Montag, 05. Dezember 2016


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American Le Mans Series, 7. Lauf in Elkhart Lake (USA), Rennen

Doppeltes Podium für Porsche

(lifePR) (Stuttgart, ) Des einen Glück, des anderen Leid - so könnte man das dramatische Renngeschehen für die Porsche-Teams beim siebten Lauf der American Le Mans Series in Elkhart Lake zusammenfassen. Neun Pacecar-Phasen unterbrachen das vierstündige Rennen und zwangen die Teams zur permanenten Anpassung ihrer Strategie. Während Porsche in der GT2-Klasse einen Doppelsieg feiern konnte, mussten sich die RS Spyder-Piloten mit dem zweiten und dem dritten Platz zufrieden geben. Timo Bernhard (Dittweiler) und Romain Dumas (Frankreich) vom Team Penske Racing verteidigten mit der zweiten Position ihre Führung in der Meisterschaft und standen zum 27. Mal in Folge auf dem Podium. Marino Franchitti (Großritannien) und Butch Leitzinger (USA) steuerten den Porsche RS Spyder des Teams Dyson Racing auf Platz drei.

Trotz des zweiten Platzes stand Schlussfahrer Timo Bernhard die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. "Wir hatten heute eine Auto zum Gewinnen. Doch die vielen Gelbphasen kamen immer genau im falschen Moment und haben ewig lange gedauert. Ich war deutlich schneller als der Sieger David Brabham. Doch wenn man ständig hinter dem Pacecar fährt kann man keine Positionen gutmachen", ärgerte sich der Titelverteidiger.

Im Rennen sah es lange Zeit so aus, als könnten Bernhard und Dumas den Verbrauchsvorteil des neuen DFI-Motors mit Benzindirekteinspritzung zu einem Sieg nutzen. Durch einen späten ersten Stopp und besonders effiziente Fahrweise wollte das Team einen Boxenstopp gegenüber den Konkurrenten einsparen. Doch aufgrund der ungewöhnlich vielen Gelbphasen wurde dieses Vorhaben vereitelt. "Unsere Strategie, die Effizienz unseres Motors gegenüber der Konkurrenz auszuspielen wäre unter normalen Umständen voll aufgegangen. Doch heute hatten wir ganz einfach zu viel Pech", sagte Dumas nach dem Rennen.

Im RS Spyder mit der Startnummer 6 landeten Sascha Maassen (Aachen) und Patrick Long (USA) auf dem vierten Platz ihrer Klasse. Damit verteidigten sie ihren dritten Rang in der Meisterschaft. Auf Platz sechs überquerte der RS Spyder des von Porsche unterstützten US-Privatteams Dyson Racing die Ziellinie. Chris Dyson (USA) und Guy Smith (Großbritannien) hatten im Ziel zwei Runden Rückstand auf die Sieger.

Zum zweiten Mal kam in Elkhart Lake in den beiden RS Spyder des Teams Penske Racing der neue 3,4-Liter V8-Motor mit Benzindirekteinspritzung zum Einsatz. Genau wie bei den Serien-Pendants im Cayenne und 911 konnte die Leistung erhöht und der spezifische Verbrauch gesenkt werden. Diese Effizienz ist bei Langstreckenrennen von besonders großer Bedeutung. Statt 476 PS leistet das neue Renntriebwerk 503 PS (370 kW) bei 10.000 Umdrehungen pro Minute. Das maximale Drehmoment stieg von 370 Nm bei 7.500 Umdrehungen auf 385 Nm bei 8.500 Umdrehungen.

In der Klasse GT2 für leicht modifizierte Seriensportwagen fuhren Dirk Werner (Kissenbrück), Richard Westbrook (Großbritannien) und Bryce Miller (USA) im Porsche GT3 RSR des Teams Farnbacher Loles Racing ihren ersten ALMS-Sieg ein. In einem dramatischen Finale überholte Werner Mika Salo im Ferrari in der letzten Runde. "Nach dem Restart zwei Runden vor Rennende war ich zweiter. Mika war sich mit seinem bereits überrundeten Teamkollegen nicht ganz einig. Diese Einladung habe ich genutzt und bin innen vorbei gegangen", freute sich Werner. Im Anschluss drehte sich Salo und musste sich mit letztlich Rang fünf begnügen. Auch Wolf Henzler (Nürtingen) vom Team Flying Lizard Motorsports gewann im Porsche GT3 RSRS in der letzten Runde einen wichtigen Zweikampf. Er setzte seinen direkten Meisterschaftskonkurrenten Dirk Müller im Ferrari massiv unter Druck. "Das hat dazu geführt, dass er einen Fehler gemacht hat und ich ihn passieren konnte", berichtete Henzler, der damit Zweiter wurde. Henzler und sein Teamkollege Jörg Bergmeister (Langenfeld) konnten somit ihre Führung in der Meisterschaft weiter ausbauen.

Statistik: 7. von 11 Rennen der American Le Mans Series in Elkhart Lake, Wisconsin

Rennergebnis
1. Werner/Luhr (D/D), Audi R10 (LMP1), 102 Runden
2. Pirro/Fässler (I/CH), Audi R10 (LMP1), 102
3. Brabham/Sharp (AUS/USA), Acura ARX-01B (LMP2), 102
4. Bernhard/Dumas (D/F), Porsche RS Spyder (LMP2), 102
5. Leitzinger/Franchitti (USA/GB), Porsche RS Spyder (LMP2), 102
6. Maassen/Long (D/USA), Porsche RS Spyder (LMP2), 102
7. Field/Field/Berry (USA/USA/USA), Lola B06/10 (LMP1), 101
8. Devlin/Bonilla (USA/USA), Lola B07 46 (LMP2), 100
9. Dyson/Smith (USA/GB), Porsche RS Spyder (LMP2), 100
10. O’Connell/Magnussen (USA/DK), Chevrolet Corvette (GT1), 97

Ergebnis Klasse LMP2
1. Brabham/Sharp (AUS/USA), Acura ARX-01B (LMP2), 102
2. Bernhard/Dumas (D/F), Porsche RS Spyder (LMP2), 102
3. Leitzinger/Franchitti (USA/GB), Porsche RS Spyder (LMP2), 102
4. Maassen/Long (D/USA), Porsche RS Spyder (LMP2), 102
5. Devlin/Bonilla (USA/USA), Lola B07 46 (LMP2), 100
6. Dyson/Smith (USA/GB), Porsche RS Spyder (LMP2), 100

Weitere Klassensieger
LMP1: Werner/Luhr (D/D), Audi R10
GT1: O’Connell/Magnussen (USA/DK), Chevrolet Corvette
GT2: Werner/Westbrook/Miller (D/GB/USA), Porsche GT3 RSR

Punktestände
Fahrer Klasse LMP2
1. Timo Bernhard, Romain Dumas, Porsche 143
2. David Brabham, Scott Sharp, Acura 119
3. Sascha Maassen, Patrick Long, Porsche 72
4. Butch Leitzinger, Marino Franchitti, Porsche 66
5. Chris Dyson, Guy Smith, Porsche 62

Hersteller Klasse LMP2 – Motor
1. Porsche 143
2. Acura 130

Hersteller Klasse LMP2 – Chassis
1. Porsche 143
2. Acura 130

Teams Klasse LMP2
1. Penske Racing, Porsche 143
2. Highcroft Racing, Acura 119
3. Dyson Racing, Porsche 86

Fahrer Klasse GT2
1. Jörg Bergmeister, Wolf Henzler, Porsche 122
2. Dominik Farnbacher, Dirk Müller, Ferrari 115
3. Johannes van Overbeek, Ptrick Pilet, Porsche 83

Hersteller Klasse GT2
1. Porsche 143
2. Ferrari 127

Teams Klasse GT2
1. Flying Lizard Motorsports, Porsche 139
2. Tafel Racing, Ferrari 121

Der 8. Lauf der American Le Mans Series wird am 24. August 2008 in Bowmanville (Kanada) auf dem Mosport International Raceway ausgetragen.

Daten und Fakten

Das ist die American Le Mans Series

Die American Le Mans Series (ALMS) wurde 1999 ins Leben gerufen. Das Reglement basiert auf dem Regelwerk der 24 Stunden von Le Mans. In dieser Saison werden elf Rennen in den USA und Kanada gefahren. Die traditionellen Höhepunkte sind die 12 Stunden von Sebring und das 1000-Meilen-Rennen "Petit Le Mans" in Road Atlanta. Die meisten Rennen dauern 2:45 Stunden. Die ALMS ist das amerikanische Gegenstück zur in Europa beheimateten Le Mans Series (LMS).

Das Starterfeld bilden zwei unterschiedliche Sportfahrzeug-Kategorien: Sportprototypen und Seriensportwagen. Sie sind in vier Klassen eingeteilt:

Klasse LMP1: Sportprototypen mit bis zu 750 PS und einem Mindestgewicht von 925 Kilogramm (in der LMS: 750 PS/900 Kilogramm). Leistungsgewicht: rund 1,2 kg/PS.

Klasse LMP2: Sportprototypen mit rund 500 PS (bei Saugmotoren) und 800 Kilogramm Mindestgewicht (in der LMS: 500 PS/825 Kilogramm). Leistungsgewicht: rund 1,7 kg/PS. In dieser Klasse startet der Porsche RS Spyder.

Klasse GT1: Stark modifizierte Seriensportwagen mit bis zu 650 PS und einem hohen Mindestgewicht von 1.125 - 1.325 Kilogramm (in der LMS: 650 PS/1.125 - 1.325 Kilogramm).

Klasse GT2: Leicht modifizierte Seriensportwagen mit 450 bis 470 PS und einem Mindestgewicht von 1.125 - 1.325 Kilogramm (in der LMS: 450 bis 470 PS/1.125 - 1.325 Kilogramm). In dieser Klasse ist der Porsche 911 GT3 RSR am Start.

Alle Rennwagen starten gleichzeitig, werden aber nach Klassen getrennt gewertet. Dieses System sorgt für abwechslungsreiche und spannende Rennen mit vielen Überholmanövern. Punkte gibt es nur für die Platzierung in der jeweiligen Klasse. Meistertitel werden in den Klassen LMP1 und LMP2 für Fahrer, Chassis- und Motorenhersteller, Teams und Reifenlieferanten vergeben, in den Klassen GT1 und GT2 für Fahrer, Automobilhersteller und Teams. Porsche gewann mit dem RS Spyder sowohl 2006 als auch 2007 die Meistertitel für Fahrer (Sascha Maassen/Lucas Luhr bzw. Timo Bernhard/Romain Dumas) sowie für Hersteller Chassis, Hersteller Motor und Team (Penske Racing).

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