Dienstag, 06. Dezember 2016


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Verhängnisvolle Kombination

Im Osten Europas hängen HIV-Infektion und Drogenabhängigkeit eng zusammen - Renovabis fördert Hilfe durch die Kirchen

(lifePR) (Freising, ) Durch HIV und Drogensucht verliert der östliche Teil Europas jährlich mehrere zehntausend junge Menschen. Darauf hat das katholische Osteuropa-Hilfswerk Renovabis zum Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember hingewiesen. Der Leiter der Renovabis-Projektförderung, Markus Leimbach, berief sich auf Schätzungen von UNAIDS, wonach allein 2007 in der Ukraine und Russland 78.000 Menschen an AIDS starben. Direkt an Drogen starben in Russland nach staatlichen Schätzungen weitere 30.000 Menschen; viele von ihnen waren ebenfalls HIV-positiv. Laut UNAIDS ist Osteuropa die einzige Region in der Welt, in welcher der Gesamtanteil der Menschen mit HIV an der Bevölkerung nicht gesunken ist. - UNAIDS steht für "Gemeinsames Programm der Vereinten Nationen zu HIV/AIDS" (Joint United Nations Programme on HIV/AIDS).

Die steigende Zahl der Menschen mit HIV im Osten Europas sowie die enge Verbindung von HIV-Infektion und Drogenabhängigkeit fordere die Kirchen in ihrer Hilfe stark heraus, unterstrich Leimbach. Deshalb engagiere sich Renovabis weiterhin beim Aufbau von nachhaltigen Angeboten in der Ukraine sowie in Russland. Außerdem beteiligt sich Renovabis im Rahmen der Deutsch-Ukrainischen Partnerschaftsinitiative zur Bekämpfung von HIV/AIDS der Bundesregierung an der Entwicklung von dezentralen Beratungsstrukturen zu HIV/AIDS und Sucht in ländlichen Gemeinden.

"Wer in Osteuropa drogenabhängig ist, infiziert sich schnell mit HIV"

Die kirchliche Arbeit in der Ukraine und in Russland wird seit 2006 durch eine Beraterin zu HIV/AIDS unterstützt. Dr. Monika Rosenbaum wirkt am Missionsärztlichen Institut Würzburg, mit dem Renovabis eng zusammenarbeitet. Als Soziologin und Slawistin ist Rosenbaum gut mit der Region vertraut und kennt die Besonderheit der HIV-Epidemie in den Ländern der früheren Sowjetunion. "Der entscheidende Faktor ist die Verbindung von HIV-Epidemie und einer epidemischen Zunahme der Abhängigkeit von Spritzdrogen", so Rosenbaum. "Wer in Osteuropa drogenabhängig ist, infiziert sich schnell mit HIV." Zugleich sei die Versorgung von Menschen mit HIV in der Ukraine und in Russland unzureichend, ebenso Qualität und Anzahl der Angebote für Drogenabhängige. In Russland wird die Lebenserwartung eines Drogenabhängigen ab Entstehen der Abhängigkeit auf fünf bis sieben Jahre geschätzt. Zwar kann bei konsequenter Behandlung ein Mensch, der auf sich achtet, heute auch mit HIV noch Jahrzehnte leben. Das allerdings sei unrealistisch für Menschen, "die mit einem Bein im Gefängnis stehen, mangels Behandlungs- und Therapieangeboten vom Leben nichts erwarten und wissen, dass viele Abhängige innerhalb von fünf bis sieben Jahren nach Beginn der Sucht durch Überdosis, Gewalteinwirkung oder Hepatitis sterben", betont Rosenbaum.

Die Verbindung von HIV und Sucht ziehe sich deshalb durch alle Bereiche, von der Prävention bis zur Pflege schwerkranker Menschen, so Rosenbaum. Zudem seien oft die Familien besonders betroffen. Diese müssten nicht nur mit dem Stigma der HIV-Infektion leben, sondern stünden als Familie eines Drogenabhängigen unter besonderer Beobachtung. Sucht werde kaum als Erkrankung wahrgenommen. Von Renovabis geförderte katholische Projekte wenden sich an Menschen mit HIV/AIDS und binden auch deren Angehörige mit ein. Ein wichtiges Ziel ist es, Kirchengemeinden zu aktivieren, denn diese bilden soziale Strukturen, die sich langfristig selber tragen.

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