Samstag, 10. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 150071

Gläserne Technik: Neues Museum Berlin

Einzigartige Vitrinen für kostbare Exponate mit Gläsern von SCHOLLGLAS

(lifePR) (Barsinghausen/Tübingen, ) Mitte Oktober 2009 war es soweit: Das Neue Museum Berlin wurde nach einer Bauzeit von sechs Jahren wieder eröffnet. Das 1859 von Friedrich August Stüler errichtete Gebäude kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Im Zweiten Weltkrieg beschädigten Bombentreffer das Museum schwer und zerstörten es in Teilen komplett. Nachdem die Ruine jahrzehntelang Wind und Wetter ausgesetzt war, begann 2003 der Wiederaufbau nach Plänen des britischen Architekten David Chipperfield. Grundlage des Konzepts bildet die ergänzende Wiederherstellung, in der Bestehendes erhalten bleibt und durch Neues ergänzt wird.

Die rund 8.000 Quadratmeter umfassende Ausstellungsfläche teilen sich das Ägyptische Museum mit der Papyrussammlung und das Museum für Vor- und Frühgeschichte, ergänzt durch Objekte der Antikensammlung. Die museale Einrichtung wurde durch den Mailänder Designer und Architekten Michele de Lucchi gestaltet. Auch sie greift das Grundkonzept - den Charakter des Alten zu wahren - auf und stellt die Exponate ins Zentrum der Betrachtung. Fast 9.000 Objekte werden auf den vier Ebenen gezeigt. Ältestes Exponat ist ein 700.000 Jahre alter Faustkeil aus der Altsteinsteinzeit, berühmtestes die Büste der Nofretete.

Diese kostbaren Objekte benötigen besondere Vitrinen, die sich in das architektonische Gesamtkonzept einfügen, den Besuchern uneingeschränkte Betrachtung ermöglichen und die Exponate vor Beschädigungen jeglicher Art schützen. Dies betrifft beispielsweise Schäden durch zu hohe oder zu niedrige Luftfeuchtigkeit und Temperaturen sowie durch Vandalismus. Eine weitere Anforderung des Museums war es, den Besuchern die Exponate farbneutral, also in ihren tatsächlichen Farben, zu präsentieren. Vor diesem Hintergrund entwickelte die museumstechnik GmbH, Berlin, in Zusammenarbeit mit Michele de Lucchi Vitrinen, die höchste Anforderungen an Materialien und Verarbeitung stellen.

Seitengläser und Deckel bestehen - in Abhängigkeit der Exponate - aus dem Einscheibensicherheitsglas GEWE-dur® oder aus dem Verbundsicherheitsglas GEWE-safe®. GEWE-dur® ist ein thermisch vorgespanntes Glas. Es zeichnet sich gegenüber unbehandeltem Basisglas durch eine höhere Biegebruchfestigkeit, erhöhte Schlag- und Stoßfestigkeit und höhere Beständigkeit bei Temperaturwechseln aus. GEWE-safe®, in diesem Fall aus thermisch teilvorgespanntem GEWE-tvg® Glas, setzt sich aus mindestens zwei oder mehr Glasscheiben mit Zwischenlagen aus hoch reißfesten, klar durchsichtigen Polyvinyl-Butyral-Folien zusammen. Glas und Folien werden in einem Autoklaven bei Hitze und Druck zu einer untrennbaren Einheit verbunden. GEWE-tvg® kommt unter anderem dann zum Einsatz, wenn die Biegefestigkeit und die Temperaturbeständigkeit von Floatglas nicht ausreicht, GEWE-dur® ESG aber wegen seiner feingliedrigen Bruchstruktur im Zerstörungsfall nicht die geforderte Reststandsicherheit bietet. Für die Vitrinen des Neuen Museums wurden Produkte aus eisenoxydarmem Weißglas hergestellt, um die farbneutrale Durchsicht zu gewährleisten.

Nicht nur die Gläser mussten maßgenau produziert werden. Ebenso war höchste Präzision bei der Bearbeitung der Glaskanten und Fertigung der GEWE-safe® Verbundsicherheitsglaseinheiten gefordert. Hintergrund ist die Konstruktion der Vitrinen. Normalerweise bilden die Profile die Tragkonstruktion einer Vitrine in die die Gläser eingestellt werden. Bei den Vitrinen des Neuen Museums sind jedoch die Glaselemente die tragende Komponente. Sie wurden, um im Innern die geforderte Klimasicherheit zu gewährleisten, direkt auf Gehrung miteinander verklebt. Auch dies musste bereits bei der Herstellung berücksichtigt werden und stellte höchste Anforderungen an die Produktionstechnik der Scheiben. Erst nachdem die Gläser kraftschlüssig miteinander verbunden waren, wurden die Profile von innen und außen auf die Gläser geklebt. Geschlossen werden die Vitrinen über spezielle Dreh-, Hub- oder Schiebetüren aus ESG- oder VSG-Gläsern. Sie sind mit brünierten Messingprofilen eingefasst, die mit filigranen Beschlägen und speziellen Dichtungen ausgestattet sind, um den Innenraum hermetisch abzuschließen.

Mit der Eröffnung des Neuen Museums sind nun erstmals alle fünf Museen auf der Berliner Museumsinsel wieder der Öffentlichkeit zugänglich.

Objekt: Neues Museum, Berlin / D Bauherr Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Berlin / D
Architekt: David Chipperfield Architekten, London / UK
Museumsgestaltung: Michele de Lucchi, Mailand / I Vitrinen und Sockel museumstechnik - Gesellschaft für Ausstellungsproduktion GmbH, Berlin / D
Glaslieferant: Schollglas Technik Sachsen GmbH Nossen / D

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