Montag, 05. Dezember 2016


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Ernst Reuter - Ein zerrissenes Leben

Die schillernden Facetten eines kämpferischen Demokraten am Mittwoch, 26. Mai 2010, um 23.30 Uhr im Ersten

(lifePR) (München, ) Die Dokumentation folgt Reuters Lebensstationen und zeigt ein zerrissenes Leben voller Höhen und Tiefen, voller Erfolge und Irrwege. Auf dem Höhepunkt der Berlin-Blockade, am 9. September 1948, appellierte der damalige Stadtrat Ernst Reuter vor mehr als 300.000 Berlinern an die Völker der Welt, die Stadt nicht preiszugeben. Ernst Reuter war ein entschiedener Verteidiger der jungen Demokratie im Nachkriegsdeutschland. Er hat Geschichte geschrieben, war im Ausland zunächst bekannter als Konrad Adenauer. Und dennoch ist dieser Mann heute fast vergessen. Der Spross einer bürgerlich-preußischen Familie, Sozialdemokrat und Kriegsgefangener im Ersten Weltkrieg, war Volkskommissar im revolutionären Russland. Zurück in Deutschland, wurde er Generalsekretär der KPD, die ihn später ausschloss. Reuter machte sich ab 1926 als sozialdemokratischer Verkehrs- und Stadtplaner von Groß-Berlin und Oberbürgermeister von Magdeburg einen Namen. Nach Hitlers "Machtergreifung", KZ-Haft, 1935 Emigration nach London und weiter in die Türkei, wo er die moderne türkische Stadt- und Verkehrsplanung begründete und an der Hochschule lehrte - kehrte er 1946 nach Deutschland zurück und wurde nach der Berlin-Blockade erster Oberbürgermeister von Westberlin. Nach seinem Tod 1953 gaben ihm mehr als eine Million Menschen das letzte Geleit - ein einzigartiges Ereignis der deutschen Nachkriegsgeschichte.

In einer filmischen Spurensuche von Jan Peter und Yury Winterberg in Deutschland und Russland werden bisher unveröffentlichte Archivaufnahmen erstmals dem Publikum zugänglich gemacht und mit Neuinszenierungen dramaturgisch und visuell verstärkt. Zeitzeugen wie Helmut Schmidt, für den Reuter ein wichtiges politisches Vorbild ist, oder Egon Bahr kommentieren sein Wirken. Ernst Reuters Sohn Edzard, einer der Top-Manager Deutschlands, führt zu den Originalschauplätzen und erzählt aus dem Leben seines Vaters.

Die Redaktion haben Alexander von Sallwitz (NDR), Claudia Schreiner (MDR), Wolfgang Landgraeber (WDR), Rolf Bergmann (rbb) und Norbert Klein (SR). Die Produktion der Provobis, Berlin entstand für Das Erste.

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