Samstag, 03. Dezember 2016


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Pro Natura beendet «Katastropheneinsatz» - es folgt der «Wiederaufbau»

Fünf Schmetterlingsarten vor dem Aussterben bewahrt

(lifePR) (Basel, ) Pro Natura hat fünf stark bedrohte Schmetterlingsarten mit gezielten Nothilfe-Projekten vor dem Aussterben bewahrt. Nach fünf Jahren ist dieser «Katastropheneinsatz» für die höchst seltenen Falter erfolgreich abgeschlossen. Für den genauso wichtigen «Wiederaufbau» der Bestände gehen die Projekte in andere Hände über: Die angehenden Regionalen Naturpärke Thal (SO) und Val Müstair (GR), die Pro Natura Sektion Waadt sowie voraussichtlich der kantonale Naturpark Pfyn-Finges im Wallis übernehmen die Zepter.

Rund die Hälfte der einheimischen Tier- und Pflanzenarten sind gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Dagegen tut die Schweiz zuwenig. Pro Natura hat sich in vier Projekten 5 der 13 am stärksten vom Aussterben bedrohten Schmetterlingsarten der Schweiz angenommen. Sie heissen Eselsdistel- Dickkopffalter, Gelbringfalter, Berghexe sowie der Grosse und Kleine Moorbläuling. Alle fünf standen 2003 kurz vor dem Aussterben. Pro Natura hat rasch gehandelt und erfolgreich Nothilfe geleistet.

Verantwortung in neuen Händen

Nach erfolgreichem Abschluss der ersten Projektphasen übergibt Pro Natura bis zum 25. September in den Kantonen SO, GR, VD und VS die grossangelegten Schmetterlingsprojekte an Partner vor Ort. Es sind dies der Naturpark Thal (SO) für das Projekt Gelbringfalter, die «Biosfera Val Müstair - Parc Naziunal» (GR) für die Berghexe, voraussichtlich der kantonale Naturpark Pfyn-Finges (VS) für den Eselsdistel-Dickkopffalter sowie die Pro Natura Kantonalsektion Waadt im Falle des Projekts zugunsten des Grossen und Kleinen Moorbläulings. Der fünfjährige Noteinsatz ist abgeschlossen, die Arbeit zur Rettung der flatternden Frühlingsboten muss weitergehen. Denn noch immer droht das Damoklesschwert über diesen fünf Naturschönheiten.

2004 noch 7 Exemplare

Für die prekäre Lage der Falterarten ist in allen Regionen eine ähnliche Entwicklung verantwortlich: Das Verbuschen und Zuwachsen ihrer Lebensräume. Artenreiche Trockenwiesen und -weiden verbuschen zusehends, einst lichtdurchflutete Laubwälder verdichten sich immer mehr und viele trockengelegte Moore wachsen langsam zu. Sträucher und Bäume nehmen die wertvollen, ehemals sonnigen Flächen ein und lassen sie ökologisch verarmen. Schmetterlinge und andere Tierarten werden ihres Lebensraums und ihrer Futterquellen beraubt. Die Folgen sind verheerend: Beispielsweise wurden im Jahr 2004, kurz nach Projektstart in der Region Leuk (Naturpark Pfyn-Finges), gerade noch sieben (!) Exemplare des Eselsdistel- Dickkopffalters gezählt. An anderen Orten in der Schweiz kam er schon gar nicht mehr vor.

Platz an der Sonne geschaffen

Alle fünf Schmetterlingsarten benötigen lichtdurchflutete Lebensräume. Mit Entbuschungen und gezielten Beweidungseinsätzen mit Ziegen, Rindern, Schafen, Pferden und Dromedaren konnten die Lebensräume der bedrohten Falter wieder hergerichtet werden. Mit Erfolg: Die Bestände der Schmetterlingsarten sind in allen vier Regionen stabilisiert. «Alle Projekte sind Pionier-Projekte. Es freut mich, dass sie geglückt sind. Das Wissen, wie man diese Arten in Zukunft vor dem Aussterben bewahren kann, liegt nun auf dem Tisch», sagt Urs Tester, Artenschutzexperte bei Pro Natura. Und fügt hinzu:

«Nach dieser Phase der Überlebenshilfe folgt die nicht minder wichtige Arbeit des Wiederaufbaus der Bestände.»

Perfekte Synergie - Naturschutzarbeit und neue Pärke

Die Verantwortung für die vier Projekte geht für die Phase des Wiederaufbaus an zwei angehende Regionale Naturpärke und einen kantonalen Naturpark sowie die Pro Natura Kantonalsektion Waadt. «Für Pro Natura ist es eine besondere Freude, ihre Artenförderungsprojekte in die Hände von Naturpark-Körperschaften zu geben. Das ist die perfekte Synergie zweier Kernbereiche von Pro Natura: die praktische Arbeit im Naturschutz zugunsten bedrohter Arten sowie der Einsatz für neue grosse Schutzgebiete in der Schweiz, die der Natur etwas bringen», freut sich Urs Tester, Pro Natura Geschäftsleitungsmitglied.

Grosses Engagement für Pärke

Pro Natura hat mit ihrer Kampagne «Gründen wir einen neuen Nationalpark!» seit 2000 bewirkt, dass gesetzliche Grundlagen für neue Pärke geschaffen wurden und zahlreiche Parkprojekte in der ganzen Schweiz entstanden sind. Pro Natura unterstützt viele Parkprojekte auch direkt. Sie arbeitet in Trägerschaften und Arbeitsgruppen mit und bringt so ihr bald 100-jähriges Naturschutzwissen in die neuen Pärke ein. Sie leistet Finanzbeiträge oder initiiert selber Naturförderprojekte in Pärken.

Die Kosten von insgesamt rund einer Million Franken für die vier Schmetterlingsprojekte wurden zu einem grossen Teil durch den «Coop Fonds für Nachhaltigkeit» getragen. Weitere grosszügige Beiträge leisteten die jeweiligen Kantone, die Gemeinde Leuk und Pro Natura selber.

Anlässe in den Regionen

Leuk (VS)

Der Abschluss des Projekts findet anlässlich einer kleinen Feier mit anschliessender Führung ins Projektgebiet statt. Ort und Zeit: Freitag, 5. September, in Leuk (Treffpunkt: 10:20 Uhr am Bahnhof Leuk).

Müstair (GR)

Die Übergabe des Projekts findet anlässlich einer kleinen Feier mit anschliessender Führung ins Projektgebiet statt. Ort und Zeit: Freitag, 12. September, in Müstair (Treffpunkt: 10:30 Uhr beim Forum cumünal, Via Prövis, 7537 Müstair).

Thal (SO)

Die Übergabe des Projekts findet anlässlich einer kleinen Feier mit anschliessender Führung ins Projektgebiet statt. Ort und Zeit: Samstag, 13. September, in Laupersdorf (Treffpunkt: 13:30 Uhr beim Gemeindezentrum, Höngerstrasse 555, 4712 Laupersdorf).

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