Mittwoch, 07. Dezember 2016


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Protest gegen geplantes Einbetonieren von Atommüll in Morsleben

ROBIN WOOD fordert: Planfeststellung ablehnen - Alternativen prüfen

(lifePR) (Magdeburg, ) ROBIN WOOD-AktivistInnen demonstrieren heute Mittag am Umweltministerium des Landes Sachsen-Anhalt in Magdeburg. Sie wenden sich dagegen, dass der marode Salzstock in Morsleben samt dem darin lagernden Atommüll mit Beton verfüllt werden soll. Zwei Männer und eine Frau kletterten auf ein Vordach und spannten über dem Haupteingang des Gebäudes ein Transparent mit dem Slogan: "Atommülllager? Die sind doch nicht ganz dicht!" An einem Fahnenmast befestigten zwei ROBIN WOOD-Aktivisten ein weiteres Transparent. Darauf steht ein Appell an alle BürgerInnen, in dem laufenden Planfeststellungsverfahren Einwendungen gegen die Schließungspläne zu erheben. Das ist noch bis zum 21. Dezember möglich.

Das atomare Endlager Morsleben ist das erste in der Bundesrepublik, das für die Ewigkeit verschlossen werden soll. Der radioaktive Müll lagert dort in einem Salzstock, der von vielen Stollen durchzogen und für diesen Zweck ungeeignet ist. Auch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), das den Antrag auf Verschluss des Endlagers gestellt hat, weiß um die mangelnde Standsicherheit und die fehlenden geologischen Voraussetzungen für eine dauerhafte Atommülllagerung. Das Amt hält es aber für möglich, diese Mängel durch technische Maßnahmen wie die Verfüllung mit Beton in den Griff zu bekommen. Dabei nimmt das BfS in Kauf, dass nach 10.000 Jahren Radionuklide austreten werden. Dadurch untergräbt es international anerkannte Sicherheitsstandards, die festlegen, dass der tödlich strahlende Müll für über eine Million Jahre von der Biosphäre abgeschottet werden muss.

"Wenn die Anforderungen an ein Endlager so weit runtergeschraubt werden dürfen, hat dies Auswirkungen weit über Morsleben hinaus. Dann muss man den Eindruck gewinnen, Sicherheitskriterien stehen auf dem Papier, in der Praxis aber schert sich keiner darum", sagt ROBIN WOOD-Aktivist Thomas Erbe.

ROBIN WOOD lehnt das Vorgehen des Bundesamtes für Strahlenschutz ab und fordert - analog zum Vorgehen beim Atommülllager Asse - vor dem Verschluss des Salzstocks zu prüfen, welcher Umgang mit dem Atommüll auf Dauer der sicherste ist. "Das BFS sollte die Courage besitzen, den Antrag zur Planfeststellung zurückzuziehen und noch einmal von vorn anzufangen", so Erbe. "Alle möglichen Optionen müssen umfangreich und gleichberechtigt geprüft werden. Die Öffentlichkeit ist dabei von Anfang an mit einzubeziehen. Vor allem die Rückholung der radioaktiven Abfälle muss gründlich untersucht werden."

Bundesweit sind alle BürgerInnen berechtigt und aufgerufen, Einwendungen gegen den Antrag des Bundesamts für Strahlenschutz einzureichen.

Vordrucke für Sammeleinwendungen können unter www.robinwood.de/morsleben heruntergeladen werden. Die Einwendungen müssen bis zum 21. Dezember beim Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Sachsen-Anhalts eingetroffen sein oder bis zum 18. Dezember 2009 bei ROBIN WOOD zur Zählung und Weitergabe vorliegen.

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