauch bis 2025 um 600 GWh gegenüber dem prognostizierten Verbrauch senken und damit den heutigen Anteil an Kernenergie am Bahnstrom kompensieren.

Der jüngste Netzzustandsbericht stellt der Infrastruktur der SBB ein mehrheitlich gutes Zeugnis aus. Bei zwölf Bahnhöfen müssen Publikumsanlagen wie Perrons und Unterführungen dem erhöhten Passagieraufkommen angepasst werden. Dafür ist mittelfristig mit Kosten in der Höhe von 200 Mio. CHF und langfristig von 2 bis 3,5 Mia. CHF zu rechnen.

Im Immobilienbereich liefen im ersten Halbjahr 2012 die Arbeiten auf dem grössten SBB Entwicklungsareal, der Europaallee in Zürich, auf Hochtouren. Ende September wird die Europaallee-Passage als erster Teilbereich feierlich der Bevölkerung übergeben.

SBB unterstützt den Bahninfrastrukturfonds des Bundes

Der Bundesrat schlägt im Rahmen der Vorlage "Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur" (FABI) vor, das Bahnsystem künftig aus einem einzigen Bahninfrastrukturfonds zu finanzieren. Die SBB hält diesen Schritt für dringend nötig, denn er gewährleistet insbesondere den nachhaltig finanzierten Betrieb und Unterhalt des Bahnnetzes, aber auch dessen Ausbau. Dazu müssen laut der Botschaft des Bundesrates sowohl die Eisenbahnunternehmen wie auch der Bund, die Kantone und die Nutzer einen Beitrag leisten. Die Unternehmen des öffentlichen Verkehrs setzen sich für einen ersten Ausbauschritt von rund 6 Mia. CHF ein - unter der Voraussetzung, dass die Finanzierung der Projekte gesichert ist und nicht zu Lasten des Netzunterhaltes und des Nachholbedarfes geht.

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