Freitag, 09. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 131817

WestLB nach neun Monaten mit 262 Mio € Gewinn vor Steuern

Operative Erträge kräftig gesteigert auf 1.707 Mio € (+39%) / Kosten deutlich gesenkt (-17%) / Kreditrisikovorsorgeaufwand auf 582 Mio € (i.V. 345 Mio €) erhöht / Meilenstein für Risikoabbau und Bilanzentlastung erreicht

(lifePR) (Düsseldorf, ) Die WestLB erzielte in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres ein Konzernergebnis vor Steuern in Höhe von 262 Mio €. Das ist ein Zuwachs um 620 Mio € gegenüber dem bereinigten Ergebnis des Vorjahreszeitraumes, das durch einen einmaligen Gewinn in Höhe von 962 Mio € aus der Übertragung strukturierter Wertpapierportfolios auf die Zweckgesellschaft Phoenix geprägt war. Im Ergebnis der ersten drei Quartale 2009 wurden deutlich erhöhte Aufwendungen für die Kreditrisikovorsorge aufgrund der weltweiten Rezession berücksichtigt. Sehr erfreulich entwickelten sich die operativen Erträge, die von einem stark gestiegenen Zinsüberschuss getragen wurden und gegenüber dem bereinigten Ergebnis des Vorjahreszeitraumes um 39% auf 1.707 Mio € zulegten.

Dietrich Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der WestLB, sagte zu den Neunmonatszahlen: "Das Ergebnis ist zufriedenstellend. Operativ sind wir auf Kurs, die stärkere Fokussierung auf das Kundengeschäft zahlt sich aus.
Zudem zeigt sich, dass die konsequent umgesetzten Maßnahmen zur Kostensenkung nachhaltig greifen." Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Verwaltungsaufwendungen um 17%.

Zinsüberschuss um 50% gesteigert

Der Zinsüberschuss stieg im Berichtszeitraum um 450 Mio € auf 1.347 Mio € (i.V. 897 Mio €). Mit den auf 582 Mio € (i.V. 345 Mio €) erhöhten Kreditrisikovorsorgeaufwendungen trägt die Bank der weltweiten Rezession und den damit deutlich gestiegenen Risiken angemessen Rechnung. Das marktbedingt nach wie vor schwache Wertpapier- und Depotgeschäft prägte den Provisionsüberschuss, der auf 204 Mio € (i.V. 289 Mio €) nachgab. Das Handelsergebnis war stark durch Bewertungseffekte beeinflusst und belief sich auf 137 Mio €. Positive Effekte in Höhe von 147 Mio € ergaben sich aus Wertaufholungen bei Staatsanleihen und vergleichbaren Aktiva mit einwandfreier Bonität.

Belastungen resultierten aus der Bewertung eigener Passiva (-122 Mio €) sowie aus IAS-Bewertungsinkongruenzen (-78 Mio €). Das Handelsergebnis im Vorjahreszeitraum (631 Mio €) profitierte maßgeblich von einem Phoenix-Effekt in Höhe von 763 Mio €. Das Finanzanlageergebnis lag in den ersten drei Quartalen 2009 mit 52 Mio € auf dem Niveau des Vorjahres, das ebenfalls deutlich durch den Phoenix-Transfer (111 Mio €) geprägt war.

Die eingeleiteten Maßnahmen zur Kostensenkung zeigen nachhaltig Wirkung. Der Verwaltungsaufwand ging um 177 Mio € (-17%) gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 863 Mio € zurück. Der Personalaufwand sank um 18% auf 429 Mio €. Zum 30. September beschäftigte die Bank 5.153 Vollzeitkräfte und damit 725 weniger als am Ende des dritten Quartals 2008. Die anderen Verwaltungsaufwendungen sanken um 88 Mio € (-19%) auf 380 Mio €. Für die ersten neun Monate 2009 belief sich die Cost- Income Ratio auf 51%.

Segmentergebnisse: Kundengetriebenes Geschäft ausgebaut

Im Segment Firmenkunden & Strukturierte Finanzierungen stieg das Vorsteuerergebnis in den ersten neun Monaten 2009 auf 158 Mio € (i.V. 63 Mio €). Hier bewies die WestLB einmal mehr ihre Expertise bei Schuldscheindarlehen, Projektfinanzierungen sowie Corporate Bonds und bestätigte mit attraktiven Mandaten ihre gute Marktposition. Das Ergebnis im Segment Verbund & Immobilien in Höhe von 5 Mio € (i.V. -6 Mio €) war maßgeblich durch die Entkonsolidierung der Weberbank beeinflusst.
Ohne diesen Effekt lag das Ergebnis um 68 Mio € über dem Vorjahreswert.
Das Segmentergebnis im Kapitalmarktgeschäft stieg besonders deutlich auf 489 Mio € (i.V. 26 Mio €). Wesentliche Ergebnisbeiträge lieferte hier das Geschäft mit zinsbezogenen Kapital- und Geldmarktprodukten. Im Transaction Banking wurde das Vorsteuerergebnis in Höhe von -17 Mio € (i.V. -7 Mio €) durch den niedrigen Geldmarktzins belastet. Das Neugeschäftsvolumen der im Konsumentenkreditgeschäft tätigen readybank legte um 93% gegenüber der Vergleichsperiode zu. Das Segment Portfolio Exit Group, in dem die nicht strategischen und auszulagernden Portfolien der Bank gebündelt sind, war geprägt von Wertaufholungen bei europäischen Staatsanleihen sowie dem Erlös aus dem Verkauf einer nicht strategischen Beteiligung und trug mit 32 Mio € (i.V. -414 Mio €) zum Vorsteuerergebnis bei.

Restrukturierung und Risikoabbau auf gutem Weg

Im Zuge der Umsetzung der Auflagen der Europäischen Kommission hat die WestLB ihr Standortnetz im In- und Ausland weiter gestrafft und nach der Weberbank den Verkauf der ungarischen Tochtergesellschaft WestLB Hungaria im dritten Quartal 2009 bekanntgegeben. Die Repräsentanzen in Peking, Houston und Johannesburg wurden geschlossen. Die Standorte in Münster, Dortmund und Bielefeld folgen bis zum Jahresende sowie Köln zur Jahresmitte 2010.

Zugleich wurde der frühzeitig eingeschlagene Weg der Risikoreduzierung und der systematische Abbau nicht strategischer Aktiva konsequent fortgesetzt. So verringerte sich die Bilanzsumme des WestLB Konzerns in den ersten neun Monaten 2009 um 29,3 Mrd € (-10%) gegenüber Ende 2008 auf 258,8 Mrd €. Aufgrund rückläufiger Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten sanken dabei die Handelsaktiva um 17,9 Mrd € und die Handelspassiva um 14,0 Mrd € besonders deutlich.

Ende September wurde die Auslagerung nicht strategischer Aktiva in Höhe von rund 85 Mrd € mit der Unterzeichnung entsprechender Verträge auf den Weg gebracht. Bis Ende November sollen alle wesentlichen Entscheidungen getroffen sein. In einem ersten Schritt wurde bereits ein Teilportfolio strukturierter Wertpapiere im Volumen von ca. 6 Mrd € gemäß § 8 Finanzmarktstabilisierungsfondsgesetz per 30. September 2009 vom SoFFin abgesichert. Die Eigentümer der WestLB haben hierfür eine quotale Rückgarantie in Höhe von 4 Mrd € abgegeben. Die Auslagerung des Gesamtportfolios soll bis voraussichtlich 30. April 2010 rückwirkend zum 1. Januar des nächsten Jahres umgesetzt werden. Die Risikoaktiva der Bank reduzierten sich per Ende September 2009 auf 84,2 Mrd € (Ende 2008: 88,5 Mrd €). Die Kernkapitalquote belief sich auf 6,2% (31.12.2008: 6,4%) und die Eigenmittelquote auf 9,3% (31.12.2008: 10,1%).

Dietrich Voigtländer: "Mit den im September erzielten Vereinbarungen haben wir ein wichtiges Etappenziel erreicht, um den angestrebten Risikoabbau und eine signifikante Bilanzentlastung zu realisieren. Wir befinden uns in zielführenden Gesprächen über eine finale Gesamtlösung; sie soll bis Ende November stehen. Die auf profitables Kundengeschäft fokussierte, aus der WestLB entstehende Kernbank nimmt Gestalt an.

Damit erfüllen wir die Auflagen aus der Entscheidung der Europäischen Kommission vom 12. Mai 2009." Im vierten Quartal 2009 erwartet die WestLB eine unterdurchschnittliche Ergebnisentwicklung im Vergleich zu den Vorquartalen, insbesondere aufgrund eines weiter steigenden Risikovorsorgebedarfs und der Aufwendungen zur Auslagerung des Teilportfolios und zur Errichtung der Kernbank.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

Wohnungsüberlassung an Tochter steuerlich nicht anerkannt

, Finanzen & Versicherungen, Wüstenrot & Württembergische AG

Wird eine Wohnung einem unterhaltsberechtigt­en Kind nicht gegen Geld überlassen, sondern im Rahmen der elterlichen Unterhaltspflichten zum Bewohnen...

Vorweihnachtliche Überraschungen statt aufwändiger Weihnachtsgeschenke

, Finanzen & Versicherungen, Taunus Sparkasse

Die Taunus Sparkasse verzichtet auch in diesem Jahr auf aufwändige Geschenke für Kunden und Geschäftspartner. Stattdessen spendet sie insgesamt...

Was tun gegen vereiste Windschutzscheiben?

, Finanzen & Versicherungen, Wüstenrot & Württembergische AG

Wer kennt das nicht? Die Temperaturen gehen gegen null, und schon sind die Scheiben am Auto vereist. Bei klirrender Kälte müssen Autofahrer dann...

Disclaimer